DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutscher Auftragseingang im April schwächer als erwartet
Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im April schwächer als erwartet gewesen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, verringerten sich die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 3,8 Prozent und lagen kalenderbereinigt um 1,6 (März: 6,1) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Rückgang um nur 2,2 Prozent prognostiziert. Der für März vorläufig gemeldete monatliche Anstieg um 5,0 Prozent wurde auf 4,5 Prozent revidiert.
Deutscher Industrieumsatz steigt im April minimal
Der preisbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im April minimal gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhte er sich gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Der für März vorläufig gemeldete monatliche Umsatzanstieg von 0,7 Prozent wurde auf 1,2 Prozent revidiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag der Umsatz im April kalenderbereinigt um 0,6 Prozent höher.
Fed-Zinserhöhung dürfte nicht vor Anfang 2027 kommen
Macquarie bekräftigt nach dem robusten Arbeitsmarktbericht vom Freitag seine Basiserwartung für den Zinspfad der Federal Reserve, meint David Doyle, Chefvolkswirt. "Wie wir schon seit einiger Zeit betonen, sehen wir den nächsten Schritt als eine Anhebung, wobei wir in unserem Basisszenario vom ersten Quartal 2027 ausgehen", sagt er. Die Risiken hierfür hätten sich in Richtung einer früheren Anhebung verschoben, wobei die Märkte nun eine Anhebung im vierten Quartal 2026 einpreisten, sagt er. "Die Rhetorik des Offenmarktausschusses dürfte sich in den kommenden Wochen weiter von einer Tendenz zu Zinssenkungen hin zu einer Tendenz zu Zinserhöhungen verschieben."
Hoffnung auf Zinserhöhung in Japan trotz schwächeren Wachstums intakt
Japans Wirtschaft ist im ersten Quartal etwas langsamer gewachsen als zunächst geschätzt, befindet sich aber weiterhin auf Erholungskurs. Damit bleibt die Hoffnung auf eine baldige Zinserhöhung bestehen. Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg im Zeitraum von Januar bis März auf das Jahr hochgerechnet um 1,8 Prozent, wie aus den am Montag veröffentlichten revidierten Regierungsdaten hervorging. Die vorläufige Schätzung hatte bei einem Wachstum von 2,1 Prozent gelegen.
Israel greift Ziele im Iran an
Israel hat eigenen Angaben zufolge als Vergeltung für Raketenangriffe auf nördliche Gebiete Luftangriffe auf den Iran gestartet. Israel setzte die neuen Angriffe trotz der Warnungen von US-Präsident Donald Trump um, von neuen Maßnahmen abzusehen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu stand unter dem Druck seiner politischen Verbündeten und der Opposition, auf einen vorangegangenen iranischen Raketenbeschuss zu reagieren. Der Iran feuerte am Sonntag in vier Angriffswellen mindestens zehn Raketen ab, als Reaktion auf einen tödlichen israelischen Luftangriff auf Beirut Stunden zuvor, der auf die von Teheran unterstützte Hisbollah-Miliz abzielte.
Opec+ beschließt Fördererhöhung inmitten der Nahost-Krise
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihre Verbündeten haben sich darauf geeinigt, die Ölförderung erneut zu erhöhen. Sieben Opec-Mitglieder und die erweiterte Gruppe namens Opec+ haben vereinbart, die Produktion im Juli um etwa 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Dies ist der vierte monatliche Anstieg in Folge, teilte die Gruppe nach einem virtuellen Treffen mit. Zu den Opec+-Mitgliedern, die der Erhöhung zugestimmt haben, gehört Saudi-Arabien - der De-facto-Anführer des Kartells - sowie Russland, der Irak, Kuwait, Algerien, Kasachstan und Oman.
Fitch erwartet nach Wiedereröffnung von Hormus wieder Öl-Überangebot
Der aktuelle Anstieg der Ölpreise ist nach Einschätzung von Fitch Ratings eher "ein temporärer logistischer Angebotsschock" als ein dauerhafter Verlust von Produktionskapazitäten. "Wir gehen davon aus, dass die Meerenge gegen Ende Juli wieder geöffnet wird und erwarten, dass Brent von den hohen Niveaus von März bis Juli stark fallen wird", schreibt Fitch in einer Research Note. Das Basisszenario der Agentur sieht für 2026 einen durchschnittlichen Brent-Preis von 87 US-Dollar pro Barrel vor, unter der Annahme, dass die Straße von Hormus bis Ende Juli wieder geöffnet wird. Fitch erwartet, dass die Ölpreise fallen werden, da der Markt nach der Wiedereröffnung der Meerenge schnell zu einem Überschuss zurückkehren dürfte.
+++ Konjunkturdaten +++
Japan/Leistungsbilanz Apr nsb Überschuss 3,907 Bill JPY (PROG: Überschuss 3,137 Bill JPY)
Japan/Leistungsbilanz Apr nsb Überschuss 3,907 Bill JPY; +64,9% gg Vj
China/Währungsreserven Mai 3,442 Bill USD (Apr: 3,411 Bill USD)
China/Währungsreserven Mai stiegen um 31,7 Mrd USD zum Vormonat
US/Verbraucherkredite Apr plus 20,7 Mrd USD
US/Verbraucherkredite März revidiert plus 22,3 Mrd USD (vorl: plus 24,8 Mrd USD)
DJG/DJN/apo
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June 08, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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