DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
ISM-Index für US-Industrie sinkt im Juni
Die Aktivität in der US-Industrie hat sich laut einer Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) im Juni verlangsamt. Der vom ISM berechnete Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes ermäßigte sich auf 53,3 (Vormonat: 54,0). Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf 53,9 prognostiziert. Das Stimmungsbarometer liegt damit über der Marke von 50 Zählern, ab der es ein Wachstum signalisiert.
S&P Global: Aktivität in US-Industrie wächst im Juni langsamer
Das Wachstum der Aktivität in der US-Industrie hat sich laut einer Umfrage von S&P Global im Juni im Vergleich zum Vormonat deutlicher verlangsamt als ursprünglich angenommen. Der von S&P Global in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex sank auf 53,9 von 55,1 Punkten. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 55,7 ermittelt worden. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, unterhalb von 50 eine schrumpfende Wirtschaft. "Es ist weiterhin vielfach über Lieferkettenverzögerungen und Preisauftrieb berichtet worden, auch wenn sich diese dank der jüngsten Nachrichten über eine Entspannung im Nahen Osten abgeschwächt haben" kommentierte Chefökonom Chris Williamson die Daten. Trotz des jüngsten Rückgangs der Energiepreise und der besseren Aussichten für die Schifffahrt sei das Geschäftsklima jedoch stark eingebrochen.
US-Bauausgaben verfehlen Analystenprognosen
Die Bauausgaben in den USA sind im Mai gestiegen, aber nicht so stark wie von befragten Analysten erwartet, wie aus dem jüngsten Bericht des Census Bureau hervorgeht. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht teilte die Behörde mit, dass die Ausgaben für Bauprojekte im Mai saisonbereinigt 2,21 Billionen US-Dollar erreichten. Das ist ein Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber dem revidierten April-Wert von 2,207 Billionen Dollar. Von The Wall Street Journal befragte Analysten hatten einen Anstieg der Ausgaben um 0,2 Prozent prognostiziert.
US-Industrieaktivität expandierte im Juni weiter
Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe der USA ist im Juni den sechsten Monat in Folge weiter gewachsen, wie aus einer Umfrage unter Industrieunternehmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) lag im vergangenen Monat bei 53,3 und damit 0,7 Prozentpunkte niedriger als im Mai. Werte über 50 deuten jedoch auf eine Expansion des Sektors hin. Von The Wall Street Journal befragte Analysten hatten einen Wert von 53,9 erwartet.
US-Rohöllagerbestände gesunken
Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 26. Juni verringert. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 3,775 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten einen Rückgang um 3,1 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 6,088 Millionen Barrel reduziert.
Lagarde: Risiken besser ausbalanciert als vor einigen Wochen
Die Risiken für Inflation und Wachstum im Euroraum sind nach Aussage von EZB-Präsidentin Christine Lagarde nicht mehr so einseitig wie kurz nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs. Lagarde sagte in einer Podiumsdiskussion beim geldpolitischen Symposium im portugiesischen Sintra: "Übrigens denke ich, dass die Risiken - die bei der Inflation ausschließlich nach oben und beim Wachstum nach unten gerichtet sind - aufgrund der raschen aktuellen Entwicklungen nun wohl besser ausbalanciert sind, als dies noch vor wenigen Wochen der Fall war." Sie verwies darauf, dass der Spotpreis von Öl auf 72 US-Dollar pro Barrel gefallen sei, nachdem er im März noch bei 120 Dollar gelegen habe. "Dies sind Veränderungen, die sich derart beschleunigen, dass wir darauf vorbereitet sein müssen, andere und präzisere Messmethoden anzuwenden, beispielsweise unter Einsatz von KI", fügte sie hinzu.
Stellenaufbau im US-Privatsektor leicht unter den Erwartungen
Der Stellenaufbau durch Arbeitgeber im US-Privatsektor ist im Juni weiterhin etwas schwächer als erwartet ausgefallen, wie das Personaldienstleistungsunternehmen ADP mitteilte. Private Unternehmen schufen im Juni netto 98.000 Stellen, nachdem sie im Mai 122.000 Stellen geschaffen hatten, wie ADP mitteilte. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten mit 110.000 neu geschaffenen Stellen gerechnet. Stellenzuwächse wurden weiterhin im Bildungs- und Gesundheitssektor verzeichnet, der 48.000 neue Arbeitsplätze schuf. Weitere Zuwächse gab es im Finanzsektor sowie in den Bereichen Handel, Transport und Versorgung. Der Sektor natürliche Ressourcen und Bergbau baute 5.000 Stellen ab.
Warsh macht keine Aussagen zu geldpolitischem Kurs der Fed
Der neue Chairman der Federal Reserve, Kevin Warsh, hat Aussagen zum künftigen geldpolitischen Kurs der Fed verweigert. Auf die Frage in einer Podiumsdiskussion, ob die Fed ihre Zinsen bei der nächsten FOMC-Sitzung anheben werde, sagte er: "Ich möchte, dass wir eine anständige familieninterne Auseinandersetzung führen, wenn wir uns in vier Wochen treffen. Es gibt viele brandaktuelle Nachrichten zu einer Reihe dieser Themen. Wenn wir in diesen Raum gehen und die Tür hinter uns schließen, werden wir eine konstruktive Debatte führen. Aber viel mehr kann ich Ihnen dazu nicht sagen."
Warsh: An der Fed-Unabhängigkeit ändert sich nichts
Fed-Chairman Kevin Warsh hat sich zur Unabhängigkeit der Notenbank von den Wünschen des US-Präsidenten bekannt. In einer Podiumsdiskussion beim geldpolitischen Symposium in Sintra sagt er: "Wir sind schon sehr lange eine unabhängige Zentralbank. Wir bleiben auch in diesem Moment eine unabhängige Zentralbank, und daran werden Sie keine Änderungen sehen." Sollte es Personen in den Privathaushalten, im Unternehmenssektor oder an den Finanzmärkten geben, die dachten, diese Zentralbank würde ein Inflationsziel von über 2 Prozent tolerieren, dann würden diese wohl enttäuscht sein. "Wir werden in den USA für Preisstabilität sorgen. Genau dem hat sich dieser Ausschuss verschrieben", sagte Warsh.
Warsh bekräftigt Interesse an kleinerer Fed-Bilanz
Fed-Chairman Kevin Warsh hat sein Interesse an einer kleineren Zentralbankbilanz bekräftigt. In einer Podiumsdiskussion beim geldpolitischen Symposium der Europäischen Zentralbank (EZB) räumte er jedoch ein, dass eine Entscheidung hierüber nicht bei ihm allein, sondern beim Offenmarktausschuss FOMC liege. "Meine vier Wochen bei der Fed haben mich nicht von dieser Ansicht abgebracht", sagte Warsh. Er sei stets der Meinung gewesen, dass die Leitzinspolitik für die breite Masse der Bürger am fairsten sei.
Fed-Chairman Warsh hofft auf höhere Produktivität durch KI
Der neue Chairman der Federal Reserve, Kevin Warsh, hat seine Hoffnung auf Produktivitätsgewinne durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) bekräftigt. "In den USA führt der KI-Schock zu einem Boom bei den Investitionsausgaben. Wir beobachten dies in erster Linie auf der Nachfrageseite, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es irgendwann auch auf der Angebotsseite sehen werden", sagte er in einer Podiumsdiskussion beim geldpolitischen Symposium im portugiesischen Sintra. Daher verbringe die Fed viel Zeit damit, diese Entwicklungen genau zu verfolgen.
Trump-Berater Kevin Hassett drängt Fed, von Zinserhöhung abzusehen
Zwei Wochen nach der ersten Sitzung von Kevin Warsh als neuer Fed-Chairman hat ein hochrangiger Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump angedeutet, dass das Weiße Haus wenig Verständnis für Zinserhöhung haben dürfte. Der von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsindex liegt derzeit bei über 4 Prozent, und Warsh hat betont, es sei unverhandelbar, diesen wieder auf 2 Prozent zu drücken. In einem Interview auf Fox Business am Mittwoch warnte der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates, Kevin Hassett, jedoch, dass eine Zinserhöhung zur Bekämpfung von Preissteigerungen der falsche Weg wäre.
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July 01, 2026 13:02 ET (17:02 GMT)
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