
© Foto: Aixtron
Wer hätte das gedacht, dass ein eher unauffälliger Maschinenbauer aus Herzogenrath plötzlich ganz vorne mitmischt, wenn es um den großen KI-Boom geht. Die Aixtron-Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht und lässt damit sogar so manchen US-Tech-Titel alt aussehen. Jetzt legt auch noch Jefferies nach und traut dem Papier deutlich mehr zu. Was treibt den Kurs eigentlich so unaufhaltsam nach oben, und lohnt sich jetzt noch ein Einstieg? Wir haben uns die Lage genauer für Sie angeschaut.
Unternehmenszahlen und Geschäftsentwicklung
Bei Aixtron läuft gerade vieles gut und dass honoriert auch Jefferies. So wurde das Kursziel kräftig angehoben, von 55,30 auf 73,00 Euro, und es bleibt natürlich bei der Kaufempfehlung. Der Grund für den Optimismus ist, dass Aixtron seine Kapazitäten für Optoelektronik und Galliumnitrid-Halbleiter kräftig ausbaut. Genau diese Bauteile sorgen in Rechenzentren für mehr Energieeffizienz, und genau danach fragt die Branche derzeit verstärkt. Auch bei Indiumphosphid-Halbleitern zieht die Auftragslage spürbar an. Schon J.P. Morgan hatte kurz zuvor das Ziel auf 70 Euro hochgeschraubt. Die Analysten dort sehen den Anlagenbauer auf einem mehrjährigen Wachstumspfad, der gerade erst richtig in Fahrt kommt. Nicht jeder ist gleich euphorisch. Die Deutsche Bank z. B. bleibt vorsichtiger und stuft die Aktie nur mit Hold ein. Das zeigt, dass die Meinungen auseinandergehen, auch wenn der Trend insgesamt weiter klar nach oben zeigt. Fundamental hat sich offensichtlich einiges getan, vor allem durch die wachsende Nachfrage nach Chip-Equipment im KI-Umfeld.

Charttechnik
Der Aixtron-Chart sieht aus wie eine Steilwand, manche würden auch von einer Fahnenstange sprechen. Von rund 12 Euro im September letzten Jahres ging es bis auf über 62 Euro nach oben, natürlich ein neues 52-Wochen-Hoch. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von knapp 27,65 Euro ist enorm und zeigt, wie stark die Aktie ihrem langfristigen Trend vorausgelaufen ist. Spannend dabei ist auch, dass der RSI bei 79 steht, also klar im überkauften Bereich. Normalerweise ein Warnsignal. Doch bislang zeigt der Kurs keine Ermüdung. Er bleibt stabil, fast schon zäh in seiner Aufwärtsbewegung. Das spricht eher für anhaltende Stärke als für eine baldige Korrektur. Die Volatilität bleibt allerdings hoch, Rücksetzer sind also jederzeit möglich.
Was tun?
Die Gemengelage bei Aixtron ist speziell, aber fundamental sprechen die Auftragslage und der Ausbau der GaN- und Optoelektronik-Sparte für weiteres Potenzial, das bestätigen mittlerweile mehrere große Banken. Charttechnisch ist die Aktie nach dem Mega-Lauf aber spürbar heißgelaufen, auch wenn der hohe RSI bislang keine Schwäche auslöst. Wer schon investiert ist, kann die Position laufen lassen, sollte sich aber dennoch Gedanken über einen eng gesetzten Stopp machen. Neueinsteiger sollten dagegen eher auf einen Rücksetzer eventuell in den Bereich um 50 Euro oder knapp darunter warten, statt blindlings direkt auf dem aktuellen Niveau einzusteigen, obwohl das Momentum noch nach oben zeigt.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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