DJ KONJUNKTUR IM BLICK/Daten zeigen noch Kriegseinfluss
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Der Iran-Krieg nebst Sperrung der Straße von Hormus scheinen ein Ende gefunden zu haben - zumindest ein vorläufiges. Das ist ein Grund zur Freude. Die in nächster Zeit zur Veröffentlichung anstehenden Daten werden aber noch für eine Weile die Folgen des Kriegs widerspiegeln, so wie sie nach Ausbruch des Kriegs die Vorkriegsverhältnisse reflektierten. Analysten haben gelernt, damit umzugehen, und das können sie in der vor uns liegenden Woche unter Beweis stellen. Die bringt unter anderem den Ifo-Geschäftsklimaindex, einen der weltweit wichtigsten Konjunkturindikatoren, und die PCE-Inflationsdaten aus den USA für Mai.
Ifo-Geschäftsklimaindex steigt im Juni
Das Geschäftsklima in Deutschland dürfte sich im Juni leicht aufgehellt haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte prognostizieren einen Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex auf 85,5 (Mai: 84,9) Punkte. Im Mai hatte der wichtigste deutsche Konjunkturfrühindikator etwas deutlicher als erwartet zugelegt, was vor allem an einer unerwartet verbesserten Beurteilung der aktuellen Geschäftslage durch die Unternehmen lag - wobei dieser Index auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr notierte. Die Geschäftserwartungen verbesserten sie wie erwartet leicht. Für Juni wird die Lagebeurteilung unverändert bei (86,1) gesehen. Für die Erwartungen werden 84,5 (83,8) prognostiziert. Veröffentlicht werden die Zahlen am Mittwoch (10.00 Uhr).
Beeinflusst werden die Erwartungen für den Ifo-Index wahrscheinlich noch von den Einkaufsmanagerindizes, wobei sich deren Tendenz nicht eins zu eins auf den Ifo übertragen lässt.
Europäische Einkaufsmanagerindizes steigen etwas
Die Aktivität in der Privatwirtschaft des Euroraums dürfte im Juni noch nicht wieder gewachsen sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte rechnen damit, dass der Einkaufsmanagerindex der Produktion im verarbeitenden und nicht-verarbeitenden Gewerbe auf 49,2 (Mai: 48,5) Punkte gestiegen ist. Er würde damit unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten bleiben. Für den Industrie-PMI werden 51,5 (51,6) Punkte erwartet und für den Service-PMI 48,6 (47,7) Punkte. Die Zahlen werden am Dienstag (10.00 Uhr) veröffentlicht. Zuvor kommen die PMI's aus Deutschland (9.30) und Frankreich (9.15 Uhr).
In den USA hat nach der Amtsübernahme durch den neuen Fed-Chef Kevin Warsh vielleicht keine neue geldpolitische Ära begonnen, aber Warsh hat in seiner ersten Pressekonferenz doch deutlich gemacht, dass er operativ und kommunikativ einiges ändern will. Analysten glauben, dass die daraus resultierende Unsicherheit zu einer höheren Volatilität an den Märkten führen wird. Ein erster Test dieser These könnte am Donnerstag anstehen, wenn das Bureau for Economic Analyses (Bea) PCE-Inflationsdaten für Mai veröffentlicht.
PCE-Inflation nimmt im Mai weiter zu - Kernindex konstant erwartet
Analysten rechnen laut Factset-Konsens damit, dass der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator) gegenüber dem Vormonat um satte 0,5 Prozent gestiegen ist und um 4,1 (April: 3,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lag. Für den Kern-PCE-Deflator, das - zumindest bisher - von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsmaß, werden Raten von 0,4 und 3,3 (3,3) Prozent prognostiziert.
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June 19, 2026 08:30 ET (12:30 GMT)
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