Frankfurt am Main (ots) -
- 92 Prozent der befragten Unternehmen müssten nach eigenem Bekunden investieren, aber nur 61 Prozent planen es für die kommenden Monate
- KfW-Chef Stefan Wintels: "Zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife"
- Fast die Hälfte der Unternehmen verzeichnete in den vorangegangenen zwölf Monaten einen Nachfragerückgang
- Mehr als ein Viertel der Unternehmen bewertet den Kreditzugang derzeit als schwierig
Die deutschen Unternehmen nehmen bei sich große Investitionsrückstände wahr. In einer Unternehmensbefragung, die KfW Research gemeinsam mit 19 Spitzen-, Fach-, und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchgeführt hat, gaben 92 Prozent der Unternehmen an, dass sie grundsätzlich Investitionsbedarf haben. Am häufigsten sehen sie diesen im Bereich Digitalisierung, wo 53 Prozent Bedarf melden. Demgegenüber planen allerdings lediglich 61 Prozent der Unternehmen, in den kommenden zwölf Monaten auch Investitionsprojekte durchzuführen.
Das ist nur wenig mehr als die Quote der Unternehmen, die im vergangenen Jahr Investitionen getätigt haben, nämlich 57 Prozent. Dieser Wert lag sogar unter dem Niveau des Krisenjahres 2009, als noch 68 Prozent investierten. Als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung gaben die Unternehmen, die 2025 nicht investiert haben, das gesamtwirtschaftliche Umfeld an, gefolgt von den hohen Kosten für Energie, Material und Löhne.
Insbesondere beim Zugang zu Finanzierungen hakt es bei den Unternehmen derzeit. Die Unternehmensbefragung 2026 zeigt, dass sich das Finanzierungsklima im Vergleich zur Vorerhebung 2024 noch weiter eingetrübt hat. Der Anteil der Unternehmen, die die Aufnahme eines Kredits als leicht einschätzten, lag bei nur 24 Prozent - acht Prozentpunkte weniger als 2024. Etwa 26 Prozent schätzten die Aufnahme eines Kredits als schwierig ein. Je kleiner die befragten Unternehmen waren, umso schwieriger gestaltete es sich für sie, eine Finanzierung zu bekommen.
Darüber hinaus befinden sich viele Unternehmen in Deutschland derzeit in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Laut Befragung verzeichneten 46 Prozent der Unternehmen in den vorangegangen zwölf Monaten Nachfragerückgänge. Nur 20 Prozent berichteten über Zuwächse. Auch für die kommenden zwölf Monate zeichnet sich keine Wende ab: 40 Prozent erwarten weitere Einbußen bei der Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen. Dabei schauen größere Unternehmen optimistischer in die Zukunft als Kleinstunternehmen.
Die konjunkturelle Schwäche setzt auch die Kapitalstruktur der Unternehmen unter Druck. Rund 31 Prozent von ihnen meldeten im Frühjahr 2026, dass ihre Eigenkapitalquote in den zurückliegenden zwölf Monate gesunken ist. Nur 23 Prozent berichteten über eine Verbesserung. Auch bei den Ratingnoten zeigt sich eine Verschlechterung: Für 2025 meldeten 25 Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung und nur 14 Prozent eine Verbesserung ihrer Ratingnote.
"Die Zahlen zeigen: Deutschland steht vor einer großen Investitionsaufgabe - staatlich wie privat. Unsere Unternehmen wissen dabei sehr genau, wo sie investieren müssen - in Digitalisierung, Dekarbonisierung, Innovation. Doch zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife", sagt Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW. "Wenn wir Bürokratie abbauen, Planungssicherheit stärken, qualifizierte Einwanderung ermöglichen und Finanzierung verlässlich verfügbar machen, kann sich diese Zurückhaltung schnell in eine neue Dynamik verwandeln. Als Förderbank des Bundes stehen wir bereit, tragfähige Vorhaben zu finanzieren und Risiken zu teilen. Jetzt geht es darum, den Mut zur Erneuerung in konkrete Investitionen zu übersetzen - gemeinsam mit Politik, Banken und Verbänden, damit aus Vorsicht wieder Zuversicht und aus Überlegungen konkrete Investitionen werden."
Die Studie ist zu finden unter Unternehmensbefragung | KfW (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research/Unternehmensbefragung.html)
Über die Unternehmensbefragung: Die Befragung wurde zum 23. Mal unter Unternehmen aller Größenklassen, Wirtschaftszweige, Rechtsformen und Regionen durchgeführt. An der Erhebung nahmen 1.567 Unternehmen aus 19 Spitzen-, Fach- und Regionalverbänden der Wirtschaft teil. Sie erfolgte im Zeitraum zwischen Anfang März und Ende April 2026 und bildet im Wesentlichen die Situation und Stimmungslage im Jahr 2025 sowie zu Beginn des Jahres 2026 ab.
Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundes den Mittelstand mit zahlreichen Förderprogrammen. Weitere Informationen unter Wir stärken den Mittelstand (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Mittelstand-st%C3%A4rken.html?kfwmc=kk.o.kfwon.presse.na.na.na.allgemein-sonstiges.mittelstand-staerken.pressemitteilung.na.na.journalisten.na)
Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Konzernkommunikation und Markensteuerung (KK), Nina Luttmer,
Tel. +49 69 7431 41336
E-Mail: nina.luttmer@kfw.de, Internet: www.kfw.de
Original-Content von: KfW, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/41193/6305709
- 92 Prozent der befragten Unternehmen müssten nach eigenem Bekunden investieren, aber nur 61 Prozent planen es für die kommenden Monate
- KfW-Chef Stefan Wintels: "Zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife"
- Fast die Hälfte der Unternehmen verzeichnete in den vorangegangenen zwölf Monaten einen Nachfragerückgang
- Mehr als ein Viertel der Unternehmen bewertet den Kreditzugang derzeit als schwierig
Die deutschen Unternehmen nehmen bei sich große Investitionsrückstände wahr. In einer Unternehmensbefragung, die KfW Research gemeinsam mit 19 Spitzen-, Fach-, und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchgeführt hat, gaben 92 Prozent der Unternehmen an, dass sie grundsätzlich Investitionsbedarf haben. Am häufigsten sehen sie diesen im Bereich Digitalisierung, wo 53 Prozent Bedarf melden. Demgegenüber planen allerdings lediglich 61 Prozent der Unternehmen, in den kommenden zwölf Monaten auch Investitionsprojekte durchzuführen.
Das ist nur wenig mehr als die Quote der Unternehmen, die im vergangenen Jahr Investitionen getätigt haben, nämlich 57 Prozent. Dieser Wert lag sogar unter dem Niveau des Krisenjahres 2009, als noch 68 Prozent investierten. Als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung gaben die Unternehmen, die 2025 nicht investiert haben, das gesamtwirtschaftliche Umfeld an, gefolgt von den hohen Kosten für Energie, Material und Löhne.
Insbesondere beim Zugang zu Finanzierungen hakt es bei den Unternehmen derzeit. Die Unternehmensbefragung 2026 zeigt, dass sich das Finanzierungsklima im Vergleich zur Vorerhebung 2024 noch weiter eingetrübt hat. Der Anteil der Unternehmen, die die Aufnahme eines Kredits als leicht einschätzten, lag bei nur 24 Prozent - acht Prozentpunkte weniger als 2024. Etwa 26 Prozent schätzten die Aufnahme eines Kredits als schwierig ein. Je kleiner die befragten Unternehmen waren, umso schwieriger gestaltete es sich für sie, eine Finanzierung zu bekommen.
Darüber hinaus befinden sich viele Unternehmen in Deutschland derzeit in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Laut Befragung verzeichneten 46 Prozent der Unternehmen in den vorangegangen zwölf Monaten Nachfragerückgänge. Nur 20 Prozent berichteten über Zuwächse. Auch für die kommenden zwölf Monate zeichnet sich keine Wende ab: 40 Prozent erwarten weitere Einbußen bei der Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen. Dabei schauen größere Unternehmen optimistischer in die Zukunft als Kleinstunternehmen.
Die konjunkturelle Schwäche setzt auch die Kapitalstruktur der Unternehmen unter Druck. Rund 31 Prozent von ihnen meldeten im Frühjahr 2026, dass ihre Eigenkapitalquote in den zurückliegenden zwölf Monate gesunken ist. Nur 23 Prozent berichteten über eine Verbesserung. Auch bei den Ratingnoten zeigt sich eine Verschlechterung: Für 2025 meldeten 25 Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung und nur 14 Prozent eine Verbesserung ihrer Ratingnote.
"Die Zahlen zeigen: Deutschland steht vor einer großen Investitionsaufgabe - staatlich wie privat. Unsere Unternehmen wissen dabei sehr genau, wo sie investieren müssen - in Digitalisierung, Dekarbonisierung, Innovation. Doch zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife", sagt Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW. "Wenn wir Bürokratie abbauen, Planungssicherheit stärken, qualifizierte Einwanderung ermöglichen und Finanzierung verlässlich verfügbar machen, kann sich diese Zurückhaltung schnell in eine neue Dynamik verwandeln. Als Förderbank des Bundes stehen wir bereit, tragfähige Vorhaben zu finanzieren und Risiken zu teilen. Jetzt geht es darum, den Mut zur Erneuerung in konkrete Investitionen zu übersetzen - gemeinsam mit Politik, Banken und Verbänden, damit aus Vorsicht wieder Zuversicht und aus Überlegungen konkrete Investitionen werden."
Die Studie ist zu finden unter Unternehmensbefragung | KfW (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research/Unternehmensbefragung.html)
Über die Unternehmensbefragung: Die Befragung wurde zum 23. Mal unter Unternehmen aller Größenklassen, Wirtschaftszweige, Rechtsformen und Regionen durchgeführt. An der Erhebung nahmen 1.567 Unternehmen aus 19 Spitzen-, Fach- und Regionalverbänden der Wirtschaft teil. Sie erfolgte im Zeitraum zwischen Anfang März und Ende April 2026 und bildet im Wesentlichen die Situation und Stimmungslage im Jahr 2025 sowie zu Beginn des Jahres 2026 ab.
Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundes den Mittelstand mit zahlreichen Förderprogrammen. Weitere Informationen unter Wir stärken den Mittelstand (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Mittelstand-st%C3%A4rken.html?kfwmc=kk.o.kfwon.presse.na.na.na.allgemein-sonstiges.mittelstand-staerken.pressemitteilung.na.na.journalisten.na)
Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Konzernkommunikation und Markensteuerung (KK), Nina Luttmer,
Tel. +49 69 7431 41336
E-Mail: nina.luttmer@kfw.de, Internet: www.kfw.de
Original-Content von: KfW, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/41193/6305709
© 2026 news aktuell
