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MÄRKTE USA/Schwächer - Falkenhaftere Notenbank macht Anfangsgewinne zunichte

DJ MÄRKTE USA/Schwächer - Falkenhaftere Notenbank macht Anfangsgewinne zunichte

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die Zinsprojektionen der US-Notenbank haben am Mittwoch an den US-Börsen für einen Richtungswechsel gesorgt, weil eine Zinserhöhung im späteren Jahresverlauf etwas wahrscheinlicher geworden ist. Der sogenannte Dot-Plot fiel falkenhafter aus als noch bei der Sitzung im März. Von 18 Notenbankern halten nun neun mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr für angemessen, im März war noch keiner dieser Ansicht. Acht Vertreter erwarten dagegen unveränderte Zinsen, einer rechnet mit einer Zinssenkung.

Am Zinsterminmarkt, wo für den Septembertermin zuletzt mit gut 25-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung eingepreist wurde, stieg dieser Wert auf rund 65 Prozent. Dass die Fed aktuell die Leitzinsen unverändert ließ, war so allgemein erwartet worden.

Wie erwartet gab es unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh keinen geldpolitischen Ausblick (Forward Guidance), also keine Andeutung hinsichtlich des nächsten Schrittes. Die Anleger müssen sich entsprechend an einen neuen Kommunikationsstil gewöhnen, was eine Anpassungsphase bedeute, hatte es schon vor dem Treffen geheißen. Im Handel ist von einer Zeitenwende die Rede. Warsh strebe mit dem Verzicht eine maximale Entscheidungsfreiheit von Sitzung zu Sitzung an.

Während am Anleihemarkt als Reaktion die Renditen stiegen - im Zehnjahresbereich um 7 Basispunkte auf 4,50 Prozent - zog der Dollar kräftig an. Der Euro rutschte von Ständen um 1,1590 auf zuletzt 1,1494 Dollar ab, den niedrigsten Stand seit Ende März.

Der Goldpreis, der zuvor noch gestiegen war, büßte über den Tag 86 Dollar auf 4.245 ein. Zum einen verliert das Edelmetall bei höheren Zinsen an Attraktivität als Anlage, zum anderen wird es durch den steigenden Dollar für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer.

Der Dow-Jones-Index schloss 1,0 Prozent tiefer bei 51.493 Punkten. Der S&P-500 gab um 1,2 Prozent nach. Die Nasdaq-Indizes fielen um bis zu 1,3 Prozent. Dass die SpaceX-Aktie bereits in den Nasdaq-Composite aufgenommen wurde, aber noch nicht in den Nasdaq-100-Index, hatte am Vortag den Nasdaq-100 ins Hintertreffen gebracht. Nun holte er wieder etwas auf, weil SpaceX nachgaben.

Nach ersten Zählungen gab es an der Nyse 739 (Mittwoch: 1.435) Kursgewinner und 2.029 (1.339) Kursverlierer. Unverändert schlossen 56 (70) Titel.

Die anfangs noch für Zuversicht und steigende Kurse sorgenden durchgesickerte Details des US-iranischen Friedensabkommens, das am Freitag unterzeichnet werden soll, verloren mit den Fed-Verlautbarungen ihre Wirkung. Laut dem Wall Street Journal wollen die USA unter anderem dem Iran im Rahmen des Abkommens erlauben, unmittelbar mit dem Verkauf von Öl und Treibstoff zu beginnen. Im Gegenzug solle das Mullah-Regime die Blockade der Straße von Hormus beenden und sich verpflichten, dauerhaft auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten.

Die Rohölpreise stabilisierten sich, nachdem sie an den Vortagen massiv gefallen waren. Analyst Neil Crosby von Sparta Commodities sieht dennoch weiteres Abwärtspotenzial, sollte das Abkommen beschlossen werden. "Brent dürfte um weitere 5 bis 10 US-Dollar pro Barrel fallen", mutmaßte der Experte. Und die Internationale Energieagentur (IEA) glaubt, dass der Golf-Schock den Ölverbrauch stark senken dürfte, bis sich die Ströme durch die Straße von Hormus allmählich normalisieren. Dies könne die Voraussetzung für einen Angebotsanstieg schaffen, der das Nachfragewachstum übertreffe.

SpaceX zeigten sich nach den fulminanten ersten drei Handelstagen erstmals mit Einbußen. Die Aktie verbilligte sich um 4,9 Prozent auf knapp 192 Dollar. Zum Vergleich: Die Aktie war zu 135 Dollar ausgegeben worden. Nun dürften einige Akteure Gewinne mitgenommen haben, so Marktbeobachter.

Nach dem sehr schwachen Vortag kam es bei Halbleiteraktien zu einer Erholung: AMD stiegen um 1,0, Arm um 5,7, Broadcom um 4,3 oder Intel um 3,5 Prozent.

La-Z-Boy schnellten um 14,8 Prozent nach oben. Der Polstermöbelhersteller hatte höhere Gewinne berichtet, dien zudem die Erwartungen übertrafen. CarMax rutschen um 9,0 Prozent ab. Der Gebrauchtwagenhändler kurbelte im jüngsten Quartal zwar den Absatz an, dies ging jedoch zu Lasten des Gewinns.

INDEX      zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA      51.492,55  -1,0     -507,12    51.999,67 
S&P-500     7.420,08  -1,2     -91,27    7.511,35 
NASDAQ Comp  26.021,66  -1,3     -354,69    26.376,34 
NASDAQ 100   29.670,95  -1,0     -297,18    29.968,13 
 
 
US-Treasuries  Rendite  +/-    Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       4,21 +0,17      4,22      4,04 
5 Jahre       4,28 +0,13      4,28      4,15 
10 Jahre      4,50 +0,07      4,50      4,43 
 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag    Di, 22:13 
EUR/USD      1,1486  -1,0     -0,0121     1,1607      1,1606 
EUR/JPY      184,66  -0,9     -1,5800     186,24     186,2600 
EUR/CHF      0,9198  -0,1     -0,0009     0,9207      0,9207 
EUR/GBP      0,865  +0,1     0,0007     0,8643      0,8645 
USD/JPY      160,72  +0,2     0,2700     160,45     160,4600 
GBP/USD      1,3278  -1,1     -0,0148     1,3426      1,3422 
USD/CNY      6,7577  +0,0     0,0015     6,7562      6,7562 
USD/CNH      6,778  +0,3     0,0219     6,7561      6,7573 
AUS/USD      0,7005  -0,9     -0,0061     0,7066      0,7063 
Bitcoin/USD  64.338,33  -2,2    -1.442,30    65.780,63    65.677,97 
 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     76,02  -0,0      -0,03      76,05 
Brent/ICE       79  +0,1      0,04      78,96 
 
 
Metalle     zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.240,21  -2,1     -89,92    4.330,13 
Silber       67,26  -4,2      -2,91      70,17 
Platin     1.729,78  -4,1     -74,36    1.804,14 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 17, 2026 16:07 ET (20:07 GMT)

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