DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
S&P Global: Deutsche Wirtschaft beschleunigt Talfahrt im Juni
Die deutsche Wirtschaft ist im Juni aufgrund der anhaltenden Nachfrageschwäche den dritten Monat in Folge geschrumpft, wobei sich der Rückgang leicht beschleunigte. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verringerte sich auf 48,0 von 48,8 Punkten im Vormonat, wie aus den Daten der ersten Veröffentlichung für den Monat hervorgeht. Das ist der tiefste Wert seit Dezember 2024. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
Deutsche PMIs sinken trotz Entspannung in Nahost
Der Rückgang der deutschen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) - vor allem der des im Dienstleistungssektor erhobenen - deutet nach Aussage von KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher darauf hin, dass der Iran-Krieg nur ein Faktor ist, der die Stimmung der Unternehmen drückt. "Keine Frage, das Ende des Iran-Kriegs und der Rückgang des Ölpreises wird sich positiv auf die Konjunktur in Deutschland auswirken. Aber die heutigen Zahlen deuten an, dass dies alleine noch nicht für eine erneute Beschleunigung im weiteren Verlauf des Jahres reichen wird", schreibt er in einem Kommentar. Der fiskalische Impuls und weitere Reformanstrengungen seien notwendig für eine dauerhafte Verbesserung der Stimmung.
S&P Global: Euroraum-Wirtschaft verlangsamt Talfahrt im Juni
Die Talfahrt der Eurozone-Wirtschaft hat sich im Juni bei nachlassendem Inflationsdruck abgeschwächt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - erhöhte sich auf 49,5 Zähler von 48,5 im Vormonat, wie S&P Global im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 49,2 Punkte vorhergesagt.
Energie-Effekt auf Euroraum-Servicepreise lässt nach
Der Anstieg der Energiepreise im Euroraum dürfte nach Aussage von Commerzbank-Volkswirt Vincent Stamer unterschiedlich starke Auswirkungen auf die Preise von Gütern und Dienstleistungen haben. "Die höheren Inputpreise wollen gerade Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe an ihre Kunden in Form höherer Verkaufspreise weitergeben", schreibt er in einem Kommentar zu den Ergebnissen der Einkaufsmanagerumfrage. Dagegen sei in der Umfrage die Unterkomponente für die Verkaufspreise bei Dienstleistungen auf 53,7 Punkte gefallen und liege damit auf dem durchschnittlichen Niveau des vergangenen Jahres.
Unternehmen in Europa und Asien sehen nachlassende Kosten dank Friedenshoffnungen
Unternehmen in Europa und Teilen Asiens berichteten, dass ein durch den Beginn des Konflikts im Nahen Osten ausgelöster Kostenanstieg im Juni nach einem vorläufigen Friedensabkommen nachgelassen habe. Einige hätten auch eine Wiederbelebung der Aktivitäten verzeichnet, wie am Dienstag veröffentlichte Umfragen zeigten. Die Stärke der Erholung der Wirtschaftsaktivität wird wahrscheinlich davon abhängen, wie schnell die Energieversorgung durch die Straße von Hormus wieder das Vorkriegsniveau erreicht.
Britische PMI-Daten deuten auf fragile Konjunkturaussichten
Die jüngsten vorläufigen Einkaufsmanagerindex-Daten für Großbritannien zeigen, dass die wirtschaftlichen Aussichten des Landes in einer wackeligen Position seien, schreibt Harry Woolman von Validus Risk Management in einer Research Note. Der vorläufige britische Composite-PMI-Index, der die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor misst, ist im Juni auf 49,4 Punkte von 49,7 Punkten im Mai gefallen. Das ist schwächer als die Konsensprognose von 50,3 Punkten von Ökonomen in einer WSJ-Umfrage.
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June 23, 2026 07:39 ET (11:39 GMT)
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