DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
EZB erhöht Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat wie erwartet beschlossen, seine Geldpolitik zu straffen. Wie die EZB mitteilte, steigt der Satz für Bankeinlagen um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Es ist die erste Zinserhöhung seit September 2023. Die EZB hatte ihren Leitzins zwischen Juni 2024 und Juni 2025 acht Mal gesenkt, ihn seither aber unverändert gelassen. "Der EZB-Rat ist entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass die Inflation mittelfristig bei seinem Zielwert von 2 Prozent stabilisiert wird", heißt es in dem Statement. Im Einklang mit dieser Verpflichtung habe er beschlossen, die drei Leitzinsen der EZB um 25 Basispunkte anzuheben.
Lagarde: Aktuelle Zinserhöhung ist "maßvolle Reaktion" der EZB
Der aktuelle Beschluss des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte stellt nach Aussage von EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine "maßvolle" Reaktion auf den Energiepreisschock dar. Lagarde sagte in der Pressekonferenz nach der EZB-Ratssitzung, diese Entscheidung sei keine "kraftvolle". "25 Basispunkte sind eine Entscheidung, die ganz klar ein Signal setzt und angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage, der Unsicherheit, in der wir uns bewegen, und der Inflationsaussichten in den von den Experten des Eurosystems erstellten Projektionen notwendig ist", sagte sie.
Lagarde: Inflationsrisiken aufwärts gerichtet - Wachstumsrisiken abwärts
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht nach den Worten von EZB-Präsidentin Christine Lagarde auch nach der Anhebung der Inflationsprognosen für 2026 und 2027 ein überwiegendes Risiko, dass die tatsächliche Inflation noch höher ausfallen wird. "Die Risiken für den Inflationsausblick sind aufwärts gerichtet", sagte sie in der Pressekonferenz nach der EZB-Ratssitzung.
Lagarde: EZB-Zinsentscheidung fiel einstimmig
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat nach Aussage von EZB-Präsidentin Christine Lagarde ohne Gegenstimme für eine Straffung der Geldpolitik gestimmt. "Die Entscheidung, die wir heute getroffen haben - nämlich unsere drei Leitzinsen um 25 Basispunkte anzuheben -, war eine einstimmige Entscheidung ohne Vorbehalte", sagte Lagarde in der Pressekonferenz nach der EZB-Ratssitzung. Der Rat habe keine andere Alternativoption diskutiert. Der Zinsschritt sei unter Berücksichtigung aller drei Szenarien des volkswirtschaftlichen Stabs sinnvoll.
EZB hebt Inflationsprognosen an und senkt BIP-Prognosen
Die Volkswirte der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Euroraum-Notenbanken haben ihre Prognosen für die Entwicklung der Inflation im Euroraum 2026 und 2027 angehoben und zugleich ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum gesenkt. Wie die EZB im Rahmen ihrer vierteljährlichen Projektionen mitteilte, rechnen die Experten in ihrem Basisszenario nun für 2026 mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3,0 Prozent, nachdem es im März noch 2,6 Prozent gewesen waren. Die Prognosen für 2027 und 2028 wurden mit 2,3 (2,0) und 2,0 (2,1) Prozent angegeben. Für die Kerninflation werden Raten von 2,5 (2,3), 2,5 (2,2) und 2,2 (2,1) Prozent erwartet.
Aktualisierte EZB-Prognosen haben hawkishen Ton
Die aktualisierten Stabsprojektionen der Europäischen Zentralbank zeigen laut Soeren Radde von Point72, dass die Kerninflation in den kommenden Jahren hartnäckiger sein werde als erwartet. Die Basisprognose liege bei 2,5 Prozent im Jahr 2027 und 2,2 Prozent im Jahr 2028, schreibt Radde in einem Kommentar. Das reale BIP-Wachstum sei weniger stark als erwartet nach unten korrigiert worden und liege in diesem Jahr bei durchschnittlich 0,8 Prozent. "Zusammengenommen sind diese Revisionen hawkish und bestätigen auf den ersten Blick die fast drei Zinserhöhungen, auf denen die neue Stabsprognose wahrscheinlich basiert", meint Radde.
Türkische Zentralbank hält Zinsen stabil und prüft Kriegsfolgen
Die türkische Zentralbank hat die Zinssätze die dritte Sitzung in Folge unverändert gelassen. Sie betonte dabei die konkurrierenden Sorgen über hohe Energiepreise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten und eine schwache Binnennachfrage. Die Bank beließ ihren Leitzins für einwöchige Repogeschäfte bei 37,0 Prozent, wie sie mitteilte. Zuletzt hatte die Bank ihren Leitzins im Januar gesenkt.
IWH: Deutsche Wirtschaft auf mäßigem Erholungskurs
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sieht die deutsche Wirtschaft trotz erheblicher globaler Belastungen auf einem moderaten Erholungspfad. In seiner neuesten Konjunkturprognose erwarten die Hallenser Ökonomen für die Jahre 2026 und 2027 ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von jeweils 0,9 Prozent. Damit passt das Institut seine Erwartungen an ein volatiles weltwirtschaftliches Umfeld an. Bisher hatte das Institut für 2026 einen BIP-Zuwachs von 0,7 Prozent und für 2027 von 1,0 Prozent vorhergesagt.
Trump droht mit neuen Angriffen und Einnahme von Kharg
US-Präsident Donald Trump hat erneut gedroht, den Iran "sehr hart" zu treffen und die "vollständige Kontrolle" über die Öl- und Gasmärkte des Landes zu übernehmen - ein Zeichen dafür, dass er den diplomatischen Weg aufgegeben hat und darauf abzielt, Teheran zu einem Atomabkommen zu zwingen, gegen das es sich seit Monaten wehrt. Die USA würden "in nicht allzu ferner Zukunft" die Insel Kharg einnehmen, die vor der Südküste des Iran liegt und das wichtigste Ölexportzentrum des Landes ist, fügte Trump in seinem Beitrag auf Truth Social hinzu.
Opec drosselt Nachfrageerwartung für 2026
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat ihre Schätzungen für das Wachstum der Ölnachfrage in diesem Jahr gesenkt. Die US-Blockade gegen den Iran und die beinahe vollständige Schließung der Straße von Hormus drosseln weiterhin die Produktion der großen Golfproduzenten. Die Gruppe der ölreichen Länder erwartet nun, dass die weltweite Ölnachfrage um 970.000 Barrel pro Tag wachsen wird. Zuvor war sie von 1,17 Millionen ausgegangen. Das Nachfragewachstum für das nächste Jahr wird bei 1,73 Millionen Barrel pro Tag gesehen. Dies ist ein Anstieg gegenüber einer früheren Schätzung von 1,54 Millionen.
US-Erzeugerpreise im Mai weiter stark gestiegen
Die amerikanischen Erzeugerpreise sind im Mai weiter stark gestiegen, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Damit verzeichnete die Inflation auf Großhandelsebene einen weiteren Monat mit hohen Werten. Der Erzeugerpreisindex stieg im vergangenen Monat um 1,1 Prozent, nachdem er bereits im April um den gleichen Wert zugelegt hatte. Von The Wall Street Journal befragte Analysten hatten einen Anstieg von 0,7 Prozent erwartet. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Erzeugerpreise um 6,5 Prozent gestiegen.
US-Arbeitslosenanträge in der vergangenen Woche gestiegen
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche gestiegen, blieb aber in einer Spanne, die auf einen gesunden Arbeitsmarkt hindeutet. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis zum 6. Juni auf 229.000. In der Vorwoche waren 225.000 Anträge gemeldet worden. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten 220.000 neue Anträge erwartet.
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June 11, 2026 13:00 ET (17:00 GMT)
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