DJ NIM: Konsumklima weiterhin schwach - aber stabil
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Der Abwärtstrend bei der Kauflaune der deutschen Verbraucher ist vorerst gestoppt. Der vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelte Indikator zum Konsumklima prognostiziert für Juli einen Anstieg im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Zähler auf minus 29,2 Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Anstieg auf minus 27,8 Punkte erwartet.
"Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich derzeit auf niedrigem Niveau", erklärte Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. "Die Einkommensaussichten erholen sich nur wenig. Die Anschaffungsneigung verharrt im pessimistischen Bereich und auch die Sparneigung geht nicht zurück. Ein Aufwind in Richtung Vorkriegsniveau zeichnet sich daher noch nicht ab, auch wenn die Friedensverhandlungen und der Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen der Verbraucher mildern und die Konjunkturerwartungen wieder etwas aufhellen."
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die sich im letzten Monat deutlich aufgehellt haben, legen in diesem Monat nur leicht zu. Der Indikator steigt um 0,8 Zähler und liegt nun bei minus 12,2 Punkten. Insgesamt blicken die Konsumenten damit weiterhin weniger optimistisch auf ihre zukünftige finanzielle Lage als vor Beginn des Iran-Krieges.
Auch die Anschaffungsneigung bleibt von dieser verhaltenen Entwicklung nicht verschont. Der Indikator verringerte sich minimal um 0,2 Punkte auf minus 13,4 Punkte. Der Zeitpunkt, größere Anschaffungen zu tätigen, wird aus Verbrauchersicht daher weiterhin als eher ungünstig erachtet.
Die Sparneigung verharrt derweil unverändert auf einem sehr hohen Niveau; der Indikator liegt wie im Vormonat bei 13,9 Punkten, womit der leichte Rückgang seit Jahresbeginn vorerst zum Stillstand gekommen ist.
Der Blick auf die Gesamtwirtschaft hellt sich dagegen etwas auf. Die Konjunkturerwartung für die kommenden zwölf Monate verbesserte sich erneut um 2,5 Zähler und stieg auf minus 8,7 Punkte. Zwar rechnet die Mehrheit der Verbraucher weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, aber der Pessimismus scheint nachzulassen. Laut NIM mildern die Friedensverhandlungen und sinkende Rohölpreise die Sorgen vor einer anhaltend hohen Inflation.
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June 25, 2026 02:00 ET (06:00 GMT)
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