FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Mittwoch deutlich gestiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future legte am Nachmittag um 0,49 Prozent auf 127,34 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel im Gegenzug auf 2,86 Prozent.
Gestützt wurden die Kurse durch die erneut gesunkenen Ölpreise. Inflationserwartungen wurden so gedämpft. So ist der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs unter 74 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gefallen. Zuletzt hatten Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise belastet. Zudem passieren immer mehr Handelsschiffe die Straße von Hormus und ermöglichen so den Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf. Die gesunkenen Ölpreise verringern die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen weiter anhebt.
Die etwas verbesserte Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat die Anleihen wenig bewegt. Das Ifo-Geschäftsklima hat sich im Juni den zweiten Monat in Folge von den Dämpfern infolge des Iran-Kriegs erholt. Der Anstieg fiel ein wenig stärker als erwartet aus.
"Trotz weiterhin mühsamer Friedensverhandlungen im Persischen Golf hofft die Wirtschaft aber auf stabile wirtschaftliche Bedingungen in der Region", kommentierte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. "Nachhaltige Reformen in den überforderten Sozialsystemen könnten in den kommenden Monaten die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter positiv beeinflussen und damit die Chancen auf den lang ersehnten Aufschwung in Deutschland deutlich steigen lassen."/jsl/jha/
