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Ein Umsatzplus von 22 Prozent, eine Bruttomarge, die sich binnen eines Jahres um 42 Prozent verbessert hat, und ein Cashverbrauch, der sich halbiert hat. Plug Power liefert Zahlen, die man dem Wasserstoff-Pionier vor einem Jahr kaum zugetraut hätte. Nach der starken Rally der letzten Monate verschnauft die Aktie nun etwas. Doch genau diese Pause könnte die Basis für den nächsten Anstieg legen. Wir schauen uns an, warum der Konzern operativ plötzlich "überzeugt" und wohin der Kurs jetzt gehen könnte.
Der Turnaround nimmt Fahrt auf
Bei Plug Power tut sich was, denn im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz um 22 Prozent und die Bruttomarge machte einen Sprung nach vorn von -55 Prozent auf "nur noch" -13 Prozent. Das ist dem Sparprogramm "Project Quantum Leap" geschuldet, denn Standorte wurden zusammengelegt, Abläufe gestrafft, Preise angepasst. Der Lohn bzw. das Ergebnis ist ein um die Hälfte gesunkener Cashverbrauch. Auch das Elektrolyseur-Geschäft läuft gut. Der Umsatz stieg hier sogar um 345 Prozent. Die Projektpipeline in diesem Bereich ist inzwischen über 8 Milliarden US-Dollar groß, darunter ein Großauftrag in Großbritannien und ein Vertrag mit Hy2gen Canada. Parallel sichert sich Plug Power frisches Geld, ohne neue Aktien ausgeben zu müssen, nämlich durch den Verkauf von Steuergutschriften. Zuletzt kamen so rund 39 Millionen US-Dollar herein. Das große Ziel bleibt ein positives EBITDA im vierten Quartal 2026. Schafft das Management das, wäre das ein echter Vertrauensbeweis nach Jahren verschobener Versprechen und auch wenn das politische Umfeld in den USA mit auslaufenden Steuervorteilen schwieriger wird, bleibt die Nachfrage nach grünem Wasserstoff intakt. Der Markt soll bis 2035 auf rund 380 Milliarden US-Dollar wachsen.

Charttechnik
Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Monate gönnt sich die Aktie gerade eine Verschnaufpause und ist in eine kräftige Konsolidierung eingetreten. Das ist nach so einer Rally, wie zuletzt, aber völlig normal und sogar gesund für den Chart und den Kurs. Die Korrektur könnte sich im Bereich von 2,10 bis 2,20 Euro fangen, denn genau dort verläuft auch der 200er SMA. Käme es zu diesem Rücksetzer, wäre der vorherige Anstieg ordentlich abgearbeitet und eine gute Grundlage gebildet, für einen neuen Anstieg. Gelingt die Stabilisierung in dieser Zone, eröffnet sich Potenzial für einen erneuten Run in Richtung 3,50 bis 4,00 Euro. Die Marke von 2,10 Euro sollte aber genau im Blick bleiben, denn sie entscheidet, ob die Konsolidierung sauber verläuft oder ob doch mehr Druck im Markt steckt und vielleicht nochmal die 2 Euro getestet werden.
Was tun?
Operativ hat Plug Power zuletzt überzeugt mit weniger Cashverbrauch, besseren Margen, einem wachsenden Auftragsbuch im Elektrolyseur-Geschäft. Der Ablaufplan zur Profitabilität wirkt erstmals greifbar auch wenn das Unternehmen in der Vergangenheit öfter Zeitpläne verschoben hat. Diese Erfahrung sollten Anleger nicht ganz aus dem Auge verlieren und ausblenden. Charttechnisch befindet sich die Aktie in einer gesunden Verschnaufpause nach dem starkem Anstieg. Hält die Zone um 2,10 bis 2,20 Euro, eröffnet sich Potenzial bis 3,50 oder sogar 4,00 Euro. Wer von der operativen Wende überzeugt ist, kann die aktuelle Schwächephase als Gelegenheit zum Einstieg nutzen. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet lieber ab, ob sich der Kurs im Bereich des 200er SMA tatsächlich stabilisiert, bevor er zugreift. Stopp nicht vergessen!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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