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MÄRKTE ASIEN/US-iranisches Rahmenabkommen löst Kaufwelle aus

DJ MÄRKTE ASIEN/US-iranisches Rahmenabkommen löst Kaufwelle aus

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des mittlerweile fast viermonatigen Iran-Kriegs hat am Montag an den ostasiatischen Börsen und im australischen Sydney für Feierlaune gesorgt. Die Unterzeichnung des Abkommens ist für Freitag geplant, wie US-Präsident Donald Trump und pakistanische Unterhändler mitteilten. Dann soll auch die unter anderem für Öltransporte so wichtige Wasserstraße von Hormus wieder geöffnet werden. Anschließend wollen beide Seiten Gespräche über Irans Nuklearaktivitäten aufnehmen. Zwar könnten die USA laut Berichten ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen, falls kein Nuklearabkommen zustande kommt, dennoch schürte die Absichtserklärung die Erwartung einer sofortigen Deeskalation.

Die Ölpreise setzten mit der Aussicht auf ein Ende der Blockade der Straße von Hormus ihre jüngste Talfahrt noch einmal stark beschleunigt fort. Brent-Öl büßte zuletzt weitere knapp 5 Prozent auf 83,40 Dollar ein. Das ist das niedrigste Niveau seit Anfang März, kurz nach Beginn des Krieges. Vor Ausbruch der Angriffe hatte der Preis bei rund 70 Dollar gelegen.

An den Börsen explodierten die Indizes teilweise, in Seoul und in Tokio stiegen sie knapp unter ihre Rekordhochs. Der technologielastige Kospi in Seoul machte einen Satz um 5,2 Prozent, in Tokio ging es für den breiten Topix um 3,2 Prozent nach oben, auch wenn dort von der heimischen Notenbank am Dienstag eine Zinserhöhung erwartet wird. Zumindest bestand darüber vor dem nun gefundenen vorläufigen Friedensabkommen im Handel allgemein Einigkeit. Die japanische Notenbank hatte wiederholt signalisiert, dass sie eine Zinserhöhung in Erwägung zieht, insbesondere angesichts des steigenden Inflationsdrucks durch den Iran-Krieg.

In Hongkong und in Shanghai fielen die Zuwächse moderater aus, dort ging es um 0,4 (Späthandel) bzw. um 1,6 Prozent nach oben, in Sydney um 1,3 Prozent.

Die stark fallenden Ölpreise dürften weltweit für Entspannung bei den Inflationserwartungen sorgen. Von der US-Notenbank wird für ihr Treffen in dieser Woche zwar keine Zinserhöhung erwartet, allerdings schlägt sich die neueste Entwicklung bei den Zinserwartungen nieder. Für die September-Sitzung wird nun nur noch mit einer rund 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung eingepreist. Zuvor waren es knapp 35 Prozent. Die Bank of Japan und auch die australische Notenbank werden am Dienstag über die Zinssätze entscheiden. Anders als von der japanischen Notenbank wird von der australischen kein Zinsschritt erwartet, nachdem sie zuletzt bereits mehrfach die Zinsen erhöht hatte.

Zur guten Stimmung - insbesondere im Technologiesektor - trug auch das gelungene Börsendebüt von SpaceX am Freitag bei, das größte aller Zeiten. Die schon zur Emission als extrem hoch bewertet geltende Aktie des Raumfahrt- und KI-Konzerns beendete den ersten Handelstag mit einem Kursplus von rund 20 Prozent.

Unter den Einzelwerten machten in Tokio Softbank Group einen Satz um 11 Prozent, Advantest und Tokyo Electron um über 7 Prozent. In Seoul verteuerten sich SK Hynix um über 6 und Samsung Electronics um gut 4 Prozent.

In Sydney zogen Sigma Healthcare um 6,1 Prozent an. Das Unternehmen hat sein Interesse an einer Übernahme der britischen Drogerie- und Apothekenkette Boots zurückgezogen. Aussie Broadband verloren 5,4 Prozent mit der Ankündigung, dass das Jahresergebnis voraussichtlich in der Mitte der Prognosespanne liegen wird.

Für Woodside Energy ging es um 5,7 Prozent abwärts. Neben den deutlich fallenden Ölpreisen belastete hier die Mitteilung, dass das Unternehmen keine Gespräche über eine mögliche Übernahme durch Exxon Mobil führt. In Berichten hatte es in der Vorwoche geheißen, Exxon erwäge dies. Auch andernorts wurden Ölaktien verkauft. In Tokio gaben Inpex um 1,8 und in Hongkong CNOOC um 5,1 Prozent nach.

Zu den größeren Gewinnern gehörten mit der Aussicht auf niedrigere Kerosinpreise und ein Kriegsende im Nahen Osten Aktien von Fluggesellschaften und Reiseanbietern. Japan Airlines hoben um 7,5 Prozent ab, Cathay Pacific um 3,0, Qantas um 6,3 oder Korean Air Lines um 12,8 Prozent. Für Flight Centre ging es um 7,3 Prozent nordwärts, in Seoul für Hanatour Service um 4,9 Prozent.

INDEX            zuletzt +/- %     % YTD Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)    8.914,00  +1,3      +2,3      08:00 
Topix 500 (Tokio)     3.130,64  +3,1     +17,7      08:00 
Kospi (Seoul)       8.545,98  +5,2     +102,8      08:30 
Hang-Seng (Hongkong)   24.818,47  +0,4      -3,2      10:00 
Shanghai-Composite     4.096,47  +1,6      +3,2      09:00 
Straits-Times (Singapur)  5.082,67  +1,1      +9,4      11:00 
IDX Comp. (Indonesien)   6.338,14  +5,5     -26,7      10:00 
KLCI (Malaysia)      1.692,33  +0,5      +0,7      10:00 
 
 
DEVISEN           zuletzt +/- %     00:00    Fr, 09:26 % YTD 
EUR/USD           1,1604  +0,3     1,1568     1,1562  -1,2 
EUR/JPY           185,82  +0,3     185,32     185,42  +1,0 
EUR/GBP           0,8633  +0,1     0,8624     0,8630  -0,9 
USD/JPY           160,12  -0,1     160,21     160,34  +2,2 
USD/KRW          1.513,10  -0,3    1.517,76    1.521,32  +5,0 
USD/CNY           6,7582  -0,1     6,7626     6,7631  -3,4 
USD/CNH           6,7583  -0,1     6,7633     6,7635  -3,1 
USD/HKD           7,8354  +0,0     7,8349     7,8351  +0,7 
AUD/USD           0,7072  +0,4     0,7043     0,7025  +6,0 
NZD/USD           0,5848  +0,3     0,5833     0,5815  +1,6 
BTC/USD          65.679,68  +2,7   63.963,86    62.958,49 -25,1 
 
ROHOEL           zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex           80,64  -5,0     -4,24      84,88 
Brent/ICE           83,59  -4,3     -3,74      87,33 
 
Metalle           zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
Gold            4.306,19  +2,1     87,42    4.218,77 
Silber            70,10  +3,1      2,12      67,98 
Platin           1.760,88  +2,5     43,36    1.717,52 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 15, 2026 03:07 ET (07:07 GMT)

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