Nürnberg (ots) -
Der neue Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Alexander Bull über den Deutschen Studienpreis Projektmanagement, gute Abschlussarbeiten und die Rolle von Künstlicher Intelligenz.
Mit dem Deutschen Studienpreis Projektmanagement (DSPM) zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. herausragende Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten aus, die zur Weiterentwicklung des Projektmanagements beitragen.
Ab sofort sind Bewerbungen für den Deutschen Studienpreis Projektmanagement (DSPM) des Jahres 2026 möglich. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier: www.gpm-ipma.de/dspm2026-preview.
Die Jury freut sich auf viele herausragende Abschlussarbeiten in den Kategorien Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation. Auf die Gewinnerinnen und Gewinner warten attraktive Vorteile, darunter ein Preisgeld von 1.000 Euro. Bewerbungen sind noch bis zum 7. September 2026 möglich.
Zum Auftakt des diesjährigen Bewerbungszeitraums haben wir mit dem neuen Juryvorsitzenden Prof. Dr. Alexander Bull darüber gesprochen, worauf es bei einer erfolgreichen Einreichung ankommt, welche Fehler Studierende vermeiden sollten und warum Begeisterung für das eigene Thema oft wichtiger ist als ein vermeintlich trendiges Forschungsfeld.
Herr Professor Bull, Sie übernehmen in diesem Jahr erstmals den Vorsitz der Jury des Deutschen Studienpreises Projektmanagement. Was hat Sie daran gereizt?
Ich finde es etwas Besonderes, wenn herausragende Leistungen gewürdigt werden. Gerade die Unterteilung in Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten macht den Preis sehr attraktiv. Für die Einreichenden kann er ein wichtiger Baustein für die weitere berufliche Entwicklung sein. Gleichzeitig bietet er auch uns als Jury die Möglichkeit, spannende Einblicke in aktuelle Forschungsfragen und neue Perspektiven im Projektmanagement zu gewinnen.
Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Projektmanagement in unterschiedlichen Rollen. Worauf achten Sie persönlich, wenn Sie eine Abschlussarbeit bewerten?
Für mich ist die Kombination entscheidend. Eine gute Arbeit sollte wissenschaftlich fundiert sein und gleichzeitig einen erkennbaren Praxisbezug aufweisen. Die methodische Vorgehensweise muss sauber sein. Erst das Zusammenspiel aus fundierter Wissenschaft und praktischer Relevanz schafft echten Nutzen.
Was bedeutet das konkret?
Es braucht zunächst eine klare Problemstellung und eine nachvollziehbare Zielsetzung. Darauf aufbauend sollte sich ein roter Faden durch die gesamte Arbeit ziehen. Die Forschungsfrage, die gewählte Methodik und die Schlussfolgerungen müssen stimmig miteinander verbunden sein. Wenn diese Schlüssigkeit fehlt, wird es schwierig.
Gibt es typische Fehler, die Ihnen immer wieder begegnen?
Viele Herausforderungen sind nicht spezifisch für das Projektmanagement. Oft sind die Problemstellung oder die Zielsetzung nicht präzise genug formuliert. Manchmal fehlt die konsequente Verbindung zwischen Theorie, Methodik und Ergebnissen. Eine gute wissenschaftliche Arbeit zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie stringent aufgebaut ist und ihre Argumentation nachvollziehbar entwickelt.
Wie wichtig ist Innovation? Muss eine Arbeit zwingend etwas völlig Neues hervorbringen, um eine Chance auf den Studienpreis zu haben?
Nein. Niemand muss das Rad neu erfinden. Natürlich sind innovative Ansätze, neue Perspektiven oder kreative Übertragungen auf andere Kontexte interessant. Eine reine Literaturarbeit kann wissenschaftlich durchaus wertvoll sein. Für einen Wettbewerb wie den Deutschen Studienpreis Projektmanagement sollte jedoch erkennbar werden, welchen zusätzlichen Beitrag die Arbeit leistet und welchen Mehrwert sie schafft.
Welche Themen sind derzeit besonders gefragt? Spielt Künstliche Intelligenz eine große Rolle?
KI ist ohne Frage ein wichtiges Thema und wird auch zunehmend in Abschlussarbeiten behandelt. Das ist nachvollziehbar, weil sich hier aktuell viele spannende Fragestellungen ergeben. Dennoch ist KI kein Selbstläufer. Eine Arbeit gewinnt nicht automatisch an Qualität, nur weil "KI" im Titel steht. Entscheidend bleibt die wissenschaftliche Ausarbeitung und die praktische Relevanz.
Gibt es Themen, die Sie persönlich gerne häufiger sehen würden?
Ich würde ungern bestimmte Themen vorgeben. Aus meiner Sicht ist es viel wichtiger, dass Studierende ein Thema wählen, für das sie sich wirklich begeistern können. Wer sich intensiv und mit echtem Interesse mit einer Fragestellung auseinandersetzt, entwickelt häufig die überzeugenderen Arbeiten. Forschung lebt von Neugier und Engagement.
Ein Thema, das viele Hochschulen beschäftigt, ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?
Zunächst einmal: KI ist nicht grundsätzlich verboten. Die jeweiligen Vorgaben der Hochschulen sind selbstverständlich einzuhalten. Problematisch wird es, wenn Teile einer Arbeit nicht eigenständig erarbeitet werden.
Lässt sich das tatsächlich erkennen?
In vielen Fällen schon. Häufig zeigen sich stilistische Brüche oder eine sprachliche Glätte, die nicht zum übrigen Text passt. Gerade erfahrene Gutachterinnen und Gutachter entwickeln mit der Zeit ein Gespür dafür. Deshalb würde ich davor warnen, sich auf KI-generierte Inhalte zu verlassen. Wissenschaftliche Arbeiten leben von der eigenen Auseinandersetzung mit einem Thema.
Was würden Sie Studierenden mit auf den Weg geben, die über eine Bewerbung für den Deutschen Studienpreis Projektmanagement nachdenken?
Ich möchte ausdrücklich dazu ermutigen, sich zu bewerben. Wer eine gute Abschlussarbeit mit Bezug zum Projektmanagement geschrieben hat, sollte diese Chance nutzen. Entscheidend ist nicht das spektakulärste Thema, sondern wissenschaftliche Sorgfalt, ein klarer Aufbau, Praxisnutzen und echtes Interesse am Thema. Wenn diese Faktoren zusammenkommen, kann jede Arbeit überzeugen.
Herr Bull, vielen Dank für das Gespräch.
Zur Person: Prof. Dr. Alexander Bull ist Wirtschaftswissenschaftler, Hochschullehrer und Projektmanagement-Praktiker mit den fachlichen Schwerpunkten Projektmanagement, Unternehmensführung, Controlling und Organisationsentwicklung. Er bewegt sich seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Unternehmenspraxis. Seit dem Wintersemester 2021/2022 war Bull Professor an der IU Internationale Hochschule und ist seit April 2026 als Professor für Projektmanagement und Organisationsentwicklung an der DGUV Hochschule tätig. Alexander Bull ist zudem seit Jahren in der Projektmanagement-Community aktiv und engagiert sich in der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V., unter anderem als Angehöriger des Forschungsbeirates und Delegierter für Hessen. Zudem ist er Mitglied der International Project Management Association.
Pressekontakt:
Sebastian Wieschowski
GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.
E-Mail: s.wieschowski@gpm-ipma.de
Internet: https://www.gpm-ipma.de
Blog: https:// www.gpm-blog.de
Original-Content von: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/118675/6297390
Der neue Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Alexander Bull über den Deutschen Studienpreis Projektmanagement, gute Abschlussarbeiten und die Rolle von Künstlicher Intelligenz.
Mit dem Deutschen Studienpreis Projektmanagement (DSPM) zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. herausragende Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten aus, die zur Weiterentwicklung des Projektmanagements beitragen.
Ab sofort sind Bewerbungen für den Deutschen Studienpreis Projektmanagement (DSPM) des Jahres 2026 möglich. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier: www.gpm-ipma.de/dspm2026-preview.
Die Jury freut sich auf viele herausragende Abschlussarbeiten in den Kategorien Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation. Auf die Gewinnerinnen und Gewinner warten attraktive Vorteile, darunter ein Preisgeld von 1.000 Euro. Bewerbungen sind noch bis zum 7. September 2026 möglich.
Zum Auftakt des diesjährigen Bewerbungszeitraums haben wir mit dem neuen Juryvorsitzenden Prof. Dr. Alexander Bull darüber gesprochen, worauf es bei einer erfolgreichen Einreichung ankommt, welche Fehler Studierende vermeiden sollten und warum Begeisterung für das eigene Thema oft wichtiger ist als ein vermeintlich trendiges Forschungsfeld.
Herr Professor Bull, Sie übernehmen in diesem Jahr erstmals den Vorsitz der Jury des Deutschen Studienpreises Projektmanagement. Was hat Sie daran gereizt?
Ich finde es etwas Besonderes, wenn herausragende Leistungen gewürdigt werden. Gerade die Unterteilung in Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten macht den Preis sehr attraktiv. Für die Einreichenden kann er ein wichtiger Baustein für die weitere berufliche Entwicklung sein. Gleichzeitig bietet er auch uns als Jury die Möglichkeit, spannende Einblicke in aktuelle Forschungsfragen und neue Perspektiven im Projektmanagement zu gewinnen.
Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Projektmanagement in unterschiedlichen Rollen. Worauf achten Sie persönlich, wenn Sie eine Abschlussarbeit bewerten?
Für mich ist die Kombination entscheidend. Eine gute Arbeit sollte wissenschaftlich fundiert sein und gleichzeitig einen erkennbaren Praxisbezug aufweisen. Die methodische Vorgehensweise muss sauber sein. Erst das Zusammenspiel aus fundierter Wissenschaft und praktischer Relevanz schafft echten Nutzen.
Was bedeutet das konkret?
Es braucht zunächst eine klare Problemstellung und eine nachvollziehbare Zielsetzung. Darauf aufbauend sollte sich ein roter Faden durch die gesamte Arbeit ziehen. Die Forschungsfrage, die gewählte Methodik und die Schlussfolgerungen müssen stimmig miteinander verbunden sein. Wenn diese Schlüssigkeit fehlt, wird es schwierig.
Gibt es typische Fehler, die Ihnen immer wieder begegnen?
Viele Herausforderungen sind nicht spezifisch für das Projektmanagement. Oft sind die Problemstellung oder die Zielsetzung nicht präzise genug formuliert. Manchmal fehlt die konsequente Verbindung zwischen Theorie, Methodik und Ergebnissen. Eine gute wissenschaftliche Arbeit zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie stringent aufgebaut ist und ihre Argumentation nachvollziehbar entwickelt.
Wie wichtig ist Innovation? Muss eine Arbeit zwingend etwas völlig Neues hervorbringen, um eine Chance auf den Studienpreis zu haben?
Nein. Niemand muss das Rad neu erfinden. Natürlich sind innovative Ansätze, neue Perspektiven oder kreative Übertragungen auf andere Kontexte interessant. Eine reine Literaturarbeit kann wissenschaftlich durchaus wertvoll sein. Für einen Wettbewerb wie den Deutschen Studienpreis Projektmanagement sollte jedoch erkennbar werden, welchen zusätzlichen Beitrag die Arbeit leistet und welchen Mehrwert sie schafft.
Welche Themen sind derzeit besonders gefragt? Spielt Künstliche Intelligenz eine große Rolle?
KI ist ohne Frage ein wichtiges Thema und wird auch zunehmend in Abschlussarbeiten behandelt. Das ist nachvollziehbar, weil sich hier aktuell viele spannende Fragestellungen ergeben. Dennoch ist KI kein Selbstläufer. Eine Arbeit gewinnt nicht automatisch an Qualität, nur weil "KI" im Titel steht. Entscheidend bleibt die wissenschaftliche Ausarbeitung und die praktische Relevanz.
Gibt es Themen, die Sie persönlich gerne häufiger sehen würden?
Ich würde ungern bestimmte Themen vorgeben. Aus meiner Sicht ist es viel wichtiger, dass Studierende ein Thema wählen, für das sie sich wirklich begeistern können. Wer sich intensiv und mit echtem Interesse mit einer Fragestellung auseinandersetzt, entwickelt häufig die überzeugenderen Arbeiten. Forschung lebt von Neugier und Engagement.
Ein Thema, das viele Hochschulen beschäftigt, ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?
Zunächst einmal: KI ist nicht grundsätzlich verboten. Die jeweiligen Vorgaben der Hochschulen sind selbstverständlich einzuhalten. Problematisch wird es, wenn Teile einer Arbeit nicht eigenständig erarbeitet werden.
Lässt sich das tatsächlich erkennen?
In vielen Fällen schon. Häufig zeigen sich stilistische Brüche oder eine sprachliche Glätte, die nicht zum übrigen Text passt. Gerade erfahrene Gutachterinnen und Gutachter entwickeln mit der Zeit ein Gespür dafür. Deshalb würde ich davor warnen, sich auf KI-generierte Inhalte zu verlassen. Wissenschaftliche Arbeiten leben von der eigenen Auseinandersetzung mit einem Thema.
Was würden Sie Studierenden mit auf den Weg geben, die über eine Bewerbung für den Deutschen Studienpreis Projektmanagement nachdenken?
Ich möchte ausdrücklich dazu ermutigen, sich zu bewerben. Wer eine gute Abschlussarbeit mit Bezug zum Projektmanagement geschrieben hat, sollte diese Chance nutzen. Entscheidend ist nicht das spektakulärste Thema, sondern wissenschaftliche Sorgfalt, ein klarer Aufbau, Praxisnutzen und echtes Interesse am Thema. Wenn diese Faktoren zusammenkommen, kann jede Arbeit überzeugen.
Herr Bull, vielen Dank für das Gespräch.
Zur Person: Prof. Dr. Alexander Bull ist Wirtschaftswissenschaftler, Hochschullehrer und Projektmanagement-Praktiker mit den fachlichen Schwerpunkten Projektmanagement, Unternehmensführung, Controlling und Organisationsentwicklung. Er bewegt sich seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Unternehmenspraxis. Seit dem Wintersemester 2021/2022 war Bull Professor an der IU Internationale Hochschule und ist seit April 2026 als Professor für Projektmanagement und Organisationsentwicklung an der DGUV Hochschule tätig. Alexander Bull ist zudem seit Jahren in der Projektmanagement-Community aktiv und engagiert sich in der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V., unter anderem als Angehöriger des Forschungsbeirates und Delegierter für Hessen. Zudem ist er Mitglied der International Project Management Association.
Pressekontakt:
Sebastian Wieschowski
GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.
E-Mail: s.wieschowski@gpm-ipma.de
Internet: https://www.gpm-ipma.de
Blog: https:// www.gpm-blog.de
Original-Content von: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/118675/6297390
© 2026 news aktuell
