DJ IWH: Deutsche Wirtschaft auf mäßigem Erholungskurs
Von Andreas Plecko
DOW JONES---Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sieht die deutsche Wirtschaft trotz erheblicher globaler Belastungen auf einem moderaten Erholungspfad. In seiner neuesten Konjunkturprognose erwarten die Hallenser Ökonomen für die Jahre 2026 und 2027 ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von jeweils 0,9 Prozent. Damit passt das Institut seine Erwartungen an ein volatiles weltwirtschaftliches Umfeld an. Bisher hatte das Institut für 2026 einen BIP-Zuwachs von 0,7 Prozent und für 2027 von 1,0 Prozent vorhergesagt.
Der Golfkrieg hat die Energiepreise massiv in die Höhe getrieben und die Verbraucherpreise weltweit steigen lassen. Zu Jahresbeginn schien sich für die deutsche Wirtschaft dennoch ein moderater Aufschwung abzuzeichnen. Ob 2026 jedoch ein echtes Aufschwungsjahr wird, scheint im Sommer wieder sehr zweifelhaft, erklärt das Institut. Denn die gestiegenen Energiepreise erhöhen die Produktionskosten der Unternehmen, belasten die Realeinkommen der privaten Haushalte und die drohende Energiekrise nagt an der wirtschaftlichen Zuversicht.
"Das wesentliche Risiko für die Weltwirtschaft wie auch für die deutsche Konjunktur liegt im ungewissen Fortgang des Golfkonflikts", sagte Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und Vizepräsident des IWH. Sollte die Straße von Hormus den Sommer über geschlossen bleiben, würde Erdöl noch wesentlich teurer werden, und es wäre mit höheren Inflationsraten und Zinssätzen zu rechnen. Auch wäre ein Rückschlag für die deutschen Exporte wahrscheinlich.
Unter diesen Bedingungen würde die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 bestenfalls stagnieren. "Darüber hinaus bringt die Implementierung der Künstlichen Intelligenz Aufwärts- und Abwärtsrisiken mit sich", ergänzte Holtemöller. Es bestehe die Chance, dass KI die gesamtwirtschaftliche Produktivität deutlich erhöht. Kurzfristig könnten jedoch die Abwärtsrisiken überwiegen, etwa aufgrund von strukturellen Arbeitsplatzverlusten, die im Zuge dieses Wandels auch Personen mit recht hoher Qualifikation betreffen können.
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June 11, 2026 09:01 ET (13:01 GMT)
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