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Dow Jones News
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MÄRKTE EUROPA/Kaum verändert - Nagarro haussieren nach Übernahmeangebot

DJ MÄRKTE EUROPA/Kaum verändert - Nagarro haussieren nach Übernahmeangebot

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag wenig verändert geschlossen. Das Umfeld wurde insgesamt als konstruktiv beschrieben. Der Ölpreis, auch wenn er zu Wochenbeginn etwas anzog, bewegt sich in der Zwischenzeit wieder auf Niveaus wie zum Zeitpunkt des Beginns des Iran-Kriegs. Die USA und der Iran haben sich darauf geeinigt, die jüngsten tagelangen gegenseitigen Kämpfe um die Straße von Hormus zu beenden und die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Ein US-Beamter sagte, Schiffe würden sich nun wieder durch die Meerenge bewegen. Dem DAX fehle es momentan aber anscheinend an Kurssteigerungsfantasie, so die DZ Bank.

Der DAX gab um 0,2 Prozent auf 24.627 Punkte nach, für den Euro-Stoxx-50 ging es dagegen um 0,2 Prozent auf 6.232 Punkte nach oben. Der Euro zog nach der jüngsten Korrektur an auf 1,1420 Dollar. Die Anleger nun blicken auf das am Berichtstag beginnende Zentralbanker-Forum in Sintra, das bis Mittwoch andauern wird. Hier wird sich auch der neue Chairman der US-Notenbank, Kevin Warsh, präsentieren. Die Anleger erhoffen sich vor allem Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die meisten Beobachter rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung im laufenden Jahr trotz des jüngsten Rückgangs des Ölpreises.

Mit Blick auf die kommenden Tage stehen am Mittwoch die Erzeugerpreise Juni aus der Eurozone im Fokus. Im Marktkonsens wird ein leichter Rückgang der Inflation im Euroraum erwartet. Dies könnte als ein erstes Anzeichen für eine beginnende leichte Abschwächung des Preisdrucks vom Höchststand gewertet werden. Am Donnerstag steht dann der US-Arbeitsmarktbericht aus den USA einen Tag früher als gewohnt auf der Agenda. Am Freitag bleiben die US-Börsen im Vorfeld des Unabhängigkeitstages geschlossen.

Daneben dürfte die Berichtssaison für das zweite Quartal schon bald Akzente setzen. Das Gewinnwachstum in Europa dürfte sich im zweiten Quartal laut den Konsensschätzungen am Markt auf 12 Prozent im Jahresvergleich beschleunigt haben, so die Deutsche Bank. Diese Dynamik werde jedoch stark vom Energiesektor getrieben, während das zugrunde liegende Wachstum ohne Energie voraussichtlich im mittleren einstelligen Bereich bleiben werde.

Nicht hilfreich für den DAX war der Einbruch des Schwergewichts Deutsche Telekom. Hintergrund dürfte nach Einschätzung aus dem Handel die geplante Aufspaltung von Comcast sein. Das Mediengeschäft soll abgestoßen werden, übrig bliebe ein reiner Telekom- und Breitbandanbieter. Damit entstünde neue Konkurrenz für die etablierten Platzhirsche in den USA, was auf die Preise drücken dürfte. Deutsche Telekom, die über die Tochter T-Mobile in den USA stark präsent sind, verloren 5,5 Prozent. An der Wall Street fielen auch AT&T und Verizon kräftig.

Für Heidelberg Materials ging es mit Abschlägen von 9,4 Prozent noch stärker nach unten. RBC Capital hat die Prognosen für das zweite Quartal kräftig gesenkt. Die Analysten erwarten nun nur noch ein organisches Wachstum von 1,3 Prozent, was deutlich unter der Marktschätzung von 3,4 Prozent liegen würde. Auch bei den Umsätzen von 5,68 Milliarden Euro liegt RBC klar unter dem Konsens von 5,88 Milliarden. Die Analysten rechnen zudem mit zunehmendem Margendruck.

Der Technologie-Investor Prosus (+2,4%) plant im kommenden Jahr Aktienrückkäufe im Volumen von 5 Milliarden US-Dollar und sucht weiterhin nach Übernahmemöglichkeiten. Damit will das Unternehmen die Gewinne aus seiner Beteiligung an der chinesischen Tencent Holdings in das eigene Geschäft investieren. Das in Amsterdam börsennotierte Unternehmen ist der größte Aktionär von Tencent und Eigentümer von Unternehmen wie den Essenslieferplattformen Just Eat Takeaway und iFood. Prosus teilte am Montag mit, dass es weiterhin in das eigene Geschäft investieren wolle, um Wachstum und Rentabilität zu steigern.

Die Aktie von Nagarro haussierte mit Aufschlägen von 87,7 Prozent auf 75,90 Euro. Den Grund lieferte ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von 81 Euro pro Aktie von Persistent Systems. Vorstand und Aufsichtsrat von Nagarro unterstützten die Transaktion und empfehlen die Annahme.

VW blieben unter Druck und gaben um 2,7 Prozent nach. VW bleibe eine Baustelle und sei mehr denn je von Europa abhängig, während der Konzern eine weitere Restrukturierungsrunde einleite, so Jefferies, die indes die Kaufempfehlung für das Papier bestätigten, wenngleich bei einem reduzierten Kursziel. Derweil berichtete die "Bild"-Zeitung, dass die Wolfsburger das Projekt des mit Bosch geplanten Autopiloten beende. Der "Rausschmiss von Bosch" ist Teil des aktuellen Rettungsplans, der das Überleben von Volkswagen sichern soll.

Rheinmetall setzten zu einer Erholung an und gewannen 2,6 Prozent. Für Hensoldt ging es 4,1 Prozent nach oben, während Renk 1,3 Prozent gewannen. TKMS legten 3,5 Prozent zu.

Gerresheimer hat nun einen testierten Jahresabschluss 2025 mit "uneingeschränktem Bestätigungsvermerk" erhalten und unter dem Strich einen Verlust verbucht. Der Ausblick für das laufende Jahr wurde im Zuge der Veröffentlichung aber gesenkt. Als Gründe nennt der Verpackungshersteller "kundenseitige Projektverschiebungen", "operative Herausforderungen" unter anderem im Zusammenhang mit Produktionsanläufen sowie das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld. Für die Gerresheimer-Aktie ging es dennoch um 5,9 Prozent nach oben.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.232       +0,2          +7,4 
Stoxx-50        5.360       +0,3          +8,6 
Stoxx-600        636       +0,0          +7,4 
DAX          24.627       -0,2          +0,7 
FTSE-100 London    10.508       -0,2          +5,8 
CAC-40 Paris      8.385       -0,2          +3,5 
AEX Amsterdam     1.061       +0,4         +12,2 
ATHEX-20 Athen     6.204       +0,8         +15,9 
BEL-20 Brüssel     5.740       -0,4         +12,9 
BUX Budapest     139.790       -0,5         +25,9 
OMXH-25 Helsinki    6.144       +0,1          +7,7 
OMXC-20 Kopenhagen   1.593       -0,1          -1,0 
PSI 20 Lissabon    9.136       +0,3         +10,8 
IBEX-35 Madrid    19.425       -0,2         +12,2 
FTSE-MIB Mailand   51.265       -0,2         +14,1 
OBX Oslo        1.837       +0,3         +15,0 
PX Prag        2.561       +0,4          -4,6 
OMXS-30 Stockholm   3.154       +0,4          +9,4 
WIG-20 Warschau   134.782       -0,3         +15,3 
ATX Wien        6.406       -0,9         +20,3 
SMI Zürich      14.173       +0,4          +6,8 
* gerundet 
 
DEVISEN     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:20 Uhr 
EUR/USD      1,1420  +0,3  0,0037     1,1383     1,1402 
EUR/JPY      184,93  +0,5  0,8200     184,11    184,3500 
EUR/CHF      0,923  +0,1  0,0012     0,9217     0,9217 
EUR/GBP      0,862  -0,1  -0,0005     0,8625     0,8630 
USD/JPY      161,93  +0,1  0,2000     161,73    161,6700 
GBP/USD      1,3243  +0,3  0,0042     1,3201     1,3209 
USD/CNY      6,7936  -0,1  -0,0044     6,7980     6,7980 
USD/CNH      6,8005  -0,1  -0,0043     6,8048     6,8015 
AUS/USD      0,6881  -0,2  -0,0016     0,6897     0,6903 
Bitcoin/USD  59.656,62  +0,1   78,80    59.577,82   59.883,66 
 
ROHÖL      zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     70,55  +1,9   1,32      69,23 
Brent/ICE     72,96  +1,4   0,97      71,99 
 
Metalle     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.021,10  -1,6  -67,13    4.088,23 
Silber       57,95  -2,0   -1,21      59,16 
Platin     1.576,92  -2,3  -37,37    1.614,29 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt

(END) Dow Jones Newswires

June 29, 2026 12:07 ET (16:07 GMT)

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