DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
SNB passt Verzinsung von Sichtguthaben an
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt eine Anpassung bei der Verzinsung von Sichtguthaben vor. Laut einer Mitteilung reduziert sie den Faktor für das Limit zur Verzinsung von Sichtguthaben mindestreservepflichtiger Girokontoinhaber per 1. August von 15 auf 13,5. Die Berechnungsgrundlage des Limits bleibt unverändert. Für mindestreservepflichtige Girokontoinhaber entspricht das Limit dem laufenden Durchschnitt der Mindestreserveerfordernisse über die letzten drei Jahre, multipliziert mit dem aktuell geltenden Faktor. Die übrigen Girokontoinhaber verfügen weiterhin über ein fixes Limit.
Keir Starmer kündigt Rücktritt an
Der britische Premierminister Keir Starmer hat nach einer Rebellion in seiner Labour-Partei seinen Rücktritt angekündigt und damit den Weg für Andy Burnham, einen ehemaligen Bürgermeister aus dem linken Spektrum, geebnet. Burnham wird voraussichtlich der sechste Premierminister des Landes innerhalb von sieben Jahren werden. Bei einer Rede vor der Downing Street sagte Starmer, er werde als Labour-Vorsitzender zurücktreten. Er werde jedoch als Premierminister im Amt bleiben, um einen geordneten Übergang zu seinem Nachfolger zu gewährleisten. Dieser Prozess dürfte bis September abgeschlossen sein.
Britische Statistikbehörde meldet Fehler bei Arbeitsmarktdaten
Das britische Statistikamt ONS hat nach eigenen Angaben einen operativen Fehler begangen. Dieser dürfte die anstehenden Arbeitsmarktdaten verzerren und die Einschätzung des Arbeitsmarkts durch die Entscheidungsträger der Bank of England (BoE) erschweren. Die Statistikbehörde teilte mit, dass Interviews aus mehreren Wochen, die in den Arbeitsmarktbericht des nächsten Monats hätten einfließen sollen, versehentlich einer anderen ONS-Umfrage zugeordnet worden seien. Dieses Defizit solle durch modellierte Schätzungen anstelle von echten Antworten ausgeglichen werde. Eine mögliche Folge ist, dass sich verändernde Datentrends abflachen.
Einlagensatz der EZB könnte bis Mitte 2029 3 Prozent erreichen
Der Einlagensatz der EZB werde voraussichtlich 3 Prozent erreichen, allerdings erst bis Mitte 2029, schreibt Holger Schmieding von Berenberg in einer Research Note. Das Brokerhaus hatte zuvor prognostiziert, dass dieses Niveau bereits 2028 erreicht werden würde. Da das Abkommen zwischen den USA und dem Iran die Energiekosten senke, dürfte die Gesamtinflation in der Eurozone Anfang 2027 unter 2 Prozent gedrückt werden. Dies bedeute, dass die EZB eine Straffung der Geldpolitik bis Ende 2028 aufschieben könnte. Zu diesem Zeitpunkt werde die alternde Bevölkerung Europas voraussichtlich beginnen, das Arbeitskräfteangebot schneller als die Nachfrage zu verringern, was die Löhne in die Höhe treibe und die Zentralbank zu Zinserhöhungen zwinge, so Schmieding.
Alan Greenspan stirbt im Alter von 100 Jahren
Alan Greenspan, der legendäre Zentralbanker, der fast zwei Jahrzehnte lang die Federal Reserve leitete, ist am Montag im Alter von 100 Jahren an den Folgen einer Parkinson-Erkrankung gestorben, wie seine Frau in einer Erklärung mitteilte. "Er war eine herausragende Persönlichkeit, die jahrzehntelang unter Präsidenten beider Parteien die US-Wirtschaft mitgeprägt hat, aber stets ehrlich genug war, seine Fehler einzugestehen", erklärte Andrea Mitchell, mit der er fast 30 Jahre lang verheiratet war.
Ölpreis gibt nach angespannten Gesprächen zwischen USA und Iran nach
Ein holpriger Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat die Hoffnung der Anleger auf Frieden im Nahen Osten und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus nicht getrübt. Die Ölpreise geben nach, wobei die Rohölsorte Brent unter 80 US-Dollar pro Barrel gehandelt wird. Auch die Aktien-Futures zeigen sich verhalten. Die USA und der Iran haben sich am Wochenende bei Beginn der Verhandlungen in der Schweiz nach dem vorläufigen Friedensabkommen der Vorwoche gegenseitig gedroht. Der Iran teilte am Samstag mit, dass er die Straße von Hormus geschlossen habe, als die Spannungen im Libanon aufflammten, während Präsident Trump dem Iran wegen seiner Unterstützung der Hisbollah drohte, was die Gespräche erschwerte.
China dürfte kurzfristige Fiskalausgaben beschleunigen
China dürfte die Fiskalausgaben in naher Zukunft beschleunigen, schreiben die Analysten von Goldman Sachs in einem Kommentar. Das Tempo der Fiskalausgaben habe sich im März und April deutlich verlangsamt, nachdem die Konjunkturdaten für Januar und Februar die Erwartungen übertroffen hätten, so die Analysten von GS. Rechne man den allgemeinen öffentlichen Haushalt und den staatlich verwalteten Fondshaushalt zusammen, seien die gesamten Staatsausgaben von einem Wachstum von 6,1 Prozent im Jahresvergleich im Januar und Februar auf einen Rückgang von 7,3 Prozent im Jahresvergleich im April gesunken, heißt es weiter.
DJG/DJN/apo
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June 22, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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