DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
IAB-Arbeitsmarktbarometer stagniert im Juni
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verzeichnet für Juni eine Stagnation. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verharrte im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 99,6 Punkten. Das European Labour Market Barometer trat im Juni ebenfalls auf der Stelle und lag mit 100,1 Punkten den dritten Monat in Folge weiterhin leicht über der neutralen Marke von 100 Punkten. "Die demographische Schrumpfung ist endgültig am Arbeitsmarkt angekommen: Die Beschäftigung sinkt, während die Zunahme der Arbeitslosigkeit zu einem Ende kommt", erklärte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs.
EZB: Kurzfristige Inflationserwartung der Konsumenten fällt
Die kurzfristige Inflationserwartung der Konsumenten im Euroraum ist im Mai - schon vor dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni - gesunken. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) im Ergebnis ihrer Konsumentenumfrage mitteilte, erwarteten die Konsumenten für die nächsten zwölf Monate nur noch einen Anstieg der Verbraucherpreise um 3,5 (April-Umfrage: 4,0) Prozent. Die Erwartungen auf Sicht von drei Jahren blieben bei 2,9 Prozent und die auf Sicht von fünf Jahren bei 2,4. Die Mai-Umfrage fand zwischen 7. Mai und 1. Juni statt.
Bofa: EZB-Zinspause im September nicht sicher
Analysten der Bank of America (Bofa) halten eine Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin für möglich. In einer Analyse begründen sie diese Einschätzung vor allem mit der Entwicklung der Energiepreise. "Erstens entsprach das EZB-Basisszenario vom Juni insgesamt Zinsanhebungen um 50 Basispunkte, wobei Aufwärtsrisiken für weitere 25 Basispunkte bestanden. Sogar das milde Szenario stand im Einklang mit 50 Basispunkten, verbunden mit einem geringfügigen Risiko für etwas weniger", schreiben sie. Das Basisszenario im März habe aber auch auf zwei Zinsschritten basiert, und derzeit bewegten sich die Preise weiterhin recht nah an den März-Prognosen. "Bei Gas zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier liegen die Preise ebenfalls nahe am Basisszenario vom März."
Indische Zentralbank dürfte Zinsen vor Jahresende erhöhen
Die Reserve Bank of India wird nach Einschätzung der Volkswirte von HSBC im vierten Quartal wahrscheinlich zwei Zinserhöhungen um 25 Basispunkte vornehmen. "Angesichts fallender Ölpreise, aber steigender El-Niño-Risiken prognostizieren wir eine leicht verbesserte Mischung aus Wachstum und Inflation, aber es bleiben Herausforderungen bestehen", schreiben sie in einer Research Note. Eine Inflation, die sich seit rund sechs Monaten eher am oberen Ende des Toleranzbandes von 2 bis 6 Prozent bewege, sei schwer zu ignorieren, so die Volkswirte, die für dieses Fiskaljahr eine Inflation von 5,1 Prozent erwarten.
KI-Boom droht Inflationsausblick zu erhöhen
Der verschärfte Wettbewerb um Speicherchips inmitten steigender Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) schlage sich bereits in den Verbraucherpreisen nieder, schreibt James Bull von RSM UK in einer Research Note. Sowohl Apple als auch Microsoft hätten nun Preiserhöhungen vorgenommen, was eine branchenweite Reaktion auf Engpässe in der Lieferkette bestätige, so Bull. "Die vier größten US-Technologieunternehmen werden voraussichtlich allein im Jahr 2026 725 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren und KI-Ausrüstung ausgeben. Diese hohe Nachfrage nach Speicherchips hat zu einem Engpass geführt, mit dem die Lieferkette nicht Schritt halten kann."
+++ Konjunkturdaten +++
Schweden Juni Verbrauchervertrauen 93,6 (Mai: 92,8)
DJG/DJN/apo
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June 26, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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