DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
ZEW-Index steigt im Juni stärker als erwartet
Die Stimmung von Finanzanalysten aus Banken, Versicherungen und großen Industrieunternehmen hat im Juni viel stärker aufgehellt als erwartet. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen stieg auf plus 10,5 Punkte von minus 10,2 Punkten im Vormonat, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg auf minus 8,0 Punkte gerechnet. Der Index zur Beurteilung der Konjunkturlage gab indessen nach, und zwar auf minus 81,0 Punkte nach minus 77,8 Zählern im Vormonat. Ökonomen hatten einen Anstieg auf minus 77,5 Punkte erwartet.
RWI senkt deutsche Wachstumsprognosen für 2026 und 2027
Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft nach unten korrigiert und erwartet für die Jahre 2026 und 2027 nun nur noch ein BIP-Wachstum von jeweils 0,8 Prozent, nachdem zuvor Zuwächse von 0,9 beziehungsweise 1,2 Prozent veranschlagt worden waren. Damit setzt sich die wirtschaftliche Erholung zwar fort, allerdings deutlich langsamer als zu Jahresbeginn gedacht, da die Folgen des Iran-Krieges den Konsum und die Investitionen spürbar belasten.
BOJ sieht Yen laut Vize-Gouverneur als entscheidenden Faktor für Geldpolitik
Die Yen-Abwertung beeinflusst zunehmend die Preisentwicklung und ist damit ein entscheidender Teil der geldpolitischen Entscheidungsfindung, wie der stellvertretende Gouverneur der Bank of Japan, Shinichi Uchida, am Dienstag sagte. "Obwohl der Wechselkurs selbst nicht unser politisches Ziel ist, erörtern wir ihn bei jeder Sitzung als einen wichtigen Faktor, der die Wirtschaft und die Preise beeinflusst", sagte Uchida auf einer Pressekonferenz nach der Ankündigung der Zinserhöhung durch die Bank.
BoJ dürfte bei weiteren Zinserhöhungen vorsichtig vorgehen
Die Bank of Japan (BoJ) dürfte bei weiteren Zinserhöhungen vorsichtig vorgehen, meint Ben Powell vom Blackrock Investment Institute, nachdem die Zentralbank die Zinsen auf den höchsten Stand seit 1995 angehoben hat. Im Inland sprächen ein solides Lohnwachstum, eine stabile Kerninflation und stark negative Realzinsen für eine Straffung. Im Ausland dämpften Hoffnungen auf eine Deeskalation im Nahen Osten die Gefahr eines anhaltenden Energieschocks, was dazu beitragen dürfte, die importierte Inflation einzudämmen. Dennoch bestehe weiterhin das Risiko, dass die Inflation das 2-Prozent-Ziel der BoJ übersteigt.
Deutsche Bank: BoJ-Entscheidung belastet JGB
Die geänderten Pläne der Bank of Japan (BoJ) zum Ankauf von Staatsanleihen belasten nach Aussage von Deutsche-Bank-Volkswirt Jim Reid trotz der Zinserhöhung und Ankündigung weiterer Zinsschritte die Staatsanleihen (JGB). Reid verweist in einem Kommentar darauf, dass die BoJ angekündigt habe, die schrittweise Reduzierung ihrer Staatsanleihekäufe auszusetzen. "Momentan kaufen sie also immer noch JGBs im Wert von 2,7 Billionen Yen pro Monat, und der Plan sieht vor, diese monatlichen Käufe in jedem Quartal bis zum ersten Quartal 2027 um 200 Milliarden Yen zu reduzieren. Ab April 2027 soll dieses Tempo dann jedoch bei rund 2 Billionen Yen stabil gehalten werden", erläutert Reid.
Reeves: Großbritannien will Staatsverschuldung senken
Die britische Regierung will die öffentliche Kreditaufnahme durch eine straffe Ausgabenkontrolle und die Förderung des Wirtschaftswachstums senken. Das sagte die britische Finanzministerin Rachel Reeves auf dem FT Global Bond Summit in London. "Wir werden weiterhin die Fiskalregeln einhalten und die Haushaltskonsolidierung in jedem Haushaltsjahr fortsetzen", sagte sie.
Geteilter Kongress bei US-Zwischenwahlen erwartet
Die meisten Investoren erwarten bei den anstehenden US-Zwischenwahlen einen geteilten Kongress mit einem von den Demokraten kontrollierten Repräsentantenhaus und einem republikanischen Senat, wie aus der globalen Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern vom Juni hervorgeht. Insgesamt 42 Prozent der Befragten erwarten dieses Szenario, wie die Umfrage zeigt. Derzeit halten die Republikaner die Mehrheiten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat. Die Erwartungen einer "blauen Welle" - einem von den Demokraten kontrollierten Repräsentantenhaus und Senat - sind laut der Umfrage von 36 Prozent vor zwei Monaten auf 22 Prozent gesunken.
DJG/DJN/apo
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June 16, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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