DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Fed/EZB-Ökomomen: Bei geldpolitischer Straffung vorsichtiger vorgehen
Eine Straffung der Geldpolitik durch Zentralbanken wird stärker in die Realwirtschaft übertragen als eine Lockerung. Zu diesem schon länger bekannten Phänomen haben Ökonomen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Theorie aufgestellt, deren Richtigkeit sie in einem jetzt von der EZB veröffentlichten Papier (Monetary policy under multiple financing constraints) zu belegen versuchen.
Politik der globalen Zentralbanken dürfte konvergieren
Die Leitzinsen der globalen Zentralbanken werden zu konvergieren beginnen, schreibt Jeffrey Roach von LPL Financial in einer Research Note. Der Nahostkonflikt verursache einen gemeinsamen, angebotsseitigen Inflationsschock, vor allem durch höhere Energie- und Transportkosten, und "das betrifft sowohl die Industrie- als auch die Schwellenländer", meint der Chefvolkswirt. Anders als in früheren Zyklen, in denen der Inflationsdruck in den verschiedenen Regionen auseinandergelaufen sei, sei dieser Schock synchronisierter, was die Zentralbanken - trotz sehr unterschiedlicher Ausgangspunkte wie bei der Bank of Japan und der Federal Reserve - zu einer engeren geldpolitischen Haltung dränge, so Roach.
Japans vorläufiger PMI deutet auf starke Aktivität hin - Hoher Kostendruck
Der vorläufige Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global für Juni hat den ersten Anstieg der allgemeinen Geschäftsaktivität in Japan seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten gezeigt, aber die Stärke könnte nur von kurzer Dauer sein. Der saisonbereinigte Composite Output Index ist von 51,1 im Mai auf 52,5 gestiegen, da die Nachfrage anzog. Dennoch werde das Wachstum teilweise durch Lageraufstockungen aufgrund des Krieges angetrieben, was wahrscheinlich nachlassen werde, wenn sich die Lager füllten und der Kostendruck zunehme, meint Annabel Fiddes von S&P Global Market Intelligence.
Singapurs Inflation bleibt trotz Energieschock stabil
Die Verbraucherinflation in Singapur blieb im Mai unerwartet stabil, trotz der weiterhin hohen Energiepreise infolge von Lieferunterbrechungen durch den Nahostkonflikt. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent, wie aus Regierungsdaten hervorging. Die Rate entsprach dem Tempo vom April, verfehlte jedoch die vom Wall Street Journal ermittelte Konsensprognose von 1,9 Prozent. Die Kerninflation, die die Kosten für privaten Straßentransport und Unterkunft ausschließt, lag bei 1,4 Prozent.
Japanische Regierung weiterhin bereit zur Stützung des Yen
Die japanische Regierung hat ihre Bereitschaft zur Stützung der Landeswährung bekräftigt. "Wir stehen bereit, jederzeit angemessene Maßnahmen zu ergreifen, falls erforderlich", sagte Chefkabinettssekretär Minoru Kihara auf einer Pressekonferenz. Der Yen wird derzeit auf historischen Tiefstständen gehandelt. Kihara fügte hinzu, dass ihm ein Online-Treffen zwischen Finanzministerin Satsuki Katayama und US-Finanzminister Scott Bessent in der Nacht bekannt sei, lehnte jedoch weitere Kommentare ab, um den Markt nicht zu beeinflussen.
Warsh will Fed-Narrativ ändern
Es sei "sehr klar", dass der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, dazu neige, Arbeitsgruppen bei der Fed einzusetzen, um das Narrativ zu ändern, die Inflation besser zu prognostizieren und um nicht-inflationäre Produktivitätsgewinne zu überwachen, schreibt Louis Navellier von Navellier & Associates in einer Research Note. "Es wird Zeit brauchen, bis Warsh das Narrativ der Fed ändert, also fängt er auf der Mitarbeiterebene an", so Navellier. Ein neues Narrativ könnte sich in den kommenden Beige-Book-Umfragen zeigen, meint er. Auf seiner Pressekonferenz in der vergangenen Woche hat Warsh angekündigt, dass die Fed Arbeitsgruppen einrichtet, um Themen wie Kommunikation, die Bilanz, Datenquellen, Produktivität und Arbeitsplätze sowie die Inflation zu untersuchen.
USA erlauben Iran erstmals seit Jahrzehnten Ölverkäufe in Dollar
Die USA haben den Weg für die ersten Ölverkäufe des Iran in US-Dollar seit Jahrzehnten freigemacht, auch an die USA. Das US-Finanzministerium setzte langjährige Sanktionen auf diese Verkäufe für zwei Monate aus, während die Gespräche zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Behandlung der Fragen des iranischen Atomprogramms sowie weiterer Sanktionserleichterungen voranschreiten. Seit Jahren nutzt der Iran unter Sanktionen ein undurchsichtiges Netzwerk von Tankern, um sein Rohöl hauptsächlich an China zu verkaufen. Vizepräsident JD Vance sagte, dass Teheran sich bereiterklärt habe, dass Nuklearinspektoren bereits diese Woche in den Iran zurückkehren dürften. Der Iran bestätigte den Schritt nicht. Vance räumte ein, dass die Bedingungen für diesen Zugang noch ausgehandelt werden müssen.
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Frankreich/Geschäftsklima Juni 100 (Mai: 102)
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June 23, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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