DJ Schnabel: EZB muss Leitzins aus heutiger Sicht weiter erhöhen
DOW JONES--Die Europäische Zentralbank (EZB) muss ihre Geldpolitik nach Aussage von EZB-Direktorin Isabel Schnabel trotz des deutlichen Rückgangs des Ölpreises weiter straffen. "Aus heutiger Sicht werden wir die Zinsen weiter anheben müssen, um die Inflation mittelfristig wieder auf unser Ziel von 2 Prozent zu bringen", sagte sie der Zeit. "Das Ausmaß und der Zeitpunkt weiterer Maßnahmen werden davon abhängen, wie sich der Konflikt, die Wirtschaft und die Inflation entwickeln."
Zwar habe die Aussicht auf ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran die Perspektiven aufgehellt, doch "ist der Waffenstillstand kein Grund für die Geldpolitik, die Wachsamkeit aufzugeben", sagte sie. Schnabel verwies darauf, dass die Energiepreise immer noch deutlich höher als vor dem Krieg seien. "Wir achten besonders auf die Energiepreise für künftige Lieferungen in den nächsten Jahren. Und diese Preise bleiben auf einem hohen Niveau."
Die EZB hatte ihren Einlagensatz Anfang des Monats erstmal seit 2023 angehoben - um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Schnabel sagte, dass das Zinsniveau noch nicht restriktiv sei. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hatte kürzlich gesagt, dass sich das obere Ende der Schätzungen des neutralen Gleichgewichtszinses auf 2,5 Prozent erhöht habe. Die nächste Zinsentscheidung steht am 23. Juli an.
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