DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Kiel Institut: Europa könnte Treasuries schärfer regulieren
Europa könnte nach Aussage von Forschern des Kiel Institut eine schärfere Regulierung von US-Staatsanleihen einsetzen, um den geopolitischen Vorstößen der USA Paroli zu bieten. Sie schreiben in einer Studie, dass die USA in jüngster Zeit verschiedene Druckmittel - Zölle, militärische Gewalt - eingesetzt hätten, um ihre geopolitischen Ziele zu erreichen. Europa könnte darauf im Notfall reagieren, indem es regulatorische Privilegien wie die Nullrisikogewichtung von US-Staatsanleihen unter Solvency 2 und CRR aufhebe. "Angesichts einer US-Schuldenquote von über 120 Prozent und einer vorherigen Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes ist dieses Privileg der Nullrisikogewichtung allein aus aufsichtsrechtlichen Gründen schwer zu rechtfertigen", sagt Forscher Farzad Saisdi.
US-Geschäftsaktivität expandierte im Juni weiter
Die Geschäftsaktivität im US-Privatsektor ist im Juni weiter gewachsen. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten monatlichen Umfrage hervorging, trugen positivere Nachrichten aus dem Nahen Osten dazu bei, das Vertrauen der US-Unternehmen wiederherzustellen. Der S&P Global Flash U.S. Composite PMI, der auf Umfragen unter Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen basiert, stieg von 51,5 im Mai auf 52,2. Ein Wert von über 50 Punkten deutet auf ein anhaltendes Wachstum der Aktivität hin. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe wuchs als Reaktion auf den stärksten Anstieg der Neuaufträge seit etwas mehr als vier Jahren so schnell wie seit Juli 2021 nicht mehr. Gleichzeitig erreichte der PMI für den Dienstleistungssektor ein Viermonatshoch.
Britische Anleger blicken auf Wirtschaftspläne von Burnham
Britische Anleger sind nach dem Rücktritt von Keir Starmer vom Amt des Premierministers in dieser Woche gespannt auf die Wirtschaftspolitik unter einem neuen Regierungschef, schreibt Iboss-Chefvolkswirt Rupert Thompson in einer Research Note. Es wird allgemein erwartet, dass Andy Burnham nach seinem Wahlsieg bei der Nachwahl in Makerfield und seiner Vereidigung als Parlamentsabgeordneter am Montag der nächste britische Premierminister wird. "Der britischen Wirtschaft und den Märkten stehen eine Phase der Unsicherheit und Sorgen über weitere Steuererhöhungen bevor", sagt Thompson.
Taylor: BOE sollte Zinsen bei Frieden im Nahen Osten senken
Die Bank of England sollte ihren Leitzins senken, wenn im Nahen Osten Frieden gesichert wird und die Energiepreise fallen. Wie ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses (Monetary Policy Committee) am Dienstag sagte, könnte der Zins möglicherweise auf ein Niveau gesenkt werden, das die britische Wirtschaft stimuliert. Die BOE hatte vergangene Woche ihren Leitzins unverändert gelassen und signalisiert, dass sie die Zinsen möglicherweise doch noch anheben könnte, falls die Inflation länger als derzeit erwartet über ihrem Ziel von 2 Prozent zu bleiben droht.
Gouverneur der Bank of Canada Macklem warnt vor übermäßigen Ungleichgewichten in einem sich wandelnden Finanzsystem
Die übermäßigen globalen Ungleichgewichte weiten sich wieder aus. Dabei werden die Risiken einer wirtschaftlichen Störung durch einen zunehmenden Anteil der Finanzaktivitäten außerhalb des regulierten Bankensektors erhöht, so der oberste Zentralbanker Kanadas. Der Gouverneur der Bank of Canada, Tiff Macklem, sagte, es sei Aufgabe der globalen Vertreter, ihre Politik anzupassen, um höhere Ersparnisse in den USA, mehr Konsum in China und eine Zunahme der Investitionen in Europa zu fördern. Erschwerend kämen bei diesen Bemühungen der wachsende Einfluss von Nichtbanken-Kreditgebern wie Hedgefonds und Pensionsfonds, privaten Finanzierungsgesellschaften und anderen Vermögensverwaltern bei den globalen Finanzaktivitäten hinzu.
US-Iran-Abkommen verringert Inflationsrisiko laut Bank of Canada-Chef Macklem
Das vorläufige Abkommen zwischen Washington und Teheran zur Beendigung eines militärischen Konflikts habe einen Teil des inflationstreibenden Drucks genommen, sagte der Gouverneur der Bank of Canada, Tiff Macklem. Der Notenbankchef sagte, die Rohölpreise seien in Erwartung, dass Öltanker die Straße von Hormus frei passieren können, zurückgegangen. Die Preise könnten weiter sinken, sollten die Gespräche zwischen den USA und dem Iran weitere Fortschritte erzielen. Umgekehrt könnten die Energiepreise anziehen, falls die Gespräche scheitern sollten.
+++ Konjunkturdaten +++
US/Redbook: Einzelhandelsumsatz erste 3 Wochen Juni +9,5% gg Vorjahr
DJG/DJN/brb
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June 23, 2026 13:00 ET (17:00 GMT)
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