FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Staatsanleihen haben am Freitag zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Nachmittag um 0,17 Prozent auf 127,47 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 2,85 Prozent.
Die Anleihen profitierten von den gesunkenen Ölpreisen, die ihre jüngste Talfahrt am Freitag nach einer kurzen Erholung am Vortag fortsetzten. Eine Zunahme der Spannungen im Nahen Osten hatte am Donnerstag nur vorübergehend die Ölpreise gestützt. Ein mutmaßlich iranischer Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus stellte das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran zur Beendigung des Kriegs und Wiederöffnung der Meerenge auf die Probe.
Die Ausschläge am Anleihemarkt hielten sich aber in Grenzen. Schließlich erklärte US-Präsident Donald Trump am späten Donnerstag, dass die Meerenge offen sei. Die Ölpreise gerieten daher wieder unter Druck.
Seit Mitte Juni sind die Ölpreise stark gefallen, was die Inflationserwartungen am Markt dämpfte und für einen Rückgang der Renditen sowie einen Anstieg der Kurse sorgte. Grund war das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran. Die Aussicht auf weitere Leitzinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) wurde so gedämpft.
Die Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone sind im Mai gesunken. Laut einer Umfrage der EZB erwarten die Konsumenten auf Sicht von 12 Monaten eine Preissteigerung um 3,5 Prozent. Zuvor hatten die befragten Verbraucher noch wegen der höheren Energiepreise infolge des Iran-Kriegs eine Inflation von 4,0 Prozent erwartet. Die Notenbank strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an./jsl/zb
