DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Schneller Ölpreisrückgang mindert Handlungsdruck auf EZB - Agentur
Der unerwartet schnelle Rückgang der Energiepreise in der vergangenen Woche hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) verringert, die Leitzinsen im nächsten Monat anzuheben. Wie Reuters unter Berufung auf vier namentlich nicht genannte, mit den Diskussionen vertraute Personen berichtet, werden die Argumente für eine kleine Erhöhung zu einem späteren Zeitpunkt jedoch weiterhin als stichhaltig angesehen.
Lagarde: EZB kann maßvoll auf Schocks reagieren
Die Europäische Zentralbank (EZB) operiert nach den Worten ihrer Präsidentin Christine Lagarde nach Jahren voller "unkonventioneller Maßnahmen" nun wieder in einem Umfeld, in dem sie ihr klassisches Leitzinsinstrument den Umständen entsprechend einsetzen kann. In ihrer Rede zur Eröffnung des geldpolitischen Symposiums in Sintra zog Lagarde eine positive Bilanz ihrer bisherigen Amtszeit und äußerte sich zuversichtlich, dass die EZB die richtigen Antworten auf die aktuellen externen Schocks finden werde. "Wir müssen nicht mehr mit der gleichen Vehemenz eingreifen. Wir können maßvolle Anpassungen der Leitzinsen vornehmen, die auf die jeweiligen Schocks abgestimmt sind. Zudem benötigen wir keine komplexen Formen der Forward Guidance mehr. Unsere Entscheidungen sind datenabhängig und werden von Sitzung zu Sitzung getroffen", sagte sie.
Deutscher Einzelhandelsumsatz im Mai höher als erwartet
er Umsatz im deutschen Einzelhandel hat sich im Mai besser als erwartet entwickelt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stieg er gegenüber dem Vormonat preis-, saison- und kalenderbereinigt um 1,1 Prozent und lag um 1,8 (April: minus 0,6) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten lediglich eine monatliche Stagnation prognostiziert. Im April waren die Umsätze auf Monatssicht nach revidierten Angaben um 0,4 Prozent gesunken. Vorläufig war ein Plus von 0,1 Prozent gemeldet worden. Nominal stiegen die Umsätze um 1,0 Prozent auf Monats- und 3,2 (1,3) Prozent auf Jahressicht.
Ifo-Preiserwartungen sinken im Juni deutlich
Weniger Unternehmen wollen ihre Preise in nächster Zeit erhöhen. Die Ifo-Preiserwartungen sanken im Juni auf 26,4 Punkte von saisonbereinigt 30,0 im Mai. "Sinkende Energiepreise, zu denen die Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten zusätzlich beigetragen haben, scheinen die Unternehmen zuversichtlicher hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage gemacht zu haben", sagte der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser. Allerdings dürften die Produzenten- und Verbraucherpreise in den nächsten Monaten weiter steigen, fügte er hinzu.
Deutsche Importpreise im Mai 6,8 Prozent über Vorjahresniveau
Der Inflationsdruck von der Einfuhrseite hat in Deutschland im Mai zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stiegen die Importpreise gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent und lagen um 6,8 (April: 5,3) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das war der höchste Wert seit Dezember 2022 (9,6 Prozent).
Erwerbstätigenzahl in Deutschland stagniert im Mai
Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat im Mai auf dem Niveau des Vormonats stagniert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren rund 45,68 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland (Inländerkonzept) erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 7.000 (0,0 Prozent) weniger als im April. Im Vorjahresvergleich sank die Zahl der Erwerbstätigen um 171.000 Personen (minus 0,4 Prozent). Damit setzte sich der seit August 2025 erkennbare Abwärtstrend im Vorjahresvergleich fort. In den Monaten März und April 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls jeweils bei minus 0,4 Prozent gelegen.
Chinas verarbeitendes Gewerbe expandiert - gestützt von Exporten
Chinas verarbeitendes Gewerbe ist im Juni expandiert, nachdem es im Vormonat stagnierte. Dies ist zum Teil auf robuste Exporte angesichts der starken weltweiten Nachfrage nach Produkten für künstliche Intelligenz und grünen Technologien zurückzuführen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg in diesem Monat auf 50,3 von 50,0 im Mai, wie aus den am Dienstag vom Nationalen Statistikamt veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Wert für Juni übertraf die Prognose von 50,1 aus einer Umfrage des Wall Street Journal unter Ökonomen. Der offizielle PMI für den Nicht-Industriesektor, der sowohl Dienstleistungen als auch die Bautätigkeit abdeckt, stieg auf 50,2 von 50,1 im Vormonat. Der Subindex für die Dienstleistungstätigkeit kletterte auf 50,4 von 50,3 im Mai, während der Subindex für das Baugewerbe bei 49,0 lag, verglichen mit 48,8 im Vormonat.
Japans Industrieproduktion steigt im Mai schwächer als erwartet
Japans Industrieproduktion ist im Mai gestiegen, wenn auch langsamer als erwartet. Grund dafür sind der andauernde Nahostkonflikt und Sorgen um die Energieversorgung. Die Industrieproduktion stieg laut den am Dienstag veröffentlichten Regierungsdaten um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und erreichte damit das gleiche Tempo wie im April. Eine von dem Datenanbieter Quick durchgeführte Umfrage unter Ökonomen hatte einen Anstieg von 1,1 Prozent prognostiziert. Aus den Daten ging zudem hervor, dass japanische Unternehmen für Juni einen Anstieg der Industrieproduktion um 3,7 Prozent erwarten. Im Juli soll sie dann unverändert bleiben.
EU und China planen weitere Zusammenarbeit bei Handelsfragen
Die Europäische Union (EU) und China werden ein System zur Überwachung von Handelsströmen einrichten und streben weitere Gespräche in diesem Herbst an. Das sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao in Brüssel. Die EU will die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Regionen verbessern. Die Beziehungen zwischen der EU und China sind zunehmend angespannt, weil sich das Handelsbilanzdefizit der EU gegenüber Peking vergrößert. Unternehmen sind jedoch weiterhin auf die Region angewiesen, wenn es um Schlüsselexporte wie kritische Rohstoffe geht. "Die Kluft vergrößert sich", sagte Sefcovic. "Dieser Trend ist nicht nachhaltig, und der Status quo ist keine Option."
Japans Finanzministerin wegen Yen-Schwäche zu Intervention bereit
Japans Finanzministerin hat angesichts der Yen-Schwäche ihr Versprechen erneuert, übermäßige Schwankungen der japanischen Währung zu stoppen. "Wir werden jederzeit bei Bedarf angemessene Maßnahmen in Bezug auf die Währungen ergreifen", sagte Satsuki Katayama am Dienstag auf einer Pressekonferenz, nachdem der Yen gegenüber dem Dollar fast bis auf ein 40-Jahrestief gefallen war. Investoren reagieren besonders wachsam auf mögliche Interventionen.
GB/BIP 1Q +0,6% gg Vorquartal (vorläufig: +0,6%)
GB/BIP 1Q +0,9% gg Vorjahr (vorläufig: +1,1%)
GB/Investitionen 1Q endgültig +0,9% gg Vq; -1,3% gg Vj
GB/Investitionen 1Q revidiert von vorläufig +0,7% gg Vq; -1,8% gg Vj
GB/Leistungsbilanz 1Q Defizit 22,1 Mrd GBP
GB/Leistungsbilanz 1Q PROGNOSE Defizit 21,3 Mrd GBP
Japan/Arbeitslosenquote Mai 2,5% (PROG: 2,5%)
Schweden Mai Einzelhandelsumsatz -0,2% gg Vormonat
Schweden Mai Einzelhandelsumsatz +8,0% gg Vorjahr
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
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June 30, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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