DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Der Iran und die USA haben sich auf ein vorläufiges Friedensabkommen geeinigt. Dies gaben beide Nationen am Sonntag bekannt. Die Unterzeichnung des Abkommens ist für Freitag geplant, wie US-Präsident Donald Trump und pakistanische Unterhändler mitteilten. Am Freitag werde auch die Straße von Hormus wieder geöffnet, wie Trump in den Sozialen Medien schrieb. Die Zeit bis dahin werde "für Zwecke der Minenräumung" benötigt. Die Regierung in Teheran bestätigte später, dass die Einigung erzielt worden sei. "Der Text der Absichtserklärung wurde finalisiert", sagte der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
10:00 DE/Adtran Networks SE, HV
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende Agrob Immobilien 1,31 EUR OVB Holding 0,75 EUR Simona 1,75 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- EU
11:00 Industrieproduktion April
Eurozone
PROGNOSE: +0,2% gg Vm/ k.A.
zuvor: +0,2% gg Vm/-2,1% gg Vj
- US
14:30 Empire State Manufacturing Index Juni
PROGNOSE: 13,9
zuvor: 19,6
15:15 Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung Mai
Industrieproduktion
PROGNOSE: +0,3%
zuvor: +0,7%
Kapazitätsauslastung
PROGNOSE: 76,2%
zuvor: 76,1%
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.061,00 +1,8 E-Mini-Future S&P-500 7.528,50 +1,3 E-Mini-Future Nasdaq-100 30.236,00 +1,9 Topix (Tokio) 4.004,74 +3,2 Hang-Seng (Hongk.) 24.821,71 +0,4 Shanghai-Comp. 4.068,74 +0,9 Vortag: INDEX zuletzt +/- % DAX 24.635,30 +1,8 DAX-Future 24.684,00 +1,9 XDAX 24.669,71 +0,1 MDAX 32.083,10 +2,0 TecDAX 3.979,50 +1,3 SDAX 18.377,20 +1,9 Euro-Stoxx-50 6.187,63 +2,2 Stoxx-50 5.287,92 +1,8 Dow-Jones 51.202,26 +0,7 S&P-500 7.431,46 +0,5 Nasdaq Composite 25.888,84 +0,3
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Die vorläufige Einigung von USA und Iran auf ein Friedensabkommen dürfte den europäischen Börsen kräftig Auftrieb geben. Anleger dürften die Wiedereröffnung der Straße von Hormus feiern. Dennoch dürften viele Marktteilnehmer vorsichtig bleiben. Denn die Darstellungen der USA zum Vertrag entsprechen nicht den Aussagen des Irans. Demnach soll am Freitag nur ein Memorandum of Understanding, also ein Rahmenvertrag für weitere Verhandlungen, unterzeichnet werden. Diese sollen danach noch 60 Tage laufen. Über viele Punkte, wie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen, besteht Uneinigkeit. Im Fokus stehen nun besonders die Zinserwartungen an den Anleihemärkten. Denn die Angst vor ölpreis-getriebener Inflation hatte die Renditen nach oben getrieben. Nun rückt die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh in den Blick. Der Rückgang der Ölpreise hat jedoch die Erwartung von Zinserhöhungen der Fed verschoben, wie es heißt. Wichtige Daten für die Börsen stehen am Montag nicht an. Industrieproduktion und Handelsbilanz aus der Eurozone stammen vom April und gelten angesichts der Nachrichtenlage ums Öl als veraltet. In den USA wird am Nachmittag etwas auf den Empire State Manufacturing Index für Juni und die Industrieproduktion geblickt. Im Fokus stehen aber ausschließlich der Iran-Vertrag und die Entwicklung von SpaceX im regulären Handel.
Rückblick: Sehr fest - Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs gaben den Kursen Auftrieb. Kräftig fallende Ölpreise linderten Inflations- und Zinserhöhungsängste. Vom billigeren Öl profitierten Airlines und Touristikaktien: Lufthansa verteuerten sich um 5,2 Prozent, Air France um 8,4 Prozent oder IAG um gut 7 Prozent. Für das TUI-Papier ging es um 8,7 Prozent nach oben. Fraport kletterten um 5,9 Prozent. Der Flughafenbetreiber hatte Verkehrszahlen für Mai vorgelegt, Sie sind laut der DZ Bank weitgehend wie erwartet ausgefallen. Im Technologiesegment und bei Aktien mit KI-Fantasie sorgte der der Rekordbörsengang von SpaceX für Rückenwind. Infineon gewannen 3,9 Prozent oder STMicroelectronics 4,5 Prozent. Zu den Verlierern gehörten Rüstungsaktien. Rheinmetall verloren 1,2 Prozent, Hensoldt 4,1 Prozent oder Thales 1,3 Prozent. Die Möglichkeit eines Friedensschlusses zwischen dem Iran und den USA belastete genauso wie die zuletzt zunehmenden diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Kriegs in der Ukraine.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Sehr fest - Für Siemens Energy ging es um weitere 4,5 Prozent nach oben. Sie waren am Vortag schon um rund 6 Prozent gestiegen, nachdem es an den Tagen zuvor aber auch zu einem kräftigen Rücksetzer gekommen war. Das Unternehmen hat nun über einen Rekordauftragsbestand von 154 Milliarden Euro berichtet. "Besonders interessant waren dabei die Zahlen zur direkten Verknüpfung mit dem Ausbau von Rechenzentren", sagte ein Händler. Tagesgewinner im DAX waren Deutsche Bank mit Aufschlägen von 6,6 Prozent ohne besondere Nachrichten.
USA - AKTIEN
Etwas fester - Weiter fallende Ölpreise und der erfolgreiche Börsengang von SpaceX stützten die Kurse. Dazu kam ein überraschend deutlich gestiegener Uni-Michigan-Index der Verbraucherstimmung. SpaceX stiegen an ihrem ersten Handelstag um fast 20 Prozent. Die Aktien von Elon Musks Raumfahrt- und KI-Unternehmen wurden zum Kurs von 135 Dollar ausgegeben, womit dem Unternehmen die Rekordsumme von 75 Milliarden Dollar zufließen wird. Der erste Kurs lag bei 150 Dollar, zum Handelsschluss stand die Aktie bei 161,11 Dollar. Damit knackte der Börsenwert von SpaceX die Marke von 2 Billionen Dollar. Andere Aktien des Raumfahrtsektors, die am Vortag kräftige, teils prozentual zweistellige Kursgewinne verbucht hatten, wurden abverkauft. Anleger dürften hier Gewinne mitgenommen haben, möglicherweise mit der Absicht, diese in SpaceX umzuschichten. Virgin Galactic stürzten um 32 Prozent ab. Rocket Lab fielen um rund 11 Prozent und Ast Spacemobile um 15,5 Prozent. Gewinnmitnahmen drückten auch Aktien mit KI-Bezug, die aber am Vortag ebenfalls teils zweistellig zulegt hatten. Super Micro Computer fielen um 4,8 und Micron um 1,4 Prozent. Adobe verbilligten sich um 6,8 Prozent. Das Softwareunternehmen hatte zwar Rekordzahlen für sein zweites Geschäftsquartal vorgelegt und damit auch die Erwartungen des Marktes übertroffen, doch wie bei anderen Branchenunternehmen auch bezweifelten die Anleger, dass sich die hohen Investitionen in KI-Anwendungen für den Konzern auszahlen werden. Auch der Abgang des Adobe-Finanzchefs, der zum Chipkonzern Marvell Technology wechselt, kam nicht gut an. Marvel schlossen 0,4 Prozent im Minus.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,09 +0,02 4,11 4,04 5 Jahre 4,21 +0,02 4,23 4,15 10 Jahre 4,48 +0,02 4,51 4,44
Am Anleihemarkt legten die Renditen nach ihrem jüngsten Rücksetzer leicht zu. Die Zehnjahresrendite stieg um 2 Basispunkte auf 4,48 Prozent.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:15 Uhr EUR/USD 1,1618 +0,4 0,0050 1,1568 1,1576 EUR/JPY 185,90 +0,3 0,5800 185,3200 185,4500 EUR/CHF 0,9211 -0,1 -0,0008 0,9219 0,9217 EUR/GBP 0,8632 +0,1 0,0008 0,8624 0,8630 USD/JPY 159,99 -0,1 -0,2200 160,2100 160,2000 GBP/USD 1,3456 +0,4 0,0050 1,3406 1,3412 USD/CNY 6,757 -0,1 -0,0056 6,7626 6,7626 USD/CNH 6,7563 -0,1 -0,0070 6,7633 6,7627 AUS/USD 0,7085 +0,6 0,0042 0,7043 0,7052 Bitcoin/USD 65.788,60 +2,9 1.824,74 63.963,86 64.325,87
Der Dollar tendierte knapp behauptet. "Sichere Häfen" waren angesichts der optimistischen Stimmung an den Aktienmärkten nicht gefragt. Im frühen Handel am Montag geht es mit dem Greenback erneut abwärts, der Dollarindex sinkt um 0,3 Prozent.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.330,42 +2,6 111,65 4.218,77 Silber 70,45 +3,6 2,47 67,98 Platin 1.769,68 +3,0 52,16 1.717,52
Der Goldpreis wurde etwas gebremst vom geringeren Sicherheitsbedürfnis der Anleger und den leicht steigenden Anleiherenditen. Der Preis für die Feinunze sank um 0,2 Prozent auf 4.206 Dollar. Am Montag legt der Goldpreis deutlicher zu, gestützt von nachlassenden Inflationssorgen.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 80,71 -4,9 -4,17 84,88 Brent/ICE 83,54 -4,3 -3,79 87,33
Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus drückte die Ölpreise. Brentöl verbilligte sich um 3,7 Prozent auf etwa 87 Dollar das Barrel. Die US-Sorte WTI gab in ähnlichem Umfang nach. Am Montag geht es mit den Preisen weiter abwärts, nachdem sich die USA und der Iran vorläufig auf ein Friedensabkommen verständigt haben, das allerdings erst am Freitag unterzeichnet werden soll.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
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