FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die lang ersehnte Einigung zwischen USA und Iran ist da, zumindest ein Rahmenabkommen. Der Ölpreis sinkt, die Börsen haussieren.
15. Juni 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Jubel an den weltweiten Finanzmärkten: Das Friedensabkommen zwischen Iran und den USA lässt die Aktienkurse steigen. Ein Kernpunkt: Die Straße von Hormus soll nach Unterzeichnung des Abkommens am Freitag dieser Woche wieder geöffnet werden. Dafür wollen die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufheben. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fällt deutlich auf 83 US-Dollar - der niedrigste Stand seit Anfang März.
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Live-Session am 15. Juni, 12 Uhr: Steigende Börsen im Dauerstrom schlechter Nachrichten - eine Bestandsaufnahme von Dr. Andreas Beck #307 Anmelden: live.deutsche-boerse.com/live
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In Asien reagierten die Börsen bereits mit kräftigen Gewinnen. Der DAX (DE0008469XXX) steht am Montagmorgen bei 25.054 Punkten nach 24.658 am Freitag zu Handelsschluss. Auch für den Stoxx Europe Europe 600 (EU0009658XXX) geht es nach oben. In den USA hatten S&P 500 und Nasdaq (US6311011XXX) am Freitag mit Gewinnen geschlossen, auch getrieben vom erfolgreichen Börsengang von SpaceX. Die Kurse blieben aber unter ihren Anfang Juni erreichten Allzeithochs.
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Mega-IPO von SpaceX
Der Börsengang des Raumfahrt- und Satellitenunternehmens SpaceX (US84615Q1031) am Freitag war ein großer Erfolg. Der erste Kurs lag bei 150 US-Dollar, schon ein deutlicher Aufschlag gegenüber dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Dann ging es weiter auf in der Spitze 176,52 US-Dollar. Zum Handelsschluss in den USA waren es knapp 161 US-Dollar. Damit ist SpaceX mit fast 2,1 Billionen US-Dollar bewertet und gehört zu den wertvollsten US-Unternehmen überhaupt. ---
"DAX bei 27.500 Punkten"
Birgit Henseler von der DZ Bank zeigt sich ohnehin zuversichtlich: "Die geopolitischen Spannungen bergen zwar das Potenzial für kurzfristige Rückschläge, beeinflussen aber nicht die mittelfristige Entwicklung", erklärt sie. Maßgeblich für den Aufwärtstrend sei der Gewinnzyklus, der vom Halbleitersektor getragen werde. So habe der globale Halbleiterumsatz im März rund 80 Prozent über dem Vorjahr gelegen. Das Gewinnwachstum werde dieses Jahr kräftig ausfallen. "Auch die europäischen Märkte profitieren, wenn auch auf anderem Weg", meint sie. Der DAX werde von Unternehmensgewinnen gestützt, die nach zwei schwachen Jahren wieder deutlich zulegen würden. Den größten Beitrag leiste die Industrie, solide Impulse kämen aus dem Finanz- und Technologiesektor. Die Bank erwartet für den S&P 500 8.500 Punkten per Jahresende, für den DAX 27.500 Zähler.
"Hohe Gewinnerwartungen deutlich übertroffen"
Martin Zurek von der Weber Bank blickt auf steigende Anleiherenditen und damit straffere Finanzierungsbedingungen. Zusätzlich rücke eine mögliche Verknappung der Marktliquidität in den Fokus. "Eine Vielzahl geplanter Börsengänge und Kapitalerhöhungen könnte dem Markt Kapital entziehen und die Kapitalkosten damit zusätzlich erhöhen", meint er. Allerdings seien in der jüngsten Berichtssaison die ohnehin hohen Gewinnerwartungen deutlich übertroffen wurden - insbesondere im KI-Segment. Zudem übersteige die Nachfrage nach KI- und Cloud-Diensten weiterhin die verfügbaren Kapazitäten. "Langfristig sehen wir hier weiterhin Potenzial und betrachten mögliche Rücksetzer als attraktive Einstiegsgelegenheiten."
"Kein WM-Bonus an den Aktienmärkten"
So mancher hofft, dass die Fußball-WM die Stimmung im Land und an den Börsen heben könnte. Martin Siegert von der LBBW hat genau das untersucht, also welchen Einfluss Deutschlands Abschneiden bei Fußball-WM auf den DAX hat. Die Bilanz ist eindeutig: "Die Auswertung der Fußball-Weltmeisterschaften seit 1962 zeigt keinen messbaren Zusammenhang zwischen sportlichem Erfolg und der Entwicklung des DAX", erklärt er. Während der 16 Turniere zwischen 1962 und 2022 habe der DAX im Durchschnitt 0,94 Prozent verloren. "In neun Weltmeisterschaften standen Kursverluste zu Buche, lediglich siebenmal wurden Gewinne erzielt", stellt Siegert fest. Auch deutsche Finalteilnahmen hätten nicht für Rückenwind gesorgt. Selbst die drei WM-Titel 1974, 1990 und 2014 seien im Mittel mit einer leicht negativen DAX-Performance von 0,37 Prozent einhergegangen. "Die Daten sprechen damit klar gegen einen nachhaltigen WM-Bonus an den Aktienmärkten."
Viele Notenbankenentscheidungen
Nach der Zinserhöhung der EZB vergangene Woche stehen diese Woche weitere wichtige Notenbankentscheidungen an, unter anderem in den USA, Japan, Großbritannien, Schweden, Norwegen und der Schweiz. "In Schweden und der Schweiz liegen die Inflationsraten trotz der gestiegenen Energiepreise in den Zielbereichen der Notenbanken", stellt die DekaBank fest. Daher sei bei den Zinsentscheiden nicht mit einer ?"nderung zu rechnen. In Norwegen sei der binnenwirtschaftliche Preisdruck dagegen erhöht. Für Großbritannien erwartet die Bank keine ?"nderung.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Montag, 15. Juni
15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion Mai. Nach dem Plus von 0,7 Prozent im April dürfte die Industrieproduktion im Mai um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat wachsen, erklärt die Commerzbank.
Dienstag, 16. Juni
Japan: Zinsentscheid der Bank of Japan. Nach Einschätzung der DekaBank wird die Bank of Japan nach einem halben Jahr Pause wieder eine Leitzinserhöhung beschließen, und zwar um 25 Basispunkte auf 1 Prozent.
4.00 Uhr. China: Einzelhandelsumsätze/Industrieproduktion Mai. Nach schwachen Aprildaten dürfte die Industrieproduktion im Mai wieder etwas stärker gewachsen sein, meint die DekaBank. Haupttreiber sei weiterhin der Exportsektor.
11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen Juni. Das sentix-Investorenvertrauen liefert eine leicht positive Indikation, wie die Helaba feststellt. Zwar sei die Lageeinschätzung nochmals gesunken, die Erwartungen hätten sich aber erholt, wenngleich der Index noch klar im negativen Bereich liege. Daher sollten die Erwartungen für den ZEW-Saldo der Konjunkturerwartungen nicht zu hochgesteckt werden.
Mittwoch, 17. Juni
14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze Mai. Die Zahlen zum US-Einzelhandelsumsatz im Mai werden nach Einschätzung der Commerzbank zeigen, dass die Verbraucher trotz des starken Benzinpreisanstiegs ihren Konsum nicht deutlich eingeschränkt haben.
20.00 Uhr. USA: Zinsentscheid der US-Notenbank. Die Commerzbank erwartet zwar etwas inflationskritischere Kommentare der US-Notenbank. Der "easing bias" für eine weitere Lockerung der Geldpolitik werde wohl aus dem Fed-Kommentar gestrichen werden. Die Bank prognostiziert jedoch für 2026 unveränderte Leitzinsen, da mit einer Entspannung der Situation am Persischen Golf die Ölpreise und damit auch die US-Inflation wohl wieder sinken würden.
Freitag, 19. Juni
US: Feiertag (Juneteenth): Märkte bleiben geschlossen
Großer Verfallstag von Optionen und Futures. An der Terminbörse Eurex laufen Futures- und Optionskontrakte auf den DAX sowie Futures und Optionen auf einzelne Aktien aus und verfallen damit. An diesem Tag kann es daher zu einem hohen Handelsvolumen und stark schwankenden Kursen der Wertpapiere kommen.
Von Anna-Maria Borse, 15. Juni 2026, Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)




