
© Foto: Richard L auf Oexels (Symbolbild)
Xiaomi gewinnt Robotik-Weltmeisterschaften, baut Elektroautos, launcht neue Smartphones, und die Aktie notiert trotzdem in der Nähe des Jahrestiefs. Auf den ersten Blick wirkt Xiaomi wie eine Aktie, fast wie im freien Fall. Auf den zweiten Blick sieht man aber ein Unternehmen, das strategisch auf mehreren Hochleistungs-Feldern gleichzeitig spielt. Die Frage ist nur, wann das auch die Börse erkennt, bzw. bemerkt? Mit einem RSI im überverkauften Bereich, einem laufenden Milliarden-Rückkaufprogramm und einer Produktoffensive von Indien bis China verdichten sich die Signale. Wer jetzt wegschaut, könnte den Moment verpassen, an dem der Markt aufwacht und Xiaomi wieder entdeckt.
Xiaomi liefert, von der Robotik bis ins Wohnzimmer
Zwei internationale Wettbewerbe, zwei Siege. Xiaomis Robotik-Team gewann bei den CVPR-Workshops die GigaBrain Challenge mit einer Erfolgsrate von über 40 Prozent, als einziges Team überhaupt über dieser Marke. Bei der ICRA holte Xiaomi im Bereich Ganzkörperkoordination 94 Prozent Erfolgsrate und 99,2 Punkte. Das sind keine Laborspielereien mehr, sondern echte und direkte Beweise dafür, dass Xiaomis KI-Robotik zu den besten der Welt gehört. Gleichzeitig bringt Xiaomi die 17T-Smartphone-Serie erstmals auf den chinesischen Heimatmarkt. Dies ist ein strategischer Schritt, denn die T-Reihe war jahrelang nur für internationale Käufer gedacht. Wer in China ein Leica-Kamera-Smartphone unter Flaggschiff-Niveau wollte, hatte schlicht keine Option. Das ändert sich jetzt. In Indien folgt am 11. Juni der Launch der neuen TV FX Mini LED Serie in Bildschirmgrößen von 43 bis 75 Zoll, hochwertige Technik zu wettbewerbsfähigen Preisen, genau in dem Segment, das Xiaomis Ökosystem-Strategie stützt. Das Geschäft läuft also. Die EV-Sparte lieferte im Mai stabil über 30.000 Einheiten monatlich. Das Jahresziel von 550.000 Elektroautos liegt im Blickfeld. Und das Management vertraut dem eigenen Unternehmen genug, um ein Rückkaufprogramm über 20 Milliarden Hongkong-Dollar aufzulegen, das größte in der Geschichte des Konzerns.

Charttechnik
Der Chart erzählt eine harte Kurs-Geschichte. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 30 Prozent verloren, auf Jahressicht sogar knapp 50 Prozent. Mit 3,01 Euro notiert das Papier nur einen Wimpernschlag über dem 52-Wochen-Tief. Der Abstand zum 200er SMA beträgt ist riesig. Gleichzeitig liegt der RSI bei rund 23 Punkten. Das ist eher ein klassisches Kaufsignal, denn die Aktie ist technisch stark überverkauft. In solchen Extremsituationen reicht oft ein einziger positiver Impuls, um eine erste Gegenbewegung auszulösen. Das laufende Rückkaufprogramm könnte genau diesen Puffer liefern.
Was tun?
Die Q1-Zahlen waren schwach: Der Nettogewinn brach heftig ein, das EV-Segment verbrannte Geld. Das ist die Wahrheit und sollte nicht kleingeredet werden. Auf der anderen Seite steht ein Konzern, der in Robotik, Elektromobilität, Smart Home und Smartphones an Boden gutmacht. Goldman Sachs sieht mit Buy-Rating und einem Kursziel von 40 Hongkong-Dollar (4,40 Euro) enormes Aufwärtspotenzial. Für risikobewusste Anleger mit einem längeren Zeithorizont könnte ein schrittweiser Einstieg in kleinen Tranchen durchaus sinnvoll sein.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.



