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MÄRKTE USA/Kleine Gewinne vor Zinsbeschluss der US-Notenbank

DJ MÄRKTE USA/Kleine Gewinne vor Zinsbeschluss der US-Notenbank

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Kleine Kursgewinne der Indizes begleiten am Mittwochmittag an der Wall Street das Warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Spannung herrscht insbesondere im Hinblick auf die Aussagen zum weiteren geldpolitischen Vorgehen unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh, denn eine Bestätigung der Leitzinsen gilt als ziemlich sicher. Ein bewusstes Herunterspielen oder gar das Ausbleiben eigener geldpolitischer Projektionen könnte zum neuen Stil der Fed unter Warsh gehören.

Die Anleger müssten sich dann entsprechend an einen neuen Kommunikationsstil gewöhnen, was eine Anpassungsphase bedeute, heißt es. Im Handel ist auch von einer Zeitenwende die Rede, denn unter Warsh dürfte die Fed künftig auf den gewohnten Zinsausblick (Forward Guidance) verzichten und stattdessen eine maximale Freiheit von Sitzung zu Sitzung anstreben.

Der Dow-Jones-Index liegt zur Mittagszeit 0,4 Prozent höher, praktisch auf Rekordhoch. Der S&P-500 tendiert gut behauptet. Die Nasdaq-Indizes, die am Vortag deutlicher nachgegeben hatten, zeigen sich bis zu 0,5 Prozent fester. Dass die SpaceX-Aktie bereits in den Nasdaq-Composite aufgenommen wurde, aber noch nicht in den Nasdaq-100-Index, hatte am Vortag den Nasdaq-100 ins Hintertreffen gebracht. Nun holt er wieder auf, weil SpaceX leicht nachgibt.

Die Renditen am Anleihemarkt bewegen sich kaum. Die Zehnjahresrendite liegt wie am Vortag bei 4,43 Prozent. Der Dollar tendiert gut behauptet, der Euro wird mit 1,1592 Dollar bewertet.

Für Zuversicht am Aktienmarkt sorgen durchgesickerte Details des US-iranischen Friedensabkommens, das am Freitag unterzeichnet werden soll. Sie stärken die Hoffnung, dass die beiden Kriegsparteien tatsächlich eine Einigung zur Beendigung des Iran-Krieges gefunden haben. Laut dem Wall Street Journal wollen die USA dem Iran im Rahmen des Abkommens erlauben, unmittelbar mit dem Verkauf von Öl und Treibstoff zu beginnen. Laut anderen Berichten könnte dem Iran Zugriff auf eingefrorene Vermögenswerte zugebilligt werden. Im Gegenzug soll das Mullah-Regime die Blockade der Straße von Hormus beenden und sich verpflichten, dauerhaft auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten.

Die Rohölpreise stabilisieren sich etwas, nachdem sie an den Vortagen massiv gefallen waren. Analyst Neil Crosby von Sparta Commodities sieht weiteres Abwärtspotenzial, sollten die USA und der Iran am Freitag das Abkommen beschließen. "Brent dürfte um weitere 5 bis 10 US-Dollar pro Barrel fallen", mutmaßt der Experte. Und die Internationale Energieagentur (IEA) glaubt, dass der Golf-Schock den Ölverbrauch stark senken dürfte, bis sich die Ströme durch die Straße von Hormus allmählich normalisieren. Dies könne die Voraussetzung für einen Angebotsanstieg schaffen, der das Nachfragewachstum übertreffe.

Der Goldpreis steigt nach dem jüngsten Anstieg in Reaktion auf nachlassende Inflationssorgen um weitere 0,8 Prozent auf 4.365 Dollar. Die DWS sieht erhebliches Aufwärtspotenzial. Erwartete Zinssenkungen in den USA, ein wahrscheinlich schwächerer Dollar und eine anhaltend starke Nachfrage der Zentralbanken dürften den Goldpreis nach oben treiben. Bis Juni 2027 prognostizieren die Experten einen Preis von 5.400 Dollar.

Konjunkturseitig ist das Umsatzwachstum des US-Einzelhandels im Mai stärker als erwartet ausgefallen, was aber kaum Impulse setzt, auch nicht bei Einzelhandelsaktien.

SpaceX zeigen sich nach den fulminanten ersten drei Handelstagen erstmals mit Einbußen. Die Aktie verbilligt sich um 3 Prozent auf gut 195 Dollar. Zum Vergleich: Die Aktie war zu 135 Dollar ausgegeben worden. Nun dürften einige Akteure Gewinne mitnehmen, so Marktbeobachter.

Nach dem zweitschlechtesten Tag des Jahres für den PHLX-Halbleiterindex am Dienstag erholen sich einige Sektortitel. AMD steigen um 3,0, Arm um 6,9, Broadcom um 5,5 oder Intel um 4,1 Prozent.

La-Z-Boy schießen um 18,9 Prozent nach oben. Der Polstermöbelhersteller verbuchte höhere Gewinne und übertraf die Erwartungen.

Der Umsatz von CarMax ist im ersten Quartal gestiegen, der Gebrauchtwagenhändler sieht seine Turnaround-Strategie auf dem richtigen Weg. Im Handel herrscht dennoch Skepsis, nachdem die Aktie im vergangenen Jahr fast ein Viertel ihres Wertes verloren hat, weil CarMax mit stagnierenden Verkaufszahlen und zunehmender Konkurrenz konfrontiert war. Die Aktie verbilligt sich um 7,6 Prozent.

INDEX       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA      52.225,11  +0,4  +225,44    51.999,67 
S&P-500     7.520,04  +0,1   +8,69    7.511,35 
NASDAQ Comp   26.418,66  +0,2   +42,32    26.376,34 
NASDAQ 100   30.132,46  +0,5  +164,33    29.968,13 
 
 
US-Treasuries   Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       4,06 +0,02    4,09      4,04 
5 Jahre       4,16 +0,01    4,19      4,15 
10 Jahre       4,43 -0,00    4,45      4,43 
 
 
DEVISEN      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag    Di, 22:13 
EUR/USD      1,1592  -0,1  -0,0015     1,1607      1,1606 
EUR/JPY      185,72  -0,3  -0,5200     186,24     186,2600 
EUR/CHF      0,9193  -0,2  -0,0014     0,9207      0,9207 
EUR/GBP      0,8653  +0,1   0,0010     0,8643      0,8645 
USD/JPY      160,19  -0,2  -0,2600     160,45     160,4600 
GBP/USD      1,3393  -0,3  -0,0033     1,3426      1,3422 
USD/CNY      6,7577  +0,0   0,0015     6,7562      6,7562 
USD/CNH      6,7594  +0,1   0,0033     6,7561      6,7573 
AUS/USD       0,707  +0,1   0,0004     0,7066      0,7063 
Bitcoin/USD   65.869,37  +0,1   88,74    65.780,63    65.677,97 
 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex      76,74  +0,9    0,69      76,05 
Brent/ICE      79,53  +0,7    0,57      78,96 
 
 
Metalle      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold       4.365,00  +0,8   34,87    4.330,13 
Silber       70,71  +0,8    0,54      70,17 
Platin      1.791,68  -0,7   -12,46    1.804,14 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 17, 2026 12:56 ET (16:56 GMT)

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