DJ SENTIMENT/Bären-Laune geht deutlich zurück
Deutlich gesunken ist die bearishe Stimmung an der Wall Street. Wie die aktuelle Umfrage des US-Anlegerverbandes AAII zeigt, reduzierte sich das Bären-Lager in der abgelaufenen Woche auf 39,4 Prozent und nähert sich damit dem historischen Mittelwert an. In der Vorwoche waren US-Anleger noch extrem negativ eingestellt mit 47,7 Prozent Bären. Umgekehrt legte daher das Bullen-Lager deutlich zu auf 36,6 Prozent nach zuvor nur 30,4 Prozent.
Grund für die Stimmungsverbesserung dürfte vor allem die Entspannung im Iran-US-Krieg und der gelungene Börsenstart von SpaceX gewesen sein, der wegen seines historischen Umfangs zuvor noch Sorgenfalten erzeugt hatte. Der Stimmungsumschwung fand dabei direkt von Bären zu Bullen statt: Das Lager der Neutralen erhöhte sich nur geringfügig auf 24,1 nach zuvor 22,0 Prozent.
Genügend Bären für Aufwärtsbewegung im DAX
Für die Eurozone gilt dagegen, dass sie weiter wenig beliebt ist, stellt Sentiment-Experte Joachim Goldberg im Rahmen seiner Umfrage für die Börse Frankfurt fest. Etliche Profis hätten Kasse gemacht und den Markt verlassen, Private seien dagegen eingestiegen. Das zwischenzeitliche Verlaufshoch im DAX hätten rund 8 Prozent der Profi-Anleger zum Verkauf genutzt. Dies dürften Gewinnmitnahmen gewesen sein, denn die Untergewichtung deutscher Bluechips sei international zu beobachten.
Goldberg schätzt, dass etwa 10 Prozent der Befragten aktiv die Handelsspanne im DAX handeln würden. Dennoch traue sich diesmal bemerkenswerterweise niemand auf die Short-Seite, betont er. Der Sentiment-Index der Profis fällt um 8 Punkte auf -19 Punkte. Ganz anders sieht es bei den Privaten Anlegern aus, von denen 12 Prozent in Aktien einsteigen, mehrheitlich von der Short-Seite her, was die Stimmung auf ein deutliches Plus von +24 Punkten hebt.
Unter dem Strich hält der Verhaltensökonom das Bären-Lager der institutionellen Investoren mit 43 Prozent für so gut gefüllt, dass es im Falle eines Rückschlags für stützende Nachfrage spätestens um 24.000 DAX-Zähler sorgen dürfte. Nach oben hin sei der DAX dagegen kaum gedeckt, so dass sich eine Verbesserung der Sentiment-technischen Situation ergibt.
DJG/mod/cln
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June 18, 2026 05:36 ET (09:36 GMT)
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