DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
VDMA: Maschinenbau rechnet 2026 nur noch mit Stagnation
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat seine Wachstumserwartungen für das laufende Jahr zusammengestrichen und rechnet nur noch mit einer Stagnation. Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte, senkten die eigenen Ökonomen ihre reale Produktionsprognose für 2026 von bisher plus 1 Prozent auf plus/minus null Prozent. Hauptgrund für den pessimistischeren Ausblick sind die wirtschaftlichen Verwerfungen durch den Krieg in der Golfregion, der die globale Unsicherheit verschärft und die Inflation antreibt.
Deka: Deutsches BIP steigt 2026 um 0,7 Prozent
Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater rechnet damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 0,7 Prozent steigen wird. Im Januar hatte die Prognose noch bei 0,9 Prozent gelegen. Die Inflation sieht er bei 2,8 (Januar: 2,1) Prozent und den Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) bei 2,50 (2,00) Prozent. "Es ergibt sich die Chance, dass wir makroökonomisch wieder in den gleichen Fluss steigen, den wir im Februar verlassen haben", sagte er in einer Pressekonferenz zum Halbjahresausblick unter Verweis auf den damals begonnenen und inzwischen beendeten Iran-Krieg. Die US-Notenbank wird ihren Zins nach seiner Einschätzung bis Jahresende 2027 auf 3,00 bis 3,25 (derzeit: 3,50 bis 3,75) Prozent senken.
Deutsche Bank: EZB hebt Leitzins nochmal an - Fed senkt 2027
Volkswirte der Deutschen Bank rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik weiter straffen, die Fed die ihre dagegen lockern wird - wenn auch nicht so bald. "Die EZB dürfte die Zinsen noch einmal um 0,25 Prozentpunkte anheben, die Bank of Japan (BoJ) ihre Geldpolitik weiter normalisieren", heißt es einer Präsentation. Die Fed dürfte ihre Zinsen vorerst auf dem aktuellen Niveau belassen, 2027 könnten zwei Senkungen um je 0,25 Prozentpunkte folgen. Die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz seien "unklar". Die Inflation dürfte in der Eurozone auf bis zu 3,7 Prozent steigen und dann wieder sinken.
Welthandel im April gestiegen - ein weiteres Zeichen der Widerstandsfähigkeit
Die weltweiten Handelsströme sind im April gestiegen. Dies ist ein Zeichen für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit angesichts der durch den Konflikt im Nahen Osten verursachten Störungen im Schiffsverkehr und des Vertrauens der Unternehmen. Das Volumen der grenzüberschreitend gehandelten Waren lag um 0,7 Prozent höher als im März, einem Monat, in dem die Ströme um 2,3 Prozent gefallen waren. Dies geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des niederländischen Büros für wirtschaftspolitische Analyse - auch bekannt als CPB - hervor, das den Welthandel seit langem als wichtigen Einflussfaktor für die niederländische Wirtschaft beobachtet.
Verbraucherpreise in Tokio im Juni dürften unter BOJ-Ziel bleiben
Die Verbraucherinflation im Großraum Tokio, ohne die volatilen Preise für frische Lebensmittel, ist im Juni gegenüber dem Vorjahr laut einer Umfrage des Datenanbieters Quick unter Ökonomen wahrscheinlich um 1,6 Prozent gestiegen. Das wäre ein stärkerer Anstieg als die 1,3 Prozent im Mai, aber immer noch unter dem Ziel der Bank of Japan von 2 Prozent. Dennoch dürften sich höhere Ölpreise mit einiger Zeitverzögerung auf die Verbraucherpreise auswirken, meinen Ökonomen. Der stellvertretende Gouverneur der BOJ, Ryozo Himino, sagte kürzlich, die Auswirkungen der stark gestiegenen Rohölpreise würden sich wahrscheinlich um den Sommer herum deutlicher in den Verbraucherpreisen niederschlagen.
Japans massives Investitionsprogramm stößt auf Skepsis
Japans massives mehrjähriges Investitionsprogramm stößt auf Skepsis, ob es das Wachstum ankurbeln und gleichzeitig die Haushaltsdisziplin wahren kann. Unter der Annahme jährlicher Staatsausgaben von 10 Billionen Yen und einer durchschnittlichen Inflation von 2 Prozent würden sich die kumulierten Ausgaben vom Fiskaljahr 2027 bis 2040 auf rund 160 Billionen Yen belaufen, so der Ökonom des Nomura Research Institute, Takahide Kiuchi. Dies entspreche 43 Prozent des gesamten Projekts aus öffentlichen und privaten Investitionen in Höhe von 370 Billionen Yen. "Eine solch übergroße staatliche Intervention in die Investitionen des Privatsektors birgt das Risiko, die Marktdynamik zu verzerren und die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns zu erhöhen, wenn beide Sektoren Kapital in unrentable Bereiche pumpen", meint er. "Es birgt auch das Risiko, die Haushaltslage des Landes zu untergraben", fügt er hinzu.
Japans Investitionsplan dürfte Sorgen um Staatsfinanzen am JGB-Markt schüren
Japans massives Investitionspaket zur Ankurbelung des Wachstums und zur Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit dürfte die Sorgen um die Staatsfinanzen am Markt für japanische Staatsanleihen (JGBs) wachhalten, meint Koji Hamada von Daiwa Securities. Die Sektoren benötigten ein unterschiedliches Maß an staatlicher Unterstützung, wobei Bereiche wie Halbleiter und Cloud-Rechenzentren die umfangreichste Finanzierung erforderten, so der Ökonom. Selbst die weniger kapitalintensiven Sektoren würden wahrscheinlich auf langfristige Finanzierungen angewiesen sein, fügt er hinzu. Unabhängig vom letztendlichen Ergebnis dieser Investitionen bedeute der Plan der Regierung, dass die Emission neuer JGBs unweigerlich zunehmen werde, meint er.
Peking dürfte strategischen Fokus auf KI-Sektor verstärken
Peking dürfte seinen strategischen politischen Fokus auf den KI-Sektor verstärken, da es eine vollständige KI-Lieferkette aufbauen will, schreiben die Ökonomen von Nomura in einer Research Note. Während die KI-Investitionen in den USA überwiegend vom Privatsektor, insbesondere den Hyperscalern, getragen würden, würden Chinas KI-Investitionen vom Staat angeführt und hauptsächlich finanziert, merken die Ökonomen an. Der National Integrated Circuit Industry Investment Fund, bekannt als der Big Fund, habe eine entscheidende Rolle bei den Investitionen in Chinas Halbleiterindustrie gespielt. Ultralange Sonderanleihen der Zentralregierung und die Lokalregierungen hätten ebenfalls eine Rolle bei der Finanzierung von Sektoren mit KI-Bezug gespielt, sagen sie.
Neuer britischer Premier könnte unter Druck zur Änderung von Fiskalregeln geraten
Der neue britische Regierungschef dürfte unter Druck geraten, die Fiskalpolitik zu ändern, um mehr Staatsausgaben zu ermöglichen, schreibt Rob Wood von Pantheon Macroeconomics in einer Research Note. Die öffentlichen Finanzen Großbritanniens stehen wegen des schleppenden Wirtschaftswachstums und im Vergleich zum Ausgabenbedarf geringerer Staatseinnahmen unter Druck. Das Festhalten an den Fiskalregeln "würde es schwer machen, einige politische Prioritäten umzusetzen, wie zum Beispiel höhere Verteidigungsausgaben", so Wood. Es wird allgemein erwartet, dass Andy Burnham ohne Gegenkandidaten zum neuen britischen Premierminister ernannt wird, da bisher kein Herausforderer aufgetreten ist.
DJG/DJN/apo
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June 25, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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