DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Verbraucherpreise in Bundesländern sinken im Juni
Der Inflationsdruck in sechs deutschen Bundesländern hat sich im Juni verringert. Wie aus vorläufigen Veröffentlichungen der Statistischen Landesämter hervor geht, sanken die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,2 bis 0,4 Prozent, und die Jahresteuerungsraten gingen um 0,1 bis 0,5 Prozentpunkte zurück. Für Gesamtdeutschland erwarten Volkswirte bisher, dass die Verbraucherpreise auf dem Niveau des Vormonats stagniert haben und wie im Mai um 2,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen.
Inflation in Frankreich schwächt sich stärker ab als erwartet
Die Inflation in Frankreich hat sich im Juni stärker als erwartet abgeschwächt. Der Preisdruck lässt angesichts sinkender Energiekosten nach, was auf die nachlassenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen ist. Laut den am Dienstag von der französischen Statistikbehörde Insee veröffentlichten EU-harmonisierten Daten verlangsamte sich das Wachstum der Verbraucherpreise auf 2,0 Prozent im Jahresvergleich, nach 2,8 Prozent im Mai. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten im Konsens mit einem geringeren Rückgang auf 2,3 Prozent gerechnet.
Inflation in Italien kühlt stärker ab als erwartet
Die Inflation in Italien hat sich im Juni stärker als erwartet abgeschwächt. Dies deutet darauf hin, dass der Preisdruck angesichts sinkender Energiekosten aufgrund der nachlassenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran nachzulassen beginnt. Die Inflation verlangsamte sich laut der Statistikbehörde Istat auf 3,0 Prozent von 3,2 Prozent. Ökonomen hatten erwartet, dass die Inflationsrate unverändert bleiben würde.
EZB/Nagel: Inflation dürfte deutlich über Ziel bleiben
Die Inflationsgefahr im Euroraum ist nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel noch nicht gebannt. Nagel sagte dem Sender CNBC laut Bericht der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich erwarte, dass die Inflationsrate deutlich über unserem Ziel bleiben wird." Der Energiepreisschock, der mit dem Konflikt im Nahen Osten aufgekommen sei, sei noch nicht vorbei. "Er ist noch im System", fügte er hinzu. Der Rückgang der Ölpreise sei zwar eine Überraschung, doch bleibe die Lage im Nahen Osten "sehr undurchsichtig". Auf die Frage, ob er eine weitere Zinserhöhung für angebracht halte, sagte Nagel, es sei noch zu früh, darüber eine Entscheidung zu treffen. Er wolle abwarten, bis sich ein klareres Bild abzeichne.
Deutsche Arbeitslosenzahl sinkt erneut unerwartet
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im Juni entgegen den Erwartungen nicht zugenommen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, sank die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 1.000, nachdem sie sich bereits im April unerwartet um 12.000 verringert hatte. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 6,3 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 5.000 und eine unveränderte Quote von 6,3 Prozent prognostiziert. Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren sank die Zahl der Arbeitslosen um 15.000 auf 2,936 Millionen. Die Arbeitslosenquote ging auf 6,2 (6,3) Prozent zurück.
Neues Mitglied im BoJ-Board will Yen genau im Auge behalten
Das neueste Mitglied im geldpolitischen Board der Bank of Japan hat zugesagt, die Auswirkungen eines schwachen Yen auf die Preise sorgfältig zu beobachten. Klare Hinweise auf ihre geldpolitische Haltung gab sie jedoch nicht. "Es gibt einige aufkommende Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Währungsschwankungen einen größeren Einfluss auf die Preise haben als früher", sagte Ayano Sato am Dienstag auf ihrer ersten Pressekonferenz als Mitglied des BoJ-Direktoriums. "Da das Ziel der Bank of Japan darin besteht, ihr Preisstabilitätsziel von 2 Prozent auf nachhaltige und stabile Weise zu erreichen, ist es notwendig, die Entwicklungen sowohl bei den Wechselkursen als auch bei den Preisen genau und sorgfältig zu beobachten", sagte sie.
UK-Kartellbehörde nimmt Apple und Google bei Zahlungsverkehr ins Visier
Die britische Wettbewerbsaufsicht will gegen Einschränkungen durch Apple und Google im Zahlungsverkehr vorgehen. Beide sollen Beschränkungen lockern, die britische App-Entwickler derzeit daran hindern, ihre Nutzer auf alternative Zahlungsplattformen zu lenken. Die Competition and Markets Authority (CMA) teilte am Dienstag mit, sie werde in dieser Angelegenheit Konsultationen mit Apple und Google einleiten mit dem Ziel, es App-Entwicklern zu ermöglichen, die von den US-Technologiekonzernen festgelegten Gebühren zu umgehen.
EU begrenzt zollfreie Stahlimporte und erhebt 50% Zoll oberhalb Quote
Die Europäische Union wird ab Mittwoch die Menge an zollfreiem Stahl begrenzen, die ihre Mitgliedstaaten importieren dürfen. Dies ist Teil der Bemühungen der EU, die europäische Stahlindustrie vor Überkapazitäten zu schützen. Das neue System sieht vor, das zollfreie Stahlimportvolumen auf 18,3 Millionen Tonnen zu begrenzen. Zölle oberhalb dieser Quote werden auf 50 Prozent angehoben von zuvor 25 Prozent. Die Europäische Kommission teilte am Dienstag mit, dass die Hälfte der Quote von 18,3 Millionen Tonnen für Länder reserviert sei, die Freihandelsabkommen mit der EU haben.
Kartellamt warnt vor Preiserhöhungen nach Ende des Tankrabatts
DOW JONES--Das Bundeskartellamtes will die Entwicklung der Spritpreise nach dem Auslaufen des Tankrabatts weiter im Blick behalten. "Die Steuersenkung auf Kraftstoffe läuft Ende Juni aus, mit einem Anstieg der Kraftstoffpreise ist zu rechnen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt bei der Vorstellung des Jahresberichts 2025/26. "Wir werden die Preisentwicklung sehr genau beobachten. Unternehmen dürfen die Situation nicht dazu nutzen, Preiserhöhungen vorzunehmen, die sich sachlich nicht rechtfertigen lassen." Entsprechenden Hinweisen werde seine Behörde konsequent nachgehen.
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June 30, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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