
© Foto: Alireza Jalilian auf Unsplash.
Von Euphorie ist bei der Aktie des australischen Drohnenabwehrspezialisten nichts mehr zu spüren. Die Anteile geraten immer tiefer in die Kurskrise.
DroneShield: Keine Nachrichten können auch gute Nachrichten sein ...
Um DroneShield ist es in den vergangenen Wochen ruhig geworden. Das ist grundsätzlich eine positive Nachricht, denn in den vergangenen Monaten war der australische Drohnenabwehrspezialist immer wieder auch für Negativschlagzeilen gut. Mit Blick auf die Aktienkursentwicklung wäre es allerdings an der Zeit, dass Unternehmen würde auch mit positiven Neuigkeiten wieder auf sich aufmerksam machen, denn die Aktie befindet sich in einem Abwärtstrend.
Gegenüber dem Jahreswechsel steht inzwischen ein Minus von über 20 Prozent zu Buche, maßgeblich durch Verluste in den vergangenen Wochen - das Sentiment gegenüber Rüstungswerten hat sich nach dem Ende des Iran-Konflikts spürbar abgekühlt. Gleichzeitig nehmen die Hoffnungen auf einen Waffenstillstand auch in der Ukraine zu, nachdem Russland strategisch und wirtschaftlich immer stärker unter Druck gerät
... die Aktie wäre auf neue Impulse allerdings dringend angewiesen!
Die andauernden Kursverluste haben zu einer ganzen Reihe von Verkaufssignalen geführt - und die Bären haben bereits die nächste Unterstützung im Visier. Fällt auch diese, könnte es noch einmal deutlich ungemütlicher werden als in den zurückliegenden Wochen ohnehin schon!

Langfristiger Aufwärtstrend in Gefahr
Gegenüber der langen Phase der Trendlosigkeit zwischen 2020 und 2023 befindet sich die DroneShield-Aktie zwar in einem übergeordneten Aufwärtstrend, doch dieser gerät inzwischen immer stärker unter Beschuss. Seit dem Rekordhoch im vergangenen Jahr liegt ein hartnäckiger Abwärtstrend vor, auf den die Käuferinnen und Käufer der Aktie bislang keine Antwort gefunden haben. Auch das Unternehmen selbst reagierte unbeholfen mit der vermurksten Veröffentlichung von Auftrags- und Finanzdaten sowie massiven Insiderverkäufen.
Zwar konnte sich das Papier zwischenzeitlich immer wieder auch erholen, doch genau das Ausbleiben neuer Erholungsversuche hat in den vergangenen Wochen zu einer signifikanten Eintrübung des Chartbilds beigetragen. Nicht nur wurde die Abwärtstrendlinie wiederholt bestätigt, die Aktie ist inzwischen auch deutlicher als zuvor unter ihre gleitenden Durchschnitte gefallen. Die haben mit einem Death Cross außerdem ein Verkaufssignal geliefert.
Derzeit deutet nur wenig auf eine Trendwende hin
Der Abwärtstrend wird dabei von den technischen Indikatoren, die sich ihrerseits selbst in Abwärtsbewegungen befinden, begleitet und bestätigt. Das verbürgt sich für Nachhaltigkeit und deutet darauf hin, dass es zu keiner baldigen Trendwende kommen dürfte. Als Schicksalslinie könnte sich dabei die bei 2,00 Australischen Dollar (AUD; 1,21 Euro) verlaufende Unterstützung entpuppen. Wird diese behauptet, besteht eine Rebound-Chance bis wenigstens zum Widerstandsbereich um 3,00 AUD (1,81 Euro). Muss sie aufgegeben werden, drohen mit neuen Mehrjahrestiefs auch neue Verkaufssignale.
Gegenwärtig ist das bearishe Szenario mit einem Bruch der Unterstützung zu befürworten, da die technischen Indikatoren zwar schwach, aber noch nicht überkauft sind, wie vor allem der Relative-Stärke-Index (RSI) anzeigt. Unterdessen bestätigt der unter der Nulllinie liegende Trendstärkeindikator MACD den Abwärtstrend und lässt mit einer Notierung unterhalb der (roten) Signallinie sogar eine weitere Beschleunigung befürchten. Unter 2,00 AUD wären die Bereiche um 1,65 AUD (1,00 Euro) und 1,40 AUD (0,85 Euro) die nächsten, aus dem Kursverlauf ableitbaren Unterstützungen.
Fazit: Auch die Bewertung bietet kein Argument für den Kauf der Aktie
Auch mit Blick auf die Unternehmensbewertung sind eher die Bären im Vorteil. Für 2026 ist DroneShield mit einem KGV2 von 66,2 bewertet, selbst für 2027 steht noch ein KGVe von 35,2 zu Buche. Das liegt deutlich über dem Mittelwert der Branche, und das in einem Umfeld, in dem der Wettbewerbsdruck zunimmt, da sich immer mehr Rüstungskonzerne im Bereich Drohnenabwehr engagieren. Wäre DroneShield ein Unternehmen mit starken Governance-Prinzipien und unhinterfragbar vertrauenswürdigem Management, ließe sich eine Premiumbewertung vielleicht rechtfertigen, aber genau das ist nicht der Fall.
Damit dürfte sich der schwache Trend der Aktie ohne grundsätzlich neue Impulse bis auf Weiteres fortsetzen. Wer bereits investiert ist, muss zwischen dem Aussitzen des Abwärtstrends oder der Begrenzung der Verluste entscheiden. Anlegerinnen und Anleger, die an einem Einstieg interessiert sind, sollten entweder eine nachhaltige Bodenbildung oder einen Ausbruch über 3,00 AUD abwarten, der neue Kaufsignale liefern würde.
Gastautor: Max Gross
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