BERLIN (dpa-AFX) - Rund drei Monate vor wichtigen Landtagswahlen in Ostdeutschland warnen mehrere führende CDU-Politiker ihre Partei vor einer Zusammenarbeit mit der AfD. "In dem Moment, in dem die CDU der AfD die Hand reicht, ist sie kaputt", sagte der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels der Partei, Dennis Radtke, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Der Hamburger CDU-Vorsitzende Dennis Thering sagte der Zeitung, er könne nur davor warnen, "in irgendeiner Form mit der AfD zusammenzuarbeiten". Er erwartet "massive Verwerfungen" in der Partei, sollte es nach den im September anstehenden Landtagswahlen zu einer Zusammenarbeit mit der AfD kommen: "Das wäre der Anfang vom Ende."
Die CDU hat per Parteitagsbeschluss Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linken als auch der AfD ausgeschlossen. Je nach Ausgang der Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin könnte sie aber unter Druck kommen, diesen Beschluss in der einen oder anderen Richtung aufzuweichen oder sich darüber hinwegzusetzen. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD derzeit in Umfragen klar vorn.
Reul: "Wer das aufweicht, kann ohne mich weitermachen"
NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann machte deutlich, dass er die CDU im Fall einer Zusammenarbeit mit der AfD verlassen würde. "Das wäre das Ende der CDU; viele Mitglieder, die ich kenne, und auch ich selbst würden dann austreten", sagte er der "F.A.S.". Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende unterstrich zugleich, er kenne niemanden, der ein Bündnis mit der AfD will. "Die AfD will all das zerstören, wofür die Union seit Adenauer steht: die europäische Einheit, die Westbindung, die Nato."
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul sagte der "F.A.S.", die AfD und ihr Denken seien "die größte Gefahr für unsere Demokratie". "Da gibt es nur eine Haltung: dagegen. Wer das aufweicht, kann ohne mich weitermachen."/sku/DP/he
