BERLIN (dpa-AFX) - Die IG Metall hat ein gemischtes Fazit der Reformbeschlüsse von CDU, CSU und SPD gezogen. "Ein Ergebnis wie eine bunte Tüte Süßes und Saures", sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Christiane Benner. Sie begrüßte unter anderem die geplante steuerliche Entlastung von Beziehern niedriger und mittlerer Einkommen, die Erhöhung des Kindergelds und die Anhebung der Reichensteuer. Positiv wertete sie auch die vorgesehenen Maßnahmen zur Qualifizierung insbesondere junger Menschen.
Andererseits kritisierte Benner die vorgesehene Ausweitung der anlasslosen Befristungsmöglichkeiten bei Einstellungen und das Aufweichen des Kündigungsschutzes als "Angriff auf Beschäftigtenrechte". Auch mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der verpflichtenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag habe die Koalition den Arbeitgebern "eine unsoziale Wunschliste erfüllt".
Ähnliche Kritik kam vom Vorsitzenden der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke. "Misstrauen gegen Beschäftigte und eine Ausweitung des Befristungswahnsinns schaffen kein Wachstum", erklärte er. Werneke bedauerte, dass die Koalition davor zurückgeschreckt sei, große Vermögen und Erbschaften angemessen zu besteuern. "Das verhindert einen noch größeren Wurf bei der Einkommensteuerreform."/sk/DP/jha
