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MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Sinkende Ölpreise lindern Nervosität

DJ MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Sinkende Ölpreise lindern Nervosität

DOW JONES--Europas Börsen haben den Handel am Donnerstag überwiegend mit moderaten Gewinnen beendet. Der DAX legte um 0,6 Prozent auf 24.945 Zähler zu, der Euro-Stoxx-50 um 0,8 Prozent auf 6.103 Punkte. Für etwas Kaufbereitschaft sorgten wieder leicht auflebende Hoffnungen auf einen Frieden im Nahost-Konflikt und auf ein Ende der Blockade der Straße von Hormus. Laut dem US-Außenministerium haben Israel und Libanon eine Waffenruhe vereinbart. Sie steht aber unter der Bedingung, dass die proiranische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe einstellt. Der Iran hat eine solche Waffenruhe immer wieder zur Vorbedingung für Friedensverhandlungen mit den USA gemacht. Die Hisbollah lehnt indessen eine Waffenruhe ab.

Die Ölpreise sanken vor diesem Hintergrund, Brentöl um 2,8 Prozent auf 95,05 Dollar. Der Preis blieb damit weiter klar unter der psychologisch wichtigen 100er-Marke. Das dämpfte Inflations- und Zinserhöhungssorgen, weshalb die Anleiherenditen leicht sanken. In der kommenden Woche wird dessen ungeachtet mehrheitlich eine Zinserhöhung durch die EZB erwartet.

Kaum Kursbelastungen stellten neue Zolldrohungen aus den USA dar. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer warnte vor neuen Strafzöllen auf Importe aus 60 Ländern, weil diese eine mangelnde Bereitschaft zeigten, Waren aus Zwangsarbeit konsequent zu stoppen. Das Argument "Zwangsarbeit" wurde von Marktteilnehmern eher als vorgeschoben und konstruiert bezeichnet, nachdem die ursprünglichen Trumpschen Strafzölle vom Obersten US-Gericht als illegal eingestuft worden waren.

Angeführt wurde der Markt vom Pharmasektor, der um 3 Prozent vorrückte. Kräftig nach oben ging es jedoch auch für Softwareaktien. Händler sprachen von einer Erholungsbewegung, nachdem sie am Vortag erneut schwach im Markt gelegen hätten angesichts der andauernden Befürchtungen, KI-Anwendungen könnten die Geschäftsmodelle der Softwareentwickler zunichte machen. Unter anderem stiegen SAP, Nemetschek, Dassault Systemes und Capgemini um bis zu 8,8 Prozent. Scout24 und Temenos verbesserten sich um 3,8 und 3,7 Prozent.

Verkauft wurden im Technologiesegment dagegen Chipaktien. Neben Gewinnmitnahmen drückte der Ausblick von Broadcom, der die Erwartungen nicht erfüllte, worauf die Aktie des Halbleiterunternehmens stark unter Druck geriet und auch andere US-Chipwerte mit nach unten zog. Dazu kam als Belastungsfaktor, dass Alphabet mittels einer Kapitalerhöhung rund 80 Milliarden Dollar einnehmen will und SpaceX mit ihrem anstehenden Börsengang eine ähnliche Summe einsammeln will. "Da muss Platz in den Portfolios geschaffen werden", sagte ein Händler. Daher könne es bis dahin global auf ganzer Branchenbreite Druck geben. Infineon verbilligten sich um 3,4 Prozent und STMicro um 2,6 Prozent. Aixtron kamen um 4,8 Prozent zurück.

Bei den weiteren Einzelwerten verloren in Amsterdam Universal Music Group 4,9 Prozent. Investor Bill Ackman hat seinen Anteil an dem Unternehmen im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Dollar verkauft. Ackmans Hedgefonds Pershing Square ist damit fünf Jahre nach seiner ersten Investition bei dem weltweit größten Musikkonzern ausgestiegen. Der Fonds des Milliardärs verkaufte seine verbleibenden Anteile an UMG kurz nachdem der Konzern ein Übernahmeangebot im Wert von 65 Milliarden Dollar abgelehnt hatte. In Paris verbilligen sich Bollore vor diesem Hintergrund um 1,4 und Vivendi um 3,4 Prozent. Beide Unternehmen sind an UMG beteiligt.

Im MDAX ging es für Puma um mit einer Kaufempfehlung von Citi um 4,5 Prozent nach oben. Hochtief gaben um 0,2 Prozent nach. Dass die Aktie nach ihren fulminanten Aufschlägen am 22. Juni in den DAX aufgenommen wird, wie der Indexbetreiber Stoxx am späten Mittwoch mitteilte, war bereits erwartet worden. Platz machen muss die Aktie der Porsche Holding, die 1,3 Prozent niedriger schloss. Die Lufthansa-Aktie hat den Aufstieg dagegen erneut nicht geschafft, die abstiegsgefährdete Zalando-Aktie bleibt damit im DAX. Für Lufthansa ging es mit den fallenden Ölpreisen dennoch um 1,7 Prozent nach oben; ein Zwischenfall am Frankfurter Flughafen, bei dem das Bugfahrwerk einer Lufthansa-Maschine einknickte, belastete nicht. Zalando stiegen um 1,8 Prozent.

Neben der Änderung im DAX wird es auch eine ganze Reihe von Änderungen im MDAX, SDAX und TecDAX geben. Unter anderem kommen mit Elmos, Siltronic und Suss jüngste Highflyer aus dem Halbleitersektor in den MDAX. Sie ersetzen Jungheinrich, Ströer und Redcare.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.103       +0,8          +4,5 
Stoxx-50        5.193       +0,8          +4,8 
Stoxx-600        624       +0,5          +4,9 
DAX          24.945       +0,6          +1,3 
FTSE-100 London    10.332       +0,3          +4,0 
CAC-40 Paris      8.150       +1,2          +0,0 
AEX Amsterdam     1.044       +0,3          +9,7 
ATHEX-20 Athen     5.968       -0,7         +11,5 
BEL-20 Brüssel     5.500       +0,7          +8,3 
BUX Budapest     134.720       -0,8         +21,3 
OMXH-25 Helsinki    6.603       -0,9         +15,8 
OMXC-20 Kopenhagen   1.485       +2,1          -7,7 
PSI 20 Lissabon    8.999       -0,9          +8,9 
IBEX-35 Madrid    18.176       +0,6          +5,0 
FTSE-MIB Mailand   50.038       +0,3         +11,3 
OBX Oslo        1.960       -0,6         +22,7 
PX Prag        2.527       +0,4          -5,9 
OMXS-30 Stockholm   3.134       +0,0          +8,7 
WIG-20 Warschau   136.725       +0,2         +16,3 
ATX Wien        6.096       +0,3         +14,5 
SMI Zürich      13.218       +0,9          -0,4 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:10 
EUR/USD          1,1627  +0,3   0,0032     1,1595   1,1602 
EUR/JPY          186,01  +0,2   0,3800     185,63  185,6400 
EUR/CHF          0,9166  -0,2  -0,0020     0,9186   0,9173 
EUR/GBP          0,8652  +0,1   0,0010     0,8642   0,8640 
USD/JPY          159,97  -0,0  -0,0600     160,03  159,9900 
GBP/USD          1,3437  +0,2   0,0021     1,3416   1,3426 
USD/CNY          6,7735  +0,1   0,0043     6,7692   6,7692 
USD/CNH          6,7743  -0,1  -0,0059     6,7802   6,7765 
AUS/USD          0,7141  +0,2   0,0013     0,7128   0,7139 
Bitcoin/USD      63.796,74  -1,7 -1.109,61    64.906,35 66.504,92 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         92,94  -3,2   -3,08      96,02 
Brent/ICE         95,05  -2,8   -2,76      97,81 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.477,00  +1,0   45,22    4.431,78 
Silber           73,87  +1,6    1,17      72,70 
Platin         1.892,45  +1,8   33,30    1.859,15 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln

(END) Dow Jones Newswires

June 04, 2026 12:05 ET (16:05 GMT)

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