EQS-News: Gerresheimer AG
/ Schlagwort(e): Jahresergebnis/Jahresbericht
Gerresheimer legt Jahres- und Konzernabschluss 2025 vor: Stabiler Umsatz in einem herausfordernden Geschäftsjahr
Düsseldorf, 29. Juni 2026. Gerresheimer, innovativer System- und Lösungsanbieter und globaler Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche, hat heute den mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahres- und Konzernabschluss 2025 veröffentlicht. Die Veröffentlichung war aufgrund der nun abgeschlossenen internen Untersuchungen zur Erfassung von Umsatzerlösen und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 verschoben worden. Fehlerhafte Buchungen wurden in den nun vorliegenden Abschlüssen umfassend aufgearbeitet und korrigiert. Der Umsatz der Gerresheimer Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2025 durch die erstmalige Einbeziehung von Bormioli Pharma um 16,6 % auf 2,321 Mrd. Euro (2024: 1,991 Mrd. EUR angepasst). Das Adjusted EBITDA erreichte 384,0 Mio. EUR (2024: 388,0 Mio. EUR angepasst). Die währungsbereinigte Adjusted EBITDA-Marge lag bei 16,8 % (2024: 19,4 % angepasst, pro-forma). Im Vergleich zu den kombinierten, währungsbereinigten Pro-forma-Zahlen des Vorjahres wuchs der Umsatz um 0,3 %. Das organische Wachstum wurde vor allem durch den Geschäftsbereich Plastics & Devices und dort insbesondere durch die hohe Nachfrage nach Drug Delivery Devices getragen. Der Geschäftsbereich Primary Packaging Glass hingegen war vom Nachfragerückgang im Bereich Primärverpackungen für Kosmetik und pharmazeutische Oral Liquids beeinflusst. Hier gingen die organischen Umsatzerlöse und das Adjusted EBITDA im Vergleich zu den kombinierten Pro-Forma-Zahlen des Vorjahres zurück. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Gerresheimer Umsatzerlöse in der unteren Hälfte der Spanne von 2,3 bis 2,4 Mrd. EUR und eine Adjusted EBITDA-Marge zwischen 17 und 18 %. "Die Veröffentlichung des testierten Jahres- und Konzernabschlusses 2025 ist ein wichtiges positives Signal für unsere Kunden, Finanzierungspartner und Investoren", so Wolf Lehmann, CFO der Gerresheimer AG. "Transparenz und Compliance haben für uns höchste Priorität. Wir haben die Sachverhalte umfassend aufgearbeitet und in den Abschlüssen berücksichtigt. Mit dem gut voranschreitenden Verkauf unserer US-Tochter Centor, der geplanten Refinanzierung und der weiterhin konsequenten Umsetzung unseres Transformationsprogramms werden wir darüber hinaus bereits in den nächsten Monaten unsere Finanzlage Schritt für Schritt verbessern." Plastics & Devices: Weiterhin hohe Nachfrage nach Drug Delivery Devices Der Geschäftsbereich Plastics & Devices erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse in Höhe von 1,346 Mrd. EUR (2024: 1,294 Mrd. EUR angepasst, pro-forma). Davon steuerte Bormioli Pharma rund 167 Mio. EUR bei. Das Adjusted EBITDA lag bei 315 Mio. EUR (2024: 320 Mio. EUR angepasst, pro-forma), rund 30 Mio. EUR der Erträge entfielen dabei auf Bormioli Pharma. Die währungsbereinigte Adjusted EBITDA-Marge betrug 23,5 %, nach 24,7 % (angepasst, pro-forma) im Vorjahr. Im Vergleich zu den kombinierten, währungsbereinigten Pro-Forma-Zahlen des Vorjahres wuchs der Umsatz um 5,2 % und das Adjusted EBITDA um 0,2 %. Dabei konnte die hohe Nachfrage nach Drug Delivery Devices und Spritzen die gedämpfte Nachfrage im Bereich pharmazeutische Primärverpackungen aus Kunststoff für Oral Liquids kompensieren. Der Geschäftsbereich Primary Packaging Glass erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse in Höhe von 983,5 Mio. EUR (2024: 1,052 Mrd. EUR angepasst, pro forma). Hierzu trug Bormioli Pharma Umsatzerlöse in Höhe von 168 Mio. EUR bei. Das Adjusted EBITDA betrug 126,2 Mio. EUR (2024: 182,0 Mio. EUR angepasst, pro forma), davon steuerte Bormioli Pharma 31 Mio. EUR bei. Die währungsbereinigte Adjusted EBITDA-Marge sank auf 13,1 %, nach 17,6 % im Vorjahr (angepasst, pro-forma). Im Vergleich zu den kombinierten, währungsbereinigten Pro-Forma-Zahlen des Vorjahres ging der Umsatz um 5,5 % zurück, das Adjusted EBITDA um 29,9 %. Ursächlich für den Umsatzrückgang waren unter anderem die anhaltend gedämpfte Nachfrage im Kosmetikgeschäft sowie bei pharmazeutischen Primärverpackungen für Oral-Liquids im Bereich Moulded Glass. Positiv entwickelte sich hingegen die Nachfrage nach den sterilen und gebrauchsfertigen Gx RTF Vials, die jedoch den Rückgang bei Ampullen, Fläschchen und Karpulen nicht kompensieren konnten. Der Rückgang der Adjusted EBITDA-Marge ist insbesondere auf die niedrigeren Umsätze im Bereich Moulded Glass zurückzuführen sowie auf operative Herausforderungen im Moulded Glass Werk Chicago Heights in den USA und Anlaufverluste nach dem Wannenneubau- und Erweiterungsprojekt in Lohr, Deutschland. Wertminderungen und Restrukturierungsaufwendungen Das Konzernergebnis in Höhe von -318,7 Mio. EUR (2024: 84,3 Mio. EUR angepasst) wurde durch nicht-zahlungswirksame Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von insgesamt rund 521,5 Mio. EUR (2024: 199,2 Mio. EUR) und Sonderbelastungen inklusive Restrukturierungen in Höhe von rund 71,8 Mio. EUR (2024: 27,7 Mio. EUR angepasst) beeinflusst. Die Wertminderungen beziehen sich im Wesentlichen auf Technologie- und Entwicklungsprojekte der Sensile Medical AG, Geschäfts- und Firmenwerte sowie die Vermögenswerte der Gerresheimer Moulded Glass Chicago Inc., Chicago, USA. Das Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights wird im Rahmen des Gerresheimer Transformationsprogramms (gto) zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen. Zudem haben sich die planmäßigen Abschreibungen durch die erstmalige Einbeziehung von Bormioli Pharma erhöht. Aufgrund des negativen Konzernergebnis, das sich teilweise im Einzelabschluss der Gerresheimer AG widerspiegelt, wird für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende ausgeschüttet werden. Umfassende Aufarbeitung der Sachverhalte und Korrekturen nach IAS 8 Als Ergebnis der Untersuchung einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei zur Umsatzerfassung aus Bill-and-Hold Vereinbarungen mit Kunden und aus der Untersuchung einer zweiten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Umsatzerfassung und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 hatten sich Korrekturen nach IAS 8 ergeben. Für das Geschäftsjahr 2024 belief sich der Korrekturbedarf insgesamt auf 44,6 Mio. EUR bei den Umsatzerlösen und 31,4 Mio. EUR beim Adjusted EBITDA. 17,3 Mio. EUR betrafen fehlerhaft erfasste Umsätze aus Bill-and-Hold-Vereinbarungen, 27,4 Mio. EUR andere Korrekturen, darunter Bewertung von Vorräten und andere Sachverhalte. Dabei haben einzelne Mitarbeitende und Führungskräfte gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen verstoßen. Bei den Korrekturen des Adjusted EBITDA waren 5,5 Mio. EUR auf Bill-and-Hold und 25,9 Mio. EUR auf andere Korrekturen zurückzuführen. Umsatzerlöse in Höhe von 24,5 Mio. EUR, die zuvor im Geschäftsjahr 2024 erfasst worden waren, darunter 11,4 Mio. EUR aus Bill-and-Hold Vereinbarungen, wurden nun im Geschäftsjahr 2025 erfasst. Die juristische Bewertung der Sachverhalte und Verantwortlichkeiten im Hinblick auf mögliche Schadensersatzforderungen dauert an. Eingeleitete Maßnahmen Gerresheimer hat auf die identifizierten Sachverhalte reagiert. Das Unternehmen wird zukünftig auf eine Umsatzerfassung aus Bill-and-Hold-Vereinbarungen verzichten. Bei Verstößen gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen wurden personelle Konsequenzen gezogen. Der Code of Conduct wurde überarbeitet und durch eine global angelegte interne Informationskampagne und Schulungsmaßnahmen erneut ins Bewusstsein gerückt. Die Abteilungen Group Compliance und Internal Audit wurden zudem personell verstärkt. Prognose 2026: Verbesserte Ertrags- und Finanzlage Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Gerresheimer vor M&A- und Refinanzierungsaktivitäten Umsatzerlöse in der unteren Hälfte der Spanne von 2,3 und 2,4 Mrd. EUR, eine Adjusted EBITDA-Marge von rund 17 bis 18 %, sowie unter Berücksichtigung unter anderem eines niedrigeren Factoring-Volumens einen Free Cashflow von -50 bis -100 Mio. EUR. Der Verkaufsprozess von Centor schreitet gut voran. Gerresheimer erwartet noch in diesem Jahr den Abschluss der Transaktion. Der Mittelzufluss aus dem Verkauf wird ebenso wie die noch in diesem Jahr geplante Fremdkapital-Refinanzierung die Finanzlage wieder verbessern. Die Ertragslage wird sich insbesondere durch ein erwartetes umsatzstärkeres 2. Halbjahr 2026 und die weiterhin konsequente Umsetzung der Gerresheimer Transformation Offensive (gto) verbessern. Angepasster Finanzkalender Durch die spätere Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses haben sich auch die Termine für die Quartalsmitteilung zum 1. Quartal 2026, für die Hauptversammlung 2026 und den Halbjahresfinanzbericht 2026 verschoben: Quartalsmitteilung Q1 2026: Juli / August 2026 Der Geschäftsbericht 2025 steht auf der Gerresheimer Website zum Download zur Verfügung:
Über Gerresheimer
Kontakt Gerresheimer
29.06.2026 CET/CEST Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht, übermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group. |
| Sprache: | Deutsch |
| Unternehmen: | Gerresheimer AG |
| Peter-Müller-Str. 3 | |
| 40468 Düsseldorf | |
| Deutschland | |
| Telefon: | +49-(0)211/61 81-00 |
| Fax: | +49-(0)211/61 81-121 |
| E-Mail: | gerresheimer.ir@gerresheimer.com |
| Internet: | http://www.gerresheimer.com |
| ISIN: | DE000A0LD6E6 |
| WKN: | A0LD6E |
| Börsen: | Regulierter Markt in Frankfurt (Prime Standard); Freiverkehr in Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart, Tradegate BSX |
| EQS News ID: | 2355948 |
| Ende der Mitteilung | / EQS News-Service |
2355948 29.06.2026 CET/CEST




