DJ Ifo: Materialengpässe bremsen Produktion und treiben Verbraucherpreise
DOW JONES--Der Materialmangel wirkt sich nach Erkenntnissen des Ifo-Instituts negativ auf die Industrieproduktion aus und erhöht die Preise langfristig. Wie die Konjunkturforscher unter Berufung auf eine neue Studie berichten, führen unerwartete Materialengpässe zu einem kurzfristigen Rückgang der Industrieproduktion um 2,4 Prozent. "Unerwartete Störungen von Lieferketten können Unternehmen und Wirtschaft erheblich belasten. Besonders lange spüren es die Verbraucher, da die Preise auch Jahre nach dem Engpass steigen", sagt Ifo-Forscherin Lara Zarges. Besonders stark sei der Einbruch der Produktion in der Automobilindustrie. Die stärksten Preiseffekte seien in der Holz- und Pharmaindustrie zu beobachten.
Mit Blick auf die Produktion bremsen demnach zunehmende Materialengpässe die Produktion sofort, sie steigt aber bei verfügbarem Material erst langsam wieder auf das frühere Niveau. "Kurzzeitige Entspannungen in der Materialverfügbarkeit reichen daher nicht aus, um die Produktionsverluste auszugleichen", sagt Ifo-Forscherin Friederike Fourné. Noch zwei Jahre nach einem negativen Schock liegt die Industrieproduktion insgesamt 0,5 Prozent unter dem Niveau, das in einem Szenario ohne Materialengpassschock eingetreten wäre.
Die Erzeugerpreise und Rohstoffpreise erreichen nach Aussage des Ifo-Instituts ihren stärksten Preisanstieg etwa ein Jahr nach dem Schock mit etwa 0,3 Prozent (Erzeugerpreise) und 0,6 Prozent (Rohstoffpreise). Am längsten spürbar bleibe der Materialengpass bei den Verbraucherpreisen. "Selbst zwei Jahre nach den Engpässen steigen die Verbraucherpreise um rund 0,1 Prozentpunkte pro Quartal."
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June 11, 2026 03:53 ET (07:53 GMT)
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