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Immobilienaktien sind nach den Friedensschluss im Nahen Osten gefragt, da die Anleiherenditen fallen. Vor allem die Hypoport-Aktie notiert jetzt aussichtsreich.
Neue Friedenshoffnungen schieben Aktien- und Anleihenmärkte an
Die Welt scheint einer Friedenslösung im Nahen Osten am vergangenen Wochenende ein gutes Stück näher gekommen zu sein. US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass sich die USA und Iran auf ein Rahmenabkommen geeinigt hätten, das am kommenden Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll. Die Kapitalmärkte reagieren am Montag erwartungsgemäß.
Nachdem Trump ein Ende der US-Blockade und die Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht gestellt hat, fallen die Ölpreise stark. Das wiederum senkt die Inflations- und Zinserwartungen und treibt neben Aktien auch Anleihen in die Höhe - eine gute Nachricht insbesondere auch für die Anlegerinnen und Anleger von Immobilienwerten, die in den vergangenen Wochen aufgrund stark gestiegener Marktzinsen und der Zinserhöhung der EZB das Nachsehen hatten.
Vor allem Immobilienwerte profitieren am Montag
Die Aktie von Vonovia legte am Montagmittag um rund 3 Prozent zu. Für Mitbewerber LEG sowie TAG Immobilien und Aroundtown ging es in ähnlicher Größenordnung nach oben. Damit zeichnet sich eine Erholung der Branche ab. Der Star nicht nur innerhalb der Immobilienbranche, sondern auch im Small-Cap-Index SDAX ist jedoch Hypoport mit einem Plus von rund 5 Prozent. Dem könnten jetzt weitere Kursgewinne folgen.

Hypoport: Nur noch ein Schatten des einstigen Aktienerfolges ...
Die Aktie des Immobilienfinanzierers und Plattformbetreibers handelt bereits seit einigen Jahren in einem hartnäckigen Abwärtstrend. Gegenüber ihren Allzeithochs jenseits der Marke von 600 Euro hat Hypoport zeitweise über 80 Prozent an Wert verloren. Das spiegelt die notorische Schwäche auf dem deutschen und europäischen Immobilien- und Immobilienfinanzierungsmarkt wider, nachdem die Zinsen seit dem Beginn des letzten Zinserhöhungszyklus im Zusammenhang mit der Geldmengenausweitung während der Corona-Pandemie sowie den Auswirkungen des Ukraine-Krieges gestiegen sind.
Auch in den vergangenen 12 Monaten hatte die Hypoport-Aktie Anlegerinnen und Anlegern außer anhaltende Kursverluste nur wenig zu bieten. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr belaufen sich die Abgaben auf knapp 55 Prozent. Allein seit dem Jahresauftakt steht ein Verlust von über einem Drittel zu Buche, nachdem die im Januar vorgelegten Quartalszahlen auf ganzer Linie enttäuscht hatten. Auf dem Höhepunkt des Iran-Krieges fiel das Papier dann auf den niedrigsten Stand seit September 2022, nachdem die Inflations- und Zinserwartungen ein Hoch erreicht hatten.
... doch die Aussichten verbessern sich zusehends!
Aus technischer Perspektive bedeuten solche Mehrjahrestiefs eigentlich starke Verkaufssignale. Das konnte sich bei Hypoport jedoch nicht durchsetzen, da die Aktie bereits überverkauft war und die beiden technischen Indikatoren RSI und MACD zu diesem Zeitpunkt bereits erste bullishe Divergenzen geliefert hatten, welche eine Erholung der Aktie unterstützten. Dadurch ist es in den vergangenen Wochen zwischen 70 und 75 Euro zu einer Bodenbildung gekommen.
Die wurde durch weitere Verbesserungen der technischen Indikatoren unterstützt, sodass zeitweise immer wieder auch die 50-Tage-Linie überwunden werden konnte. Das stellt ein erstes prozyklisches Kaufsignal dar, wenngleich dieses von der Aktie bislang nicht nachhaltig verteidigt werden konnte. Am Montag springt die Aktie erneut über die wichtige Durchschnittslinie. Dabei kommt es im Trendstärkeindikator MACD gleichzeitig zu einem Vorzeichenwechsel. Das bedeutet ebenfalls ein Kaufsignal und zeigt an, dass die Aktie einen neuen, kurzfristigen Aufwärtstrend etabliert.
Genau dieser könnte jetzt zu starken Kursgewinnen führen, da auch der RSI hohe technische Stärke anzeigt, während sich die Aktie bei 85 Euro einem Widerstand nähert, der angesichts der inzwischen verbesserten Dynamik keine allzu groß Hürde darstellen dürfte. Das Überwinden dieses Widerstands dürfte für einen Anstieg bis 105 Euro sorgen. Dadurch verfügt die Aktie aus dem Stand über ein Potenzial von 28 Prozent. Eine nachhaltige und dauerhafte Trendwende ist jedoch erst oberhalb der 200-Tage-Linie zu erwarten, wofür die Zinserwartungen und Anleiherenditen noch deutlicher zurückkommen müssten. Mit Blick zur Unterseite sind Long-Positionen so lange valide, wie die Hypoport nicht nachhaltig unter den jüngst gebildeten Boden fällt.
Fazit: Spannende Small-Cap-Chance mit moderater Bewertung
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht für 2026 ein KGVe von 20,8 zu Buche. Das ist in einem herausfordernden Umfeld zugegeben eine ganze Menge. Bewahrheiten sich jedoch die Prognosen der Analystinnen und Analysten für 2027, ist Hypoport mit einem KGVe von 11,5 attraktiv bewertet.
Die erwartete Cashflow-Rendite von knapp 6 Prozent für 2026 ist schon jetzt zufriedenstellend und wird es dem Unternehmen erlauben, nötigenfalls weitere Aktien zurückkaufen, und zwar ohne, dass eine Verschlechterung der mit einer Nettoverschuldung von nur rund 84 Millionen Euro sauberen Unternehmensbilanz in Kauf genommen werden muss.
Damit verfügt die Aktie des Immobilienfinanzierers jetzt sowohl aus technischer wie auch aus fundamentaler Perspektive über aussichtsreiche Chancen. Anlegerinnen und Anleger, welche sich über bekannte Aktien hinaus hohe Rendite-Chancen sichern möchten, können das bei Hypoport tun.
Gastautor: Max Gross

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