DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Micron Technology hat im dritten Geschäftsquartal dank der ungebrochen starken Nachfrage nach seinen Speicherchips den Umsatz mehr als vervierfacht. Das Unternehmen meldete einen Quartalsgewinn von 28,24 Milliarden Dollar oder 24,67 Dollar je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn 1,89 Milliarden Dollar oder 1,68 Dollar je Aktie betragen. Bereinigt um bestimmte Sondereffekte wies Micron einen Gewinn von 25,11 Dollar je Aktie aus. Von Factset befragte Analysten hatten mit 20,86 Dollar je Aktie gerechnet. Der Umsatz schnellte auf 41,46 Milliarden Dollar in die Höhe von 9,3 Milliarden Dollar im Vorjahr. Damit übertraf er die Analystenerwartungen von 35,91 Milliarden Dollar deutlich. Micron profitiert von einer branchenweiten Knappheit an Speichertechnologie, einer wichtigen Komponente für KI-Hardware. Das Unternehmen unterzeichnete diese Woche eine langfristige Liefervereinbarung mit Anthropic und investierte in das KI-Labor, obwohl keine finanziellen Bedingungen genannt wurden. Für das laufende vierte Quartal prognostiziert das Unternehmen einen bereinigten Gewinn zwischen 30 und 32 Dollar pro Aktie bei einem Umsatz zwischen 49 Milliarden und 51 Milliarden Dollar. Analysten erwarten einen bereinigten Gewinn von 25,72 Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 43,58 Milliarden Dollar. Die Aktie legte nachbörslich um über 16 Prozent zu.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
08:00 SE/Hennes & Mauritz AB, Ergebnis 1H
10:00 DE/Porsche Automobil Holding SE, HV
10:00 DE/GFT Technologies SE, HV
10:00 DE/MLP SE, HV
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Allgäuer Brauhaus 2,00 EUR Aroundtown 0,08 EUR Eckert & Ziegler 0,22 EUR Gesco 0,20 EUR Grand City Properties 0,30 EUR Nabaltec 0,29 EUR Schulte Schlagbaum 6,00 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
-DE
08:00 NIM-Konsumklimaindikator Juli
PROGNOSE: -27,8
zuvor: -29,8
-FR
08:45 Verbrauchervertrauen Juni
PROGNOSE: 84
zuvor: 82
-US
14:30 Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter Mai
PROGNOSE: -4,0% gg Vm
zuvor: +7,9% gg Vm
14:30 BIP (3. Veröffentlichung) 1Q
annualisiert
PROGNOSE: +1,7% gg Vq
2. Veröff.: +1,6% gg Vq
4. Quartal: +0,5% gg Vq
BIP-Deflator
PROGNOSE: +3,5% gg Vq
2. Veröff.: +3,5% gg Vq
4. Quartal: +3,7% gg Vq
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 223.000
zuvor: 226.000
14:30 Persönliche Ausgaben und Einkommen Mai
Ausgaben / Einkommen
PROGNOSE: +0,6% gg Vm/+0,4% gg Vm
zuvor: +0,5% gg Vm/ 0,0% gg Vm
PCE-Preisindex / Gesamtrate
PROGNOSE: +0,5% gg Vm/+4,1% gg Vj
zuvor: +0,4% gg Vm/+3,8% gg Vj
PCE-Preisindex / Kernrate
PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+3,4% gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+3,3% gg Vj
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 24.916,00 +0,1 E-Mini-Future S&P-500 7.473,00 +0,6 E-Mini-Future Nasdaq-100 30.092,00 +2,0 Topix (Tokio) 4.025,06 +1,6 Hang-Seng (Hongk.) 23.050,60 -1,5 Shanghai-Comp. 4.121,59 +0,3 Mittwoch: INDEX zuletzt +/- % DAX 24.740,36 -0,6 DAX-Future 24.859,00 -1,0 XDAX 24.692,12 -0,2 MDAX 31.919,25 -0,7 TecDAX 3.883,02 -0,5 SDAX 17.963,71 -1,1 Euro-Stoxx-50 6.214,70 -0,3 Stoxx-50 5.334,13 +0,2 Dow-Jones 51.848,90 +0,4 S&P-500 7.358,22 -0,1 Nasdaq Composite 25.476,64 -0,4
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Die europäischen Aktienmärkte werden zum Handelsstart am Donnerstag zunächst kaum verändert erwartet. Nachdem der DAX am Vortag durch die Kursschwäche der Rheinmetall-Aktie belastet wurde, wird er am Morgen bei 24.715 Punkten nach einem Schlussstand am Vortag bei 24.740 Punkten gesehen. Besser als der Gesamtmarkt dürften die Technologiewerte mit KI-Bezug tendieren. Nach einem mehrtägigen Ausverkauf sorgen herausragende Quartalszahlen und der starke Ausblick des Speicherchip-Herstellers Micron Technology für eine spürbare Erholung im Sektor. Die Aktie legte nachbörslich um über 16 Prozent zu. Anleger warten auf den von der Federal Reserve bevorzugten Indikator für die monatlichen Preissteigerungen. Am Nachmittag wird der PCE-Preisindex für den Mai veröffentlicht. Am Markt wird spekuliert, dass der neue Fed-Chef Warsh unter Trump unabhängiger agieren könnte; gleichzeitig preist der Markt eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im nächsten Monat ein, was den Goldpreis belastet.
Rückblick: Für den Euro-Stoxx-50 ging es nur moderat nach unten, der eher defensiv aufgestellte SMI legte sogar um 1,5 Prozent zu und markierte im Verlauf ein Allzeithoch. Die Ölpreise fielen weiter. US-Präsident Trump hatte in einem Social-Media-Beitrag mitgeteilt, der Iran habe den USA erklärt, er verlange keine Gebühren von Schiffen, die die Straße von Hormus befahren. Im Gefolge von Rheinmetall gaben Rüstungsaktien europaweit nach. Händler erklärten das auch mit dem ins Rollen kommenden Börsengang des Panzerherstellers KNDS. Hier würden Umschichtungen aus anderen Rüstungswerten erwartet, um Liquidität zu schaffen. Leonardo reduzierten sich um 4,8 Prozent und Thales um 1,2 Prozent. Die am Vortag stark abverkauften Chipaktien gaben erneut leicht nach und konnten zwischezeitliche Gewinne nicht behaupten. So fielen ASML um 0,5 Prozent oder STMicro um 0,2 Prozent. Im Hinblick auf die jüngst ins Straucheln geratene KI-Rally waren die Blicke bereits auf die Zahlen von Micron Technology am Abend gerichtet. Das Unternehmen gilt als wichtiger Indikator für KI-bezogene Ausgaben.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwächer - Im DAX fiel das Minus etwas deutlicher aus, ausgelöst durch den Kursrutsch der Rheinmetall-Aktie. Die Rheinmetall-Aktie rutschte um 18,7 Prozent auf 949 Euro ab und damit wieder unter die 1.000er Marke. Sie hat seit dem Hoch über 50 Prozent an Wert verloren. Deutschland hat das milliardenschwere F126-Fregatten-Projekt gestoppt. Das Verteidigungsministerium beschloss nach eigenen Angaben, einen Auftrag über sechs maßgeschneiderte F126-Fregatten nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen sollen acht Meko A-200-Fregatten vom deutschen Schiffbauer TKMS gekauft werden. TKMS stiegen daraufhin um 16,1 Prozent. Die Analysten von JP Morgan sehen nun diverse Ziele von Rheinmetall für das laufende Jahr als gefährdet oder kaum mehr erreichbar an. Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft bei Union Investment, wertete den Ifo-Anstieg im Juni als ein Hoffnungssignal. Er liefere aber noch keinen konjunkturellen Befreiungsschlag. Im SDAX gaben Init Innovation um 4,4 Prozent nach. Das Unternehmen hat eine Kapitalerhöhung im Schnellverfahren angekündigt. Für JP Morgan lieferten die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal von Fedex eine leicht positive Indikation für DHL (+0,2%).
XETRA-NACHBÖRSE
Der nachbörsliche Handel verlief in ruhigen Bahnen. Es gab keine wichtigen Unternehmensnachrichten.
USA - AKTIEN
Knapp behauptet - Zwischenzeitliche Erholungsansätze verpufften rasch, vor allem bei den Technologiewerten. Vor der Veröffentlichung der Geschäftszahlen des Chipkonzerns Micron nach Börsenschluss am Mittwoch zögerten die Anleger. Denn die Erwartungen an die Zahlen waren hoch und das Enttäuschungspotenzial entsprechend hoch. Micron verloren nach dem Kurseinbruch des Vortags weitere 0,4 Prozent. Intel und Nvidia sanken um 0,3 und 0,6 Prozent. Konjunkturdaten setzten keine Akzente. Das Defizit in der US-Leistungsbilanz ist im ersten Quartal 2026 gestiegen. Die Zahl der Neubauverkäufe ging im Mai wider Erwarten zurück. Unter den Einzelwerten schlossen Fedex knapp behauptet. Der Logistikkonzern hatte für sein viertes Geschäftsquartal Zahlen mit Licht und Schatten vorgelegt. Alphabet (-0,2%) profitierten nicht nachhaltig von der bevorstehenden Aufnahme in den Dow-Jones-Index, wo sie die Aktien von Verizon (-2,2%) ersetzen. Qualcomm (-3,3%) übernimmt das KI-Softwareunternehmen Modular in einem rund 3,9 Milliarden Dollar schweren Aktiendeal. Modular bietet Software an, mit der KI effizient über verschiedene Hardware-Architekturen hinweg ausgeführt werden kann, wodurch Entwickler KI zu geringeren Gesamtkosten einsetzen können. Broadcom schlossen 0,5 Prozent höher. Das Unternehmen liefert Silizium für einen KI-Prozessor von OpenAI, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Qualcomm (-3,3%) übernimmt das KI-Softwareunternehmen Modular für rund 3,9 Milliarden Dollar in Aktien. Modular bietet Software an, mit der KI effizient über verschiedene Hardware-Architekturen hinweg ausgeführt werden kann, wodurch Entwickler KI zu geringeren Gesamtkosten einsetzen können.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,15 -0,05 4,21 4,13 5 Jahre 4,18 -0,08 4,27 4,17 10 Jahre 4,41 -0,09 4,50 4,40
Die Renditen gaben nach ihrem jüngsten Anstieg deutlicher nach. Die kräftig gesunkenen Energiepreise hätten Inflationssorgen gelindert, erklärten die Analysten der Saxo Bank. Andere Marktteilnehmer verwiesen auf das attraktive Niveau der Renditen, das Käufer angelockt habe.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 19:00 Uhr EUR/USD 1,1364 +0,1 0,0007 1,1357 1,1360 EUR/JPY 183,79 +0,0 0,0400 183,7500 183,7300 EUR/CHF 0,922 -0,1 -0,0005 0,9225 0,9220 EUR/GBP 0,862 -0,1 -0,0004 0,8624 0,8623 USD/JPY 161,71 -0,0 -0,0600 161,7700 161,7500 GBP/USD 1,3177 +0,1 0,0012 1,3165 1,3170 USD/CNY 6,8038 -0,1 -0,0068 6,8106 6,8106 USD/CNH 6,8079 -0,1 -0,0045 6,8124 6,8138 AUS/USD 0,6898 -0,0 -0,0001 0,6899 0,6900 Bitcoin/USD 61.535,06 +1,0 634,15 60.900,91 59.831,91
Der Dollar wurde weiter gestützt von der Aussicht auf steigende Zinsen noch im laufenden Jahr. Der Dollarindex stieg um 0,2 Prozent.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 3.994,26 -0,2 -6,16 4.000,42 Silber 57,42 -0,0 -0,02 57,44 Platin 1.566,30 -0,8 -11,95 1.578,25
Der Goldpreis fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Dollar. Im späten Handel ermäßigte sich die Feinunze um 3,2 Prozent auf 3.975 Dollar. Neben dem starken Dollar belasteten auch Zinserhöhungsspekulationen das Edelmetall.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 69,5 -1,2 -0,84 70,34 Brent/ICE 72,62 -1,5 -1,12 73,74
Die Ölpreise weiteten ihre Verluste aus, nachdem US-Präsident Donald Trump in einem Social-Media-Beitrag mitgeteilt hatte, der Iran habe den USA erklärt, er verlange oder kassiere keine Gebühren von Schiffen, die die Straße von Hormus befahren. Der Preis für ein Barrel Brent reduzierte sich um gut 5 Prozent auf 73 Dollar. Dass die US-Ölvorräte in der vergangenen Woche stärker abgenommen hatten als erwartet, stützte die Preise nicht. Im asiatischen Handel am Donnerstag setzen die Ölpreise ihre Abwärtsbewegung fort.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
US-BANKENSTRESSTEST
Die großen US-Banken haben die jährlichen Stresstests der US-Notenbank Federal Reserve bestanden. Dieses Ergebnis war weithin erwartet worden, nachdem die Aufsichtsbehörden im vergangenen Jahr damit begonnen hatten, die Szenarien und Modelle der Prüfung im Voraus offenzulegen. Die Fed teilte am Mittwoch mit, dass die Großbanken gut gerüstet seien, um schweren wirtschaftlichen Gegenwind zu überstehen.
VW
hat einen Käufer für einen Mehrheitsanteile an dem Schiffs- und Kraftwerksmotorenbauer Everllence gefunden. Wie der DAX-Konzern mitteilte, verkauft er einen Anteil von 51 Prozent an den Finanzinvestor Bain Capital. Der Erlös von 7,4 Milliarden Euro ergebe sich aus dem Verkauf des 51-Prozent-Anteils und der erwarteten Verschuldung nach Abschluss der Leveraged Buy-out Transaktion. Der Buchwert von Everllence SE in der VW-Bilanz lag zum Stichtag 31. Mai bei rund 3,4 Mrd Euro. Volkswagen wird 49 Prozent an Everllence behalten und mittelfristig ein "wichtiger" Anteilseigner bleiben. Das Unternehmen, früher bekannt als MAN Energy Solutions, hat 16.000 Beschäftigte und erzielt einen Jahresumsatz von 4,9 Milliarden Euro mit Großmotoren und Turbomaschinen.
DOCMORRIS
Der Online-Apothekenbetreiber will seine Kosten durch Kürzungen in der Belegschaft und den Einsatz von künstlicher Intelligenz bis Ende 2027 um mindestens 15 Millionen Schweizer Franken jährlich reduzieren. Konzernweit sollen dazu rund 100 Vollzeitstellen wegfallen, wie das Unternehmen mitteilte. Die dafür nötigen lokalen gesetzlichen Verfahren würden unverzüglich eingeleitet.
OPENAI
hat einen eigenen Chip für Künstliche Intelligenz. Damit schließt sich das Unternehmen einem zunehmend vollen Feld von Herstellern maßgeschneiderter Chips an. Der ChatGPT-Macher stellte einen KI-Prozessor namens Jalapeño vor. Dieser integriert Silizium von Broadcom und Rack-Technologie von Celestica. OpenAI hat den Chip speziell für die KI-Inferenz entwickelt.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/cln/ros
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June 25, 2026 01:33 ET (05:33 GMT)
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