DJ Metsola: EU setzt beim Handel auf Pragmatismus statt Emotionen
Von Joshua Kirby
DOW JONES--Die Europäische Union habe gelernt, "der langweilige Partner" in einer Beziehung zu den USA zu sein, die neuerdings von Meinungsverschiedenheiten über Handelszölle geprägt sei, sagte die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola. Dabei verwies sie auf die Bedeutung von Stabilität in diesem Handel mit einem Volumen von mehreren Billionen Dollar hin.
"Wir haben gelernt, nicht auf jede öffentliche Äußerung emotional zu reagieren, sondern uns vielmehr darauf zu verlassen, dass langweilig gut ist und wir der langweilige Teil der Beziehung" mit den USA sein können, sagte Metsola zu Gordon Fairclough vom Wall Street Journal während eines Interviews auf dem WSJ Leadership Institute CEO Summit.
Der Handel zwischen den USA und der 27 Mitglieder zählenden EU ist in Aufruhr, seit Präsident Donald Trump zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im Weißen Haus hohe Handelszölle in den Vordergrund seines politischen Programms gestellt hat. Dennoch erreichte der gesamte Handel im vergangenen Jahr fast 1,8 Billionen Euro (2,1 Billionen Dollar), wie aus vorläufigen Daten der Behörden der Europäischen Union hervorgeht.
Diese Beziehung bleibe auf beiden Seiten des Atlantiks von entscheidender Bedeutung, sagte Metsola. Vorhersehbarkeit und Stabilität seien sowohl für europäische Unternehmen, die in den USA investieren, als auch für amerikanische Unternehmen, die in Europa investieren, von zentraler Bedeutung, sagte sie.
"In einem Umfeld, das durch so viel globale Instabilität erschwert wird, sind diese beiden industriellen Handelsblöcke das, was wir bewahren sollten", sagte die maltesische Politikerin. "Denn es ist eine Win-win-Situation, und wir haben immer geglaubt, dass Win-win besser ist als Win-lose."
Die Europäer hätten derweil aus dem Umgang mit der Trump-Regierung gelernt, selbstbewusster zu sein. Zudem sei es für sie selbstverständlicher geworden, die Flagge für die EU zu zeigen, sagte Metsola. "Ich hätte eine Null-Zoll-Situation vorgezogen", sagte sie. "Aber die Realität ist, wie sie ist."
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