DJ MÄRKTE ASIEN/Ausverkauf wegen Gewinnmitnahmen - Kospi bricht ein
DOW JONES--An den asiatischen Börsen ist es am Dienstag zum Teil kräftig nach unten gegangen. Im Handel war von Gewinnmitnahmen nach der jüngst von Künstlicher Intelligenz getriebenen Rally die Rede. Auch in den USA gehörten Technologietitel zu den schwächsten. Die Anlegerstimmung sei angesichts einer Kombination aus schwachen Vorgaben der Wall Street, anhaltenden geopolitischen Risiken und branchenspezifischem Druck eingetrübt, hieß es. Damit kehrte sich der Optimismus hinsichtlich der Fortschritte bei den Friedensbemühungen in Nahost vom Vortag um, zuletzt überwogen wieder die Sorgen über ein mögliches Scheitern der Verhandlungen.
Südkorea führte die regionale Liste mit den kräftigsten Einbußen an, vor allem Schwergewichte aus der Halbleiterbranche standen gehörig unter Abgabedruck. Allerdings waren hier seit Jahresbeginn die aufgelaufenen Kursgewinne auch am höchsten. Der südkoreanische Kospi baute seine Abgaben im Verlauf kontinuierlich aus und brach um 10 Prozent ein - begleitet von Handelsunterbrechungen aufgrund der hohen Volatilität. Der Index hatte aber auch jüngst diverse Rekordhöhen erreicht. Die Schwergewichte der Halbleiterbranche SK Hynix und Samsung Electronics stürzten jeweils um über 12 Prozent ab. Der Ausverkauf bei SK Hynix erfolgte nur einen Tag, nachdem das Unternehmen Samsung als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas überholt hatte. Treiber war der KI-bedingte Halbleiter-Boom. "Die Entwicklung schreit förmlich nach Gewinnmitnahmen", sagte ein Händler.
In Japan baute der Nikkei-225 seine Abgaben im Sitzungsverlauf ebenfalls deutlich aus und sank um 3,5 Prozent auf 69.788 Punkte - belastet von Chip- und Metalltiteln. Wie in Südkorea hatte auch das japanische Marktbarometer jüngst ein Allzeithoch nach dem nächsten verbucht. Im Technologiesektor brachen Softbank Group um 10,1 Prozent ein - Tokyo Electron um 6,2 Prozent. Daten zum japanischen Einkaufsmanagerindex zeigten, dass sowohl die Industrie- als auch die Dienstleistungsaktivität im Juni zugelegt hatten - der Einkaufsmanagerindex von S&P Global verbuchte den ersten Anstieg der allgemeinen Geschäftsaktivität seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten, allerdings stiegen auch die Inputpreise deutlich.
Derweil verzeichnete eine Auktion fünfjähriger japanischer Staatsanleihen eine geringere Nachfrage als der Zwölfmonatsdurchschnitt, da die Schwäche des Yen die Erwartungen verstärkte, dass die Bank of Japan die Zinsen schneller anheben könnte. Die japanische Regierung hat indes ihre Bereitschaft zur Stützung der Landeswährung bekräftigt. "Wir stehen bereit, jederzeit angemessene Maßnahmen zu ergreifen, falls erforderlich", sagte Chefkabinettssekretär Minoru Kihara. Der Yen wird derzeit auf historischen Tiefstständen gehandelt.
Die chinesischen Aktienmärkte neigten ebenfalls zur Schwäche: Der Shanghai-Composite fiel um 1,4 Prozent, der HSI in Hongkong im späten Handel um 1,8 Prozent - belastet von Technologie- und E-Auto-Werten. Laut Bank of America zeigt der Konsum über die jüngsten Feiertage in China einige Verbesserungen. Der Automobilabsatz verharrte laut BoA-Daten aber im Schrumpfungsmodus. Anleger beobachteten den Konsumtrend in China genau, um Hinweise auf die Stärke der Wirtschaft zu erhalten. Denn zuletzt hatten Konsumdaten eine schwache Verfassung der Binnenkonjunktur offenbart.
Der chinesische Elektronikhersteller Anker Innovations Technology will bei seinem Börsengang in Hongkong umgerechnet 516 Millionen Euro einnehmen. Anker, das bereits in Shenzhen gelistet ist, bietet 46,6 Millionen Aktien für bis zu 99,32 Hongkong-Dollar das Stück an. Der Konzern macht sich den IPO-Boom in Hongkong sowie die Begeisterung der Anleger für den florierenden Technologiesektor zunutze.
Australiens Leitindex S&P/ASX-200 verlor derweil 0,3 Prozent und bewegte sich damit kaum. Anleger warteten auf wichtige Inflations- und Arbeitsmarktdaten, die im Verlauf der Woche veröffentlicht werden. Die Daten dürften neue Hinweise zum geldpolitischen Kurs der Reserve Bank of Australia liefern, nachdem die Zentralbank eine Pause im Zinserhöhungszyklus angekündigt hatte. Die PMI-Daten von S&P Global für Juni zeichneten laut Analyst Andrew Harker von S&P Global Market Intelligence ein durchwachsenes Bild der australischen Unternehmen. Reliance Worldwide verloren indes 3 Prozent - der Hersteller von Sanitärbedarf schließt seinen australischen Produktionsbetrieb für Messingprodukte.
=== INDEX zuletzt +/- % % YTD Handelsschluss S&P/ASX 200 (Sydney) 8.787,00 -0,3 +0,8 08:00 Nikkei-225 69.788,38 -3,5 - 08:00 Topix 500 (Tokio) 3.123,20 -2,6 +17,4 08:00 Kospi (Seoul) 8.203,84 -10,0 +94,7 08:30 Hang-Seng (Hongkong) 23.342,21 -1,8 -8,9 10:00 Shanghai-Composite 4.106,25 -1,4 +3,5 09:00 Straits-Times (Singapur) 5.215,16 +0,2 +12,3 11:00 IDX Comp. (Indonesien) 6.069,16 -0,8 -29,8 10:00 KLCI (Malaysia) 1.687,91 -0,8 +0,5 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mo, 9:28 % YTD EUR/USD 1,1425 -0,0 1,1427 1,1452 -2,7 EUR/JPY 184,51 -0,1 184,67 185,21 +0,3 EUR/GBP 0,8628 +0,1 0,8624 0,8672 -1,0 USD/JPY 161,46 -0,1 161,54 161,71 +3,1 USD/KRW 1.536,40 -0,1 1.538,00 1.540,62 +6,7 USD/CNY 6,7833 +0,1 6,7745 6,7772 -3,0 USD/CNH 6,7869 +0,1 6,7771 6,7798 -2,7 USD/HKD 7,8396 0,0 7,8395 7,8385 +0,7 AUD/USD 0,6954 -0,6 0,6999 0,7001 +4,2 NZD/USD 0,5690 -0,4 0,5713 0,5724 -1,2 BTC/USD 62.881,57 -2,3 64.374,93 64.183,47 -28,3 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 72,82 -1,4 -1,04 73,86 Brent/ICE 76,63 -1,6 -1,27 77,90 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.116,72 -1,8 -73,71 4.190,43 Silber 62,48 -4,1 -2,70 65,18 Platin 1.639,25 -2,3 -39,45 1.678,70 (Angaben ohne Gewähr) ===
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