WIEN (dpa-AFX) - Das Lenkungsgremium der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) macht Druck auf Teheran wegen mangelnder Informationen zu den Uran-Beständen im Iran. Es sei "unerlässlich und dringend", dass die Islamische Republik ihre Vorräte an nuklearem Material vollständig offenlege, forderte der Gouverneursrat der IAEA in Wien in einer Resolution.
Die Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten die Resolution initiiert. Darin verlangt der Gouverneursrat auch, dass der Iran IAEA-Inspektoren Zugang gewähren solle. Damit soll sichergestellt werden, dass kein nukleares Material für militärische Zwecke abgezweigt wird, wie aus dem Text hervorgeht. Das IAEA-Gremium bekräftigte auch seine Drohung, den UN-Sicherheitsrat in New York einzuschalten, sollte Teheran weiterhin nicht kooperieren.
Seit Monaten Blockade von Atominspektionen im Iran
Die IAEA durfte in den vergangenen Monaten die Uran-Bestände und die meisten Atomanlagen im Iran nicht überprüfen. Teheran ließ im vergangenen Quartal nur die Inspektion seines Kernkraftwerks in Buschehr zu. Insgesamt verfügt das Land über 22 Anlagen, die zu einem großen Teil von den Vereinigten Staaten und Israel angegriffen worden sind.
Aus Sicht des Iran sind Inspektionen in den beschädigten Nuklear-Standorten nicht möglich. Der Iran besitzt laut früheren IAEA-Untersuchungen mehr als 400 Kilogramm hoch angereichertes Uran. Teheran bestreitet, dieses beinahe waffentaugliche Material für den Bau von Atombomben benutzen zu wollen./al/DP/men
