Berlin (ots) -
Der Bundesverband Wasserpfeifentabak zeigt sich entsetzt über den Entwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes
Nach dem Entwurf des Bundesministeriums der Finanzen würde die Steuerlast für ein Kilogramm Wasserpfeifentabak (WPT) vom 1. Januar 2027 an bis zum Jahr 2030 schrittweise von aktuell rund 56 Euro/kg (durchschnittlicher Verkaufspreis: 139 Euro/kg) auf 188,46 Euro/kg steigen. Zuzüglich der Umsatzsteuer und des Wirtschaftsanteils würde ein Kilogramm fertiger Wasserpfeifentabak dann zwischen 250 und 300 Euro/kg kosten. Für eine übliche 200-Gramm-Dose, die heute noch rund 27,90 Euro im Handel kostet, müssten Verbraucher dann bis zu 60 Euro bezahlen. Im Jahr 2021 kostete sie noch 15,90 Euro, was einer Steigerung von 277,36 Prozent und einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 15,92 Prozent entspräche. Allein im ersten Schritt zum 1. Januar 2027 würde die Tabaksteuer um 88,74 Prozent steigen.
Da ein Kilogramm verkaufsfertiger Wasserpfeifentabak jedoch nur zu 10 bis 15 Prozent aus Tabak besteht, wie auch die EU-Kommission bereits in einem Bericht festgehalten hat, würde sich für den tatsächlich enthaltenen Tabak eine effektive Steuerbelastung von 1.257 bis 1.885 Euro/kg ergeben. Damit wäre WPT das am höchsten besteuerte Rauchtabakprodukt in Deutschland, obwohl es nur gelegentlich konsumiert wird. Selbst die Europäische Union wollte auf dieser Basis in ihren jüngsten Vorschlägen zur Mindestbesteuerung nur einen Steuersatz von rund 107 Euro/kg festlegen.
Statt Mehreinnahmen ist vollständiger Steuerverlust realistisch
Gegenwärtig rechnet das Bundesfinanzministerium in der Kategorie mit jährlichen Mehreinnahmen der Tabaksteuer von 31 bis 66 Mio. Euro - bei bisherigen Einnahmen von 63,2 Mio. Euro im Jahr 2025. Der Bundesverband Wasserpfeifentabak geht stattdessen davon aus, dass der Bundesfinanzminister bei der Haushaltsschätzung dann gleich mit einem vollständigen Ausfall des Steueraufkommens in der Kategorie planen kann, da bei derartigen Steuersätzen kein legaler Markt in Deutschland existieren kann.
Belegt ist dies aus Sicht des Verbandes mit der jüngsten Historie, die auch im Bundesfinanzministerium intensiv begleitet wurde. Aufgrund einer Mengenbegrenzung von 25 Gramm für Verkaufsverpackungen, die von Juli 2022 bis Juni 2024 galt, stieg produktionskostenbedingt der Verkaufspreis auf über 170 Euro/kg. Gleichzeitig sank das steuerliche Aufkommen auf unter 42 Mio. Euro, während die versteuerte Menge um 90 Prozent zurückging. Erst seit Juli 2024 erholt sich der Markt langsam - da aufgrund der Zusatzsteuer für Wasserpfeifentabak das Preisniveau im Vergleich zu 2021 immer noch um über 40 Prozent künstlich erhöht geblieben ist. Selbst der Zoll bezeichnet regelmäßig den Handel mit illegal hergestelltem Wasserpfeifentabak als lukrativer als den mit den meisten Drogen (vgl. https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Zigaretten/2025/z03_kontrolle_shisha_bar_k.html).
Dennoch wurde in dem hochpreisigen Zeitraum nicht weniger konsumiert. Stattdessen sind Konsumenten auf illegale Produkte ausgewichen, was zu einem Schwarzmarktanteil von rund 80 Prozent des Gesamtmarktes geführt hat. Den Steuersatz mit diesem Erfahrungsschatz nun mehr als verdreifachen zu wollen, ist aus Sicht des Bundesverbandes Wasserpfeifentabak nicht einmal mehr mit einem verzerrten Bild der Realität zu erklären - zumal fast ausschließlich Wasserpfeifentabak von dieser Anhebung betroffen ist.
Steuererhöhungen pünktlich vor den Wahlen im Osten
Für den Geschäftsführer des Bundesverbandes Wasserpfeifentabak, Folke Rega, drängt sich der Verdacht auf, dass es sich um eine politisch motivierte Erhöhung kurz vor den Landtagswahlen im Osten handelt: "Diese Steuerpläne sind ein Todesstoß für das Kulturgut Shisha. Zu diesem Preis wird niemand mehr legal Wasserpfeifentabak produzieren oder handeln können. Derartige Vorschläge sind angesichts der Entwicklung auch nicht mehr mit dyskalkulischen Fähigkeiten im sozialdemokratisch geführten Finanzministerium zu erklären, sondern riechen nach Stimmungsmache vor den Landtagswahlen im Osten."
Denn aus Verbandssicht trifft es vor allem Konsumenten, Händler, Hersteller und Betreiber von Shisha-Bars mit Migrationshintergrund, die von derartigen Steuererhöhungen besonders hart betroffen sind und in die Illegalität gedrängt werden sollen - um ungeliebte Shisha-Bars aus dem Stadtbild loszuwerden. Dabei zahlen gerade die legal agierenden Wirtschaftsteilnehmer Steuern und Abgaben für sich und ihre Angestellten. "Scheinbar versucht man in Teilen der SPD mit derartigen Steuererhöhungen doch noch einige Wähler vom rechten Rand zurückzufischen. Anders lässt sich diese beispiellose Erhöhung zu diesem Zeitpunkt nicht erklären", so Rega weiter.
Der Verband weist abschließend darauf hin, dass das Zurückdrängen des Schwarzmarktes nur mit einer Steuersenkung für Wasserpfeifentabak auf das Niveau von 2021 erreicht werden kann.
Pressekontakt:
Bundesverband Wasserpfeifentabak e. V.
Herr Folke Rega
Mobil: +49 162 1858416
info@wpt-verband.de
Original-Content von: Bundesverband Wasserpfeifentabak e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/162828/6302512
Der Bundesverband Wasserpfeifentabak zeigt sich entsetzt über den Entwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes
Nach dem Entwurf des Bundesministeriums der Finanzen würde die Steuerlast für ein Kilogramm Wasserpfeifentabak (WPT) vom 1. Januar 2027 an bis zum Jahr 2030 schrittweise von aktuell rund 56 Euro/kg (durchschnittlicher Verkaufspreis: 139 Euro/kg) auf 188,46 Euro/kg steigen. Zuzüglich der Umsatzsteuer und des Wirtschaftsanteils würde ein Kilogramm fertiger Wasserpfeifentabak dann zwischen 250 und 300 Euro/kg kosten. Für eine übliche 200-Gramm-Dose, die heute noch rund 27,90 Euro im Handel kostet, müssten Verbraucher dann bis zu 60 Euro bezahlen. Im Jahr 2021 kostete sie noch 15,90 Euro, was einer Steigerung von 277,36 Prozent und einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 15,92 Prozent entspräche. Allein im ersten Schritt zum 1. Januar 2027 würde die Tabaksteuer um 88,74 Prozent steigen.
Da ein Kilogramm verkaufsfertiger Wasserpfeifentabak jedoch nur zu 10 bis 15 Prozent aus Tabak besteht, wie auch die EU-Kommission bereits in einem Bericht festgehalten hat, würde sich für den tatsächlich enthaltenen Tabak eine effektive Steuerbelastung von 1.257 bis 1.885 Euro/kg ergeben. Damit wäre WPT das am höchsten besteuerte Rauchtabakprodukt in Deutschland, obwohl es nur gelegentlich konsumiert wird. Selbst die Europäische Union wollte auf dieser Basis in ihren jüngsten Vorschlägen zur Mindestbesteuerung nur einen Steuersatz von rund 107 Euro/kg festlegen.
Statt Mehreinnahmen ist vollständiger Steuerverlust realistisch
Gegenwärtig rechnet das Bundesfinanzministerium in der Kategorie mit jährlichen Mehreinnahmen der Tabaksteuer von 31 bis 66 Mio. Euro - bei bisherigen Einnahmen von 63,2 Mio. Euro im Jahr 2025. Der Bundesverband Wasserpfeifentabak geht stattdessen davon aus, dass der Bundesfinanzminister bei der Haushaltsschätzung dann gleich mit einem vollständigen Ausfall des Steueraufkommens in der Kategorie planen kann, da bei derartigen Steuersätzen kein legaler Markt in Deutschland existieren kann.
Belegt ist dies aus Sicht des Verbandes mit der jüngsten Historie, die auch im Bundesfinanzministerium intensiv begleitet wurde. Aufgrund einer Mengenbegrenzung von 25 Gramm für Verkaufsverpackungen, die von Juli 2022 bis Juni 2024 galt, stieg produktionskostenbedingt der Verkaufspreis auf über 170 Euro/kg. Gleichzeitig sank das steuerliche Aufkommen auf unter 42 Mio. Euro, während die versteuerte Menge um 90 Prozent zurückging. Erst seit Juli 2024 erholt sich der Markt langsam - da aufgrund der Zusatzsteuer für Wasserpfeifentabak das Preisniveau im Vergleich zu 2021 immer noch um über 40 Prozent künstlich erhöht geblieben ist. Selbst der Zoll bezeichnet regelmäßig den Handel mit illegal hergestelltem Wasserpfeifentabak als lukrativer als den mit den meisten Drogen (vgl. https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Zigaretten/2025/z03_kontrolle_shisha_bar_k.html).
Dennoch wurde in dem hochpreisigen Zeitraum nicht weniger konsumiert. Stattdessen sind Konsumenten auf illegale Produkte ausgewichen, was zu einem Schwarzmarktanteil von rund 80 Prozent des Gesamtmarktes geführt hat. Den Steuersatz mit diesem Erfahrungsschatz nun mehr als verdreifachen zu wollen, ist aus Sicht des Bundesverbandes Wasserpfeifentabak nicht einmal mehr mit einem verzerrten Bild der Realität zu erklären - zumal fast ausschließlich Wasserpfeifentabak von dieser Anhebung betroffen ist.
Steuererhöhungen pünktlich vor den Wahlen im Osten
Für den Geschäftsführer des Bundesverbandes Wasserpfeifentabak, Folke Rega, drängt sich der Verdacht auf, dass es sich um eine politisch motivierte Erhöhung kurz vor den Landtagswahlen im Osten handelt: "Diese Steuerpläne sind ein Todesstoß für das Kulturgut Shisha. Zu diesem Preis wird niemand mehr legal Wasserpfeifentabak produzieren oder handeln können. Derartige Vorschläge sind angesichts der Entwicklung auch nicht mehr mit dyskalkulischen Fähigkeiten im sozialdemokratisch geführten Finanzministerium zu erklären, sondern riechen nach Stimmungsmache vor den Landtagswahlen im Osten."
Denn aus Verbandssicht trifft es vor allem Konsumenten, Händler, Hersteller und Betreiber von Shisha-Bars mit Migrationshintergrund, die von derartigen Steuererhöhungen besonders hart betroffen sind und in die Illegalität gedrängt werden sollen - um ungeliebte Shisha-Bars aus dem Stadtbild loszuwerden. Dabei zahlen gerade die legal agierenden Wirtschaftsteilnehmer Steuern und Abgaben für sich und ihre Angestellten. "Scheinbar versucht man in Teilen der SPD mit derartigen Steuererhöhungen doch noch einige Wähler vom rechten Rand zurückzufischen. Anders lässt sich diese beispiellose Erhöhung zu diesem Zeitpunkt nicht erklären", so Rega weiter.
Der Verband weist abschließend darauf hin, dass das Zurückdrängen des Schwarzmarktes nur mit einer Steuersenkung für Wasserpfeifentabak auf das Niveau von 2021 erreicht werden kann.
Pressekontakt:
Bundesverband Wasserpfeifentabak e. V.
Herr Folke Rega
Mobil: +49 162 1858416
info@wpt-verband.de
Original-Content von: Bundesverband Wasserpfeifentabak e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/162828/6302512
© 2026 news aktuell
