DJ MÄRKTE EUROPA/Schwache Technologie-Werte belasten die Börsen
DOW JONES--Mit Verlusten, aber erholt von den Tagestiefs haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag den Handel beendet. Der DAX büßte 1,0 Prozent auf 24.894 Punkte ein, nachdem er im Tagestief schon bei 24.729 Punkten gelegen hatte. Der Euro-Stoxx-50 schloss 1,3 Prozent tiefer bei 6.231 Punkten. Unter Druck standen vor allem Technologieaktien und hier besonders solche mit KI-Fantasie, allen voran Halbleitertitel. Die Anleger stellen sich vor allem die Frage, ob die enormen Ausgaben für KI-Infrastruktur im aktuellen Tempo weitergehen werden, hieß es. Der entsprechende Stoxx-Subindex reduzierte sich um 3,8 Prozent. Für die als defensiv geltenden Pharmaaktien ging es dagegen um 1,0 Prozent nach oben.
Die Aktien von Infineon reduzierten sich um 6,3 Prozent, Suss Microtec knickten um 11,1 Prozent ein und Aixtron gaben um 8,3 Prozent nach. ASML schlossen 5,7 Prozent tiefer und STMicro büßten 8,5 Prozent ein.
QC-Portfoliostratege Thomas Altmann bemerkte zur aktuellen Gemengelage, dass die Börsen mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bereits so etwas wie das bestmögliche Szenario einpreisten. Das werfe die Frage auf, wo die Impulse für weiter steigende Kurse herkommen könnten. Einige Investoren dürften sich auch aufgrund des drohenden Sommerlochs etwas defensiver verhalten. Denn in den Ferienmonaten hätten dünne Umsätze in der Vergangenheit häufiger zu schwachen Entwicklungen am deutschen Aktienmarkt geführt. Allerdings sei historisch der August deutlich schwächer als der Juli.
Die am Vormittag veröffentlichten Euroraum-Einkaufsmangerindizes (PMI) haben nach Ansicht der Volkswirte von der Commerzbank eine Erholung gestartet. Der zusammengefasste PMI für den Euroraum ist im Juni um einen Punkt auf 49,5 gestiegen. Nach dem Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA habe sich die Stimmung in der Wirtschaft des Euroraums offenbar stabilisiert. Der Frühindikator zeige aber immer noch eine schrumpfende Wirtschaft an. Die Unterkomponente für die Verkaufspreise sei leicht gesunken und zeige damit einen etwas geringeren Inflationsdruck an. Lediglich die schwachen Aufträge bei deutschen Dienstleistern seien ein Wermutstropfen.
Am Anleihemarkt gaben die Renditen leicht nach. Der Euro rutschte unter die Marke von 1,14 Dollar. Während in den USA nach dem jüngsten falkenhaften Auftritt der Fed nun noch im laufenden Jahr mit einer Zinserhöhung gerechnet wird, dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) nach Einschätzung des Marktes in den kommenden zwölf Monaten die Füße stillhalten. Dies sollte für den Aktienmarkt hierzulande eher unterstützend wirken, hieß es. In den USA laste dies auf den Multiples der Unternehmen aus der Technologie-Branche.
Brenntag verloren 0,5 Prozent. Der Chemikalienhändler hat nach einem starken zweiten Quartal die Jahresprognose angehoben. Die Analysten von Jefferies stellten allerdings fest, dass die erhöhte Prognose für den operativen Gewinn in der Mitte der neuen Spanne lediglich genau im Bereich des Konsens liegt.
Verhalten positiv wurde von Analysten die Neupositionierung von RWE gesehen, nachdem das Unternehmen seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion zu einem Gesamtpreis von rund 3,6 Milliarden Euro erhöht hat. Für die Metzler-Analysten erhöht die RWE-Beteiligung zwar die Stabilität, macht RWE aber komplexer. Die Maßnahme sei ein Schritt zurück zu einem stärker integrierten Versorger. Laut Bernstein stärkt der Schritt RWE zwar, der Ergebniseffekt bleibe allerdings begrenzt. RWE erhöhte derweil zur Finanzierung des Deals in einem beschleunigten Verfahren das Kapital um knapp 4 Milliarden Euro - zu einem Stückpreis von 54 Euro je Aktie. Das Papier stieg um 0,1 Prozent auf 55,64 Euro.
Vonovia reduzierten sich 2,9 Prozent, belastet von einer Wandelanleihe über 850 Millionen Euro, die gewinnverwässernd wirkt. In Amsterdam knickten Signify um 14,8 Prozent ein. Das Beleuchtungsunternehmen hat mitgeteilt, sein Aktienrückkauf-Programm nicht wieder aufzunehmen, und hat die mittelfristigen Ziele aktualisiert.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.230,55 -1,3 -80,77 6.311,32 7,8 Stoxx-50 5.324,23 -0,5 -28,88 5.353,11 8,5 DAX 24.893,58 -1,0 -246,11 25.139,69 1,8 MDAX 32.129,10 -1,4 -445,36 27.039,42 5,1 TecDAX 3.903,86 -1,7 -67,09 3.091,28 8,0 SDAX 18.157,00 -1,3 -238,47 13.062,07 5,9 FTSE 10.428,85 -0,1 -9,00 10.437,85 5,3 CAC 8.340,71 -0,7 -59,40 8.400,11 2,3 SMI 13.910,70 +0,5 62,19 13.848,51 4,8 ATX 6.545,85 -0,7 -48,97 6.594,82 22,8 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:10 EUR/USD 1,1383 -0,4 -0,0044 1,1427 1,1446 EUR/JPY 183,89 -0,4 -0,7800 184,67 184,5500 EUR/CHF 0,9215 -0,3 -0,0024 0,9239 0,9242 EUR/GBP 0,8628 +0,1 0,0004 0,8624 0,8631 USD/JPY 161,53 -0,0 -0,0100 161,54 161,2200 GBP/USD 1,3188 -0,5 -0,0059 1,3247 1,3260 USD/CNY 6,79 +0,2 0,0155 6,7745 6,7745 USD/CNH 6,7947 +0,3 0,0176 6,7771 6,7756 AUS/USD 0,6924 -1,1 -0,0075 0,6999 0,7011 Bitcoin/USD 62.406,20 -3,1 -1.968,73 64.374,93 64.959,44 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 73,02 -1,1 -0,84 73,86 Brent/ICE 76,77 -1,5 -1,13 77,90 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.138,35 -1,2 -52,08 4.190,43 Silber 62,26 -4,5 -2,92 65,18 Platin 1.666,95 -0,7 -11,75 1.678,70 (Angaben ohne Gewähr) ===
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