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Nach dem vorläufigen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran fallen mit den Ölpreisen auch die Anleiherenditen wieder - Rückenwind für Immobilienaktien!
Deutsche Immobilienwerte hatten es zuletzt schwer ...
Deutsche Immobilienaktien hatten in den vergangenen Monaten mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zwar sind die Bewertungen von Aroundtown, LEG Immobilien, Vonovia und Co. moderat und die Dividendenrenditen überdurchschnittlich hoch. Die der Anstieg der Anleiherenditen und damit auch der Finanzierungskosten hat Anlegerinnen und Anleger davon abgehalten, hier zuzuschlagen. Gleichzeitig diene die eher defensive Branche als Liquiditätspool für Wetten auf Halbleiter und KI-Infrastrukturwerte.
Mit dem vorläufigen Ende des Iran-Krieges und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus haben sich die Ölpreise normalisiert. Sie befinden sich inzwischen wieder auf Vorkriegsniveau. Damit lässt zumindest mittelfristig auf der Inflationsdruck wieder nach, was sich trotz der Leitzinserhöhung der EZB in bereits fallenden Anleiherenditen niedergeschlagen hat. Damit könnte die Immobilienbranche vor einem Comeback stehen - auch weil sie Übertreibungen unverdächtig ist.
... doch das Umfeld verbessert sich - vor allem für LEG Immobilien!
Bei ihrer Auswahl sollten Anlegerinnen und Anleger jedoch selektiv vorgehen. Zwar erscheint Vonovia als größter deutscher Immobilienwert und DAX-Konzern die naheliegende, erste Wahl. Doch den besseren Deal dürfte aufgrund der Kombination aus niedrigerer Bewertung und geringerer Verschuldung jedoch die Aktie von Mitbewerber LEG Immobilien bieten. Mit über 170.000 vermieteten Einheiten sind die Düsseldorfer die Nummer 2 auf dem deutschen Wohnungsmarkt.

Erholung angelaufen, darum könnte sie jetzt weitergehen
Die Aktie von LEG Immobilien kämpft wie auch die von Vonovia mit einem hartnäckigen Abwärtstrend, welche die Probleme auf dem deutschen Immobilienmarkt und die in den vergangenen Jahren und Monaten gestiegenen Finanzierungskosten widerspiegeln. Dadurch ist es nicht nur zu einem Abwärtstrendkanal mit einer Breite von etwa 15 Euro, sondern vor Kurzem auch zu einem Mehrjahrestief gekommen. Die gelten in der technischen Analyse als Verkaufssignale.
Doch ausgehend von der psychologisch wichtigen Marke von 50 Euro konnten die Anteile eine Erholung einleiten. Diese wurde durch bullishe Divergenzen in den technischen Indikatoren RSI und MACD vorbereitet, welche seit März gegen den Trend der Aktie steigen. Mit dem Sprung über die Marke von 55 Euro ist LEG Immobilien ein erster Achtungserfolg gelungen. Ein frühes prozyklisches Kaufsignal läge jedoch erst oberhalb der 50-Tage-Linie vor. Bis hierhin ist es jedoch noch ein kleines Stück.
Doch die Chancen, dass der Anstieg gelingt, stehen gar nicht schlecht. Sowohl der RSI als auch der MACD haben ihre Erholung beschleunigt. Der RSI zeigt mit knapp 70 Punkten inzwischen Stärke an, ohne dass die Aktie bereits überkauft wäre. Das lässt ihr weiteren Raum nach oben. Der Trendstärkeindikator MACD zeigt unterhalb der Nulllinie liegend zwar noch einen Abwärtstrend der Aktie an, oberhalb der Signallinie verläuft er jedoch bereits, während der Vorzeichenwechsel näher rückt, was einen neuen Aufwärtstrend der Aktie bedeuten würde. Hierfür darf LEG Immobilien aber nicht nachhaltig unter 50 Euro und damit auf eine neue Mehrjahrestiefs fallen. Zur Oberseite dürfte sich eine Erholung zunächst bis in den Bereich um 65 Euro erstrecken, ehe es zu einer übergeordneten und dauerhaften Trendwende kommen könnte.
Fazit: Bewertung und Dividende attraktiv, mit dem Einsammeln beginnen
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung hat LEG Immobilien Anlegerinnen und Anlegern einiges zu bieten. Das für 2026 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt laut MarketScreener bei 6,0 und damit unter dem Wert von Vonovia, das auf 7,9 kommt. Für 2027 wird von Expertinnen und Experten ein mit 5,6 noch günstigeres KGV geschätzt. Auch hier hat LEG Immobilien gegenüber Vonovia (6,7) die Nase vorne.
Zwar bietet Vonovia mit rund 6,0 Prozent die höhere Dividendenrendite, denn LEG Immobilien dürfte für 2026 nur mit 5,5 Prozent aufwarten. Dafür verfügt die Nummer 2 des deutschen Wohnungsmarktes aber über die bessere Bilanz und damit auch die höhere Dividendensicherheit. Während das Verhältnis aus EBITDA und Gesamtverschuldung bei Vonovia bei 19 liegt, ist LEG Immobilien mit rund dem 16-Fachen seiner operativen Erträge verschuldet. Damit bietet LEG Immobilien die höhere finanzielle Flexibilität, auch wenn Vonovia sich um die Reduzierung seiner Schulden bemüht.
Anlegerinnen und Anleger, die nach der empfindlichen Korrektur der vergangenen Monate bei deutschen Immobilienwerten zuschlagen und sich attraktive Dividenden sichern möchten, sollten das bevorzugt bei LEG Immobilien und nicht bei Vonovia tun, das dem Mitbewerber mit Ausnahme der Dividende in vielen Dingen unterlegen ist.
Gastautor: Max Gross
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