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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

TAGESTHEMA

Die USA und der Iran haben eine Einstellung der jüngsten Gefechte rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus vereinbart und wollen die Friedensgespräche wieder aufnehmen. Die tagelange Gewalt hatte den wichtigen Seeweg für den weltweiten Ölhandel stark beeinträchtigt, auf dem sich Schiffe nun wieder frei bewegen können. Ein mögliches Gipfeltreffen zur Beilegung des Konflikts und des iranischen Atomprogramms könnte bereits am Dienstag in Doha stattfinden, wie Regierungsbeamte beteiligter Länder bestätigten.

TAGESTHEMA

China hat Handelsbeschränkungen gegen Dutzende japanische Unternehmen und Forschungsinstitute verhängt und damit die Spannungen zwischen den beiden asiatischen Nachbarn weiter verschärft. Das chinesische Handelsministerium hat am Montag 20 japanische Einheiten, darunter auch einige Rüstungsunternehmen, auf seine Exportkontrollliste gesetzt. Damit ist es lokalen Exporteuren untersagt, Dual-Use-Produkte an diese Unternehmen zu liefern. Zu den Betroffenen gehören mehrere Tochtergesellschaften der Mitsubishi-Gruppe sowie Forschungseinrichtungen, darunter das Nationale Institut für Verteidigungsstudien. Bereits Anfang des Jahres hatte China den Export von kritischen Mineralien und anderen Gütern mit potenziellem militärischem Nutzen an mehrere große japanische Unternehmen verboten. Damit erhöhte Peking den Druck auf Tokio wegen Äußerungen von Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

07:00 NL/Prosus NV, Jahresergebnis

07:30 DE/Symrise AG, Pre-Close Aide-Mémoire 2Q

10:00 DE/Nagarro SE, HV

12:01 US/Honeywell Aerospace Inc, Abspaltung der Luftfahrttechniksparte von Honeywell International

17:30 DE/Siemens AG, Pre-Close Call 3Q

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Dermapharm        0,88 EUR 
 

AUSBLICK KONJUNKTUR

- ES 
  09:00 HVPI und Verbraucherpreise (vorläufig) Juni 
     HVPI 
     PROGNOSE: +3,4% gg Vj 
     zuvor:  +3,6% gg Vj 
- EU 
  10:00 EZB, Geldmenge M3 und Kreditvergabe Mai 
     Geldmenge M3 
     PROGNOSE: +2,7% gg Vj 
     zuvor:  +2,7% gg Vj 
 
  11:00 Index Wirtschaftsstimmung Juni 
     Wirtschaftsstimmung Eurozone 
     PROGNOSE: 94,5 
     zuvor:  93,5 
     Industrievertrauen Eurozone 
     PROGNOSE: -7,6 
     zuvor:  -8,0 
     Verbrauchervertrauen Eurozone 
     PROGNOSE:    -17,7 
     Vorabschätzung: -17,7 
     zuvor:     -19,0 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
Index            zuletzt +/- % 
DAX Futures        24.901,00  +0,3 
E-Mini-Future S&P-500   7.443,75  +0,6 
E-Mini-Future Nasdaq-100 29.542,00  +0,6 
Topix (Tokio)       3.951,23  -0,3 
Hang-Seng (Hongk.)    23.096,19  +1,9 
Shanghai-Comp.       4.019,33  -0,2 
 
Freitag: 
INDEX        zuletzt +/- % 
DAX        24.671,22  -1,3 
DAX-Future    24.830,00  -1,3 
XDAX       24.663,14  -0,0 
MDAX       31.588,65  -1,2 
TecDAX       3.860,16  -0,8 
SDAX       17.767,77  -0,5 
Euro-Stoxx-50   6.221,55  -0,7 
Stoxx-50      5.342,32  -0,6 
Dow-Jones     51.876,11  -0,1 
S&P-500      7.354,02  -0,1 
Nasdaq Composite 25.297,62  -0,2 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Ausblick: Nach dem Rücksetzer zum Wochenschluss werden die europäischen Aktienmärkte zunächst etwas höher erwartet. Bundesanleihen starten einen Tick tiefer in den Tag, während der Euro seitwärts knapp unter 1,14 Dollar gehandelt wird. Brent kostet am Morgen 73,90 Dollar und ist damit etwas teurer. Damit kehren einige Investoren in der Sommerpause an den Aktienmarkt zurück, nachdem sich die USA und der Iran darauf geeinigt haben, die tagelangen gegenseitigen Kämpfe um die Straße von Hormus zu beenden und die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Ein US-Beamter sagte, Schiffe würden sich nun wieder in der Straße von Hormus bewegen. Der scharfe Wettbewerb im Bereich der KI droht die Investitionsausgaben auf ein exzessives Niveau zu treiben. Dies gefährdet die Profitabilität führender Unternehmen und birgt das Risiko eines abrupten Einbruchs, der einige Volkswirtschaften in die Rezession stürzen könnte, erklärte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Rückblick: Leichter - Vor allem Verluste im Energie- und Technologiesektor zogen die Börsen nach unten. Der Energiesektor büßte mit den weiter gesunkenen Ölpreisen 2 Prozent ein. In London reduzierten sich BP um 2,4 Prozent, während Shell um 0,9 Prozent nachgaben. Repsol fielen in Madrid um 0,9 Prozent und die italienische Eni um 1,3 Prozent. Der Technologie-Index fiel um 1,3 Prozent. Die Aktien von Infineon gaben im DAX um 4,5 Prozent nach. Für die Papiere von Aixtron und Suss Microtec ging es um 1,5 bzw 5,5 Prozent nach unten. In Europa fielen ASML um 1 Prozent und STMicro um 3,8 Prozent. Der Markt sei besorgt über die sprunghaft steigenden Kosten für Speicherchips. Der massive KI-Ausbau entwickele sich zu einem neuen Katalysator für die Inflation, hieß es.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Schwächer - Größter Verlierer im DAX waren Zalando, die um 6,3 Prozent nachgaben. Grund war die Prüfung der Bafin des Konzernabschlusses für das vergangene Jahr. Es gebe konkrete Anhaltspunkte dafür, dass man darin gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen habe, hieß es von der Bafin. VW verloren 3,9 Prozent. Einem Bericht des Manager Magazins zufolge will der Konzern in den kommenden Jahren bis zu 100.000 der aktuell etwa 657.000 Arbeitsplätze abbauen. Evonik legten dagegen um 0,4 Prozent zu. Das Unternehmen hatte seine Gewinnerwartungen für 2026 nach einer unerwartet starken Geschäftsentwicklung für das von Lieferengpässen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg geprägten zweiten Quartal angehoben.

USA - AKTIEN

Knapp behauptet - Überraschend gut ausgefallene Daten zur Verbraucherstimmung ließen die Kurse ihre zunächst deutlicheren Verluste verringern. Gekauft wurden vor allem Aktien der Hersteller von Konsumgütern und der Gesundheitsbranche. Der Technologiesektor neigte jedoch weiter zur Schwäche. Hier belastete ein Bericht, wonach das KI-Startup OpenAI seinen geplanten Börsengang auf 2027 verschieben könnte. Überdies ging erneut die Sorge um, ob sich die hohen KI-Investitionen wirklich rechneten. Genährt worden waren diese Zweifel schon am Donnerstag von Apple. Der Konzern erhöht aufgrund der stark gestiegenen Speicherchipkosten die Verkaufspreise. Nachdem Apple am Vortag um gut 6 Prozent abgestürzt waren, erholte sich der Kurs um 2,2 Prozent. Die Kurse von Speichertiteln wie Micron Technology und Sandisk gaben um 6,7 bzw. 10,4 Prozent nach, Seagate büßten 12,2 Prozent ein. Händler sprachen von Sorgen, KI-Hyperscaler könnten ihre Ausgaben aufgrund der hohen Kosten für Speichermedien zurückschrauben. Ebenfalls im Technologiesegment brachen ON Semiconductor um rund 24 Prozent ein. Der Halbleiterkonzern übernimmt Synaptics (-3,7%). Moderna machten einen Satz von 12,6 Prozent. Der Pharmakonzern will sich neben Covid-Impfungen ein weiteres Standbein schaffen und Therapien zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten entwickeln.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries      Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre           4,09 -0,04    4,13      4,07 
5 Jahre           4,13 -0,03    4,17      4,12 
10 Jahre          4,37 -0,02    4,41      4,37 
 

Die deutlich gesunkenen Ölpreise dämpften Zinserhöhungserwartungen. Marktteilnehmer verwiesen überdies auf die am Vortag veröffentlichten, günstig ausgefallenen PCE-Inflationsdaten. Das wiederum ließ die Anleiherenditen etwas zurückkommen.

DEVISENMARKT

DEVISEN    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:20 Uhr 
EUR/USD     1,1382  -0,0  -0,0001     1,1383     1,1402 
EUR/JPY     184,18  +0,0  0,0700    184,1100    184,3500 
EUR/CHF     0,9218  0,0  0,0000     0,9217     0,9217 
EUR/GBP     0,8622  -0,0  -0,0003     0,8625     0,8630 
USD/JPY     161,8  +0,0  0,0700    161,7300    161,6700 
GBP/USD     1,3198  -0,0  -0,0003     1,3201     1,3209 
USD/CNY     6,7984  +0,0  0,0004     6,7980     6,7980 
USD/CNH     6,8018  -0,0  -0,0030     6,8048     6,8015 
AUS/USD     0,6888  -0,1  -0,0009     0,6897     0,6903 
Bitcoin/USD 59.753,34  +0,3  175,52    59.577,82   59.883,66 
 

Der Dollar wertete im Sog gesunkener Marktzinsen etwas ab. Der Dollarindex sank um 0,1 Prozent.

Euro und Dollar bewegen sich am Morgen kaum. "Die erneute Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende verstärkt die risikoscheue Stimmung", urteilen die OCBC-Analysten. Dies könnte dem Greenback etwas Zulauf bescheren.

ROHSTOFFE

METALLE

Metalle    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.049,15  -1,0  -39,09    4.088,23 
Silber      58,17  -1,7   -0,99      59,16 
Platin    1.602,36  -0,7  -11,93    1.614,29 
 

Gefallene Marktzinsen und die Dollar-Schwäche machten Gold attraktiver, die Feinunze verteuerte sich um 1,0 Prozent auf 4.066 Dollar.

ÖL

ROHÖL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex      70  +1,1   0,77      69,23 
Brent/ICE    72,45  +0,6   0,46      71,99 
 

Spekulationen auf ein steigendes Angebot drückten die Ölpreise. Brent verbilligte sich um 4,7 Prozent auf 71,73 Dollar je Fass. Der Preis für WTI fiel um 3,8 Prozent auf 69,18 Dollar. Der iranische Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus vom Donnerstag änderte nach Angaben von Beobachtern nichts an der Erwartung, dass die Ölflüsse aus der Region wieder zunehmen werden.

Nach den wechselseitigen Angriffen am Wochenende zwischen den USA und dem Iran steigen die Ölpreise am Morgen etwas.

MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR

GELDPOLITI USA

Der Präsident der Federal Reserve von Minneanapolis, Neel Kashkari, geht von einer Zinserhöhung in diesem Jahr aus. Bei einer Diskussionsrunde beim Aspen Ideas Festival sagte er, er sei einer von neun Fed-Entscheidungsträgern, die in der jüngsten Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen, die die Zentralbank vergangene Woche zum Abschluss ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni veröffentlicht hat, davon ausgehen, dass die Fed die Zinssätze bis Ende des Jahres anheben muss. Dies markierte eine Abkehr von seiner vorherigen Prognose. Zuvor hatte Kashkari gesagt, er habe auf der geldpolitischen Sitzung der Fed im März eine Zinssenkung bis zum Jahresende prognostiziert.

ZOLLPOLITIK USA / EU

US-Präsident Donald Trump will neue Steuern in Europa für US-Tech-Konzerne mit Zöllen vergelten. Er drohte europäischen Ländern auf seiner Plattform Truth Social, die Steuern für digitale Dienstleistungen erheben, mit Zöllen von 100 Prozent.

RATING USA

Die Ratingagentur Standard & Poor's Global Ratings (S&PGR) stuft die Bonität der USA unverändert mit der Note AA+ ein. Der Ausblick sei nach wie vor stabil, teilte S&PGR mit.

KONJUNKTUR JAPAN

Einzelhandelsumsatz Mai +5,3% gg Vorjahr

Einzelhandelsumsatz Supermärkte Mai +5,0% gg Vj

FINANZMARKT

Nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich braut sich etwas zusammen an den Finanzmärkten: Rekordhohe Staatsschulden treffen auf einen fragilen Bondmarkt, riskant agierende Hedgefonds und heikle KI-Finanzierungen. Die Ökonomen der Bank der Zentralbanken rufen eindringlich zu einer Regulierung der Schattenbanken auf. Der Anleihemarkt laufe auf eine Situation zu, wie sie vom Ausmaß her zuletzt in der Finanzkrise bestanden hatte, warnt die BIZ in ihren neuen Jahresbericht. (Börsen-Zeitung)

GÜTERTRANSPORT DEUTSCHLAND

Die hohen Temperaturen werden nach Einschätzung der Speditionsbranche zunehmend zu einem Risiko für den Güterverkehr. "Die andauernde Extremhitze führt die Verkehrsinfrastrukturen teilweise bereits an Belastungsgrenzen und beeinträchtigt auch die Güterlogistik", sagte Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik, dem Handelsblatt. Auf einigen Autobahnen sei der Straßenbelag bereits so stark beschädigt, dass Strecken gesperrt worden seien. "Auch Schienen, Oberleitungen, Weichen und Stellwerke sind betroffen, sodass der Schienengüterverkehr zusätzlich gestört wird." Sorgen bereitet der Branche auch die Entwicklung auf den Wasserstraßen. (Handelsblatt)

ABWANDERUNG INDUSTRIE

In den nächsten vier Jahren werden deutsche Unternehmen ihre Geschäfte zunehmend in Wachstumsregionen verlagern, außerhalb von Deutschland und Europa. Ganz oben auf der Strategieagenda stehen rigorose Kostensenkungen am Heimatstandort. 60 Prozent der Firmen planen daher für Deutschland mit fortschreitendem Stellenabbau. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft Horvath unter 1.000 Unternehmen. (Handelsblatt)

AIRLINES

Langstreckenfluggesellschaften stellen sich auf zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe ein, da ein drohender Mangel an CO2-Zertifikaten die Preise für die zum Ausgleich ihrer Emissionen erforderlichen Genehmigungen in die Höhe treiben könnte. Laut einer Untersuchung des Datenanbieters MSCI Carbon Markets könnten die Kosten für Zertifikate bis 2035 fast auf das Achtfache steigen und 100 US-Dollar pro Tonne erreichen, weil die Nachfrage der Fluggesellschaften das Angebot übersteigt. (Financial Times)

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/cln/flf

(END) Dow Jones Newswires

June 29, 2026 01:33 ET (05:33 GMT)

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