DJ MÄRKTE USA/Schwacher US-Arbeitsmarkt beflügelt Zinsfantasie
DOW JONES--Nach einem überraschend schwachen US-Arbeitsmarktbericht dürfte die Wall Street mit Aufschlägen in den Handel starten. Denn dieser spricht eher gegen baldige Zinserhöhungen der US-Notenbank. Der Future auf den S&P-500 erhöht sich um 0,3 Prozent, nachdem er vor den Daten lediglich 0,1 Prozent im Plus gelegen hatte. Der Beschäftigungszuwachs in der US-Wirtschaft ist im Juni schwächer als erwartet gewesen, wobei auch die Vormonatszahlen spürbar nach unten revidiert wurden. Die Arbeitlosenquote sank leicht, was aber an einer geringeren Erwerbsbeteiligung lag. Die Löhne entwickelten sich wie erwartet.
Es entstanden im Juni in der Privatwirtschaft und beim Staat 57.000 zusätzliche Stellen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen doppelt so hohen Zuwachs von 115.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote fiel im Juni auf 4,2 von 4,3 Prozent, während Ökonomen eine unveränderte Quote von 4,3 Prozent erwartet hatten. An der Börse wird nun erwartet, dass die Fed nicht im Oktober, sondern erst im Dezember die Leitzinsen anhebt.
Der Dollar gerät nach dem US-Arbeitsmarktbericht deutlich unter Druck, der Dollar-Index reduziert sich um 0,8 Prozent. Denn mit Blick auf den eher schwächelnden US-Arbeitsmarkt dürfte die Fed eher später als früher die Leitzinsen erhöhen. Auch die Renditen am US-Anleihemarkt geben ihre Gewinne wieder ab und drehen ins Minus - im zehnjährigen Bereich reduziert sich diese um 1 Basispunkt auf 4,47 Prozent.
Dagegen macht der Goldpreis einen Satz nach oben. Die Hoffnung auf eine zeitlich verzögerte Zinserhöhung der US-Notenbank beflügelt das zinslose Edelmetall. Dazu kommt der nachgebende Dollar. Der Preis für die Feinunze klettert um 2,3 Prozent auf 4.123 Dollar nach oben, nach 4.065 Dollar vor Bekanntgabe der Daten.
Die ebenfalls veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge treten dagegen in den Hintergrund. Hier wurde ein Rückgang auf 215.000 vermeldet, während die Erwartung bei 220.000 lag. Nach der Eröffnung folgt noch der Auftragseingang für den Mai.
Der Technologie-Sektor zeigt sich mit teils kräftigen Gewinnen. Eine spätere Zinserhöhung würde die Kosten für die Finanzierung von Investitionen nicht weiter in die Höhe treiben. So steigen die Aktien von Intel um 2,3 Prozent und für Qualcomm geht es um 0,8 Prozent aufwärts.
Bei den Einzelwerten verlieren die Aktien von Alphabet 0,7 Prozent. Google und der Mutterkonzern Alphabet müssen in der EU eine Geldbuße in Rekordhöhe zahlen: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg bestätigte die Strafe von 4,1 Milliarden Euro wegen unerlaubter, wettbewerbswidriger Praktiken.
Die Ölpreise bauen ihre Vortagesabgaben aus, für Brent geht es um weitere 1,6 Prozent auf 70,41 Dollar nach unten. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums erklärte in einem Beitrag auf X, dass katarische und pakistanische Vermittler in Doha getrennte Treffen mit US-amerikanischen und iranischen Unterhändlern abgeschlossen hätten und dabei positive Fortschritte bei Fragen im Zusammenhang mit dem Memorandum of Understanding erzielt worden seien. "Die Ölpreise dürften weiterhin unter Abwärtsdruck stehen, da sich das Angebot weiter normalisiert und geopolitische Risikoprämien abgebaut werden, auch wenn Rückschläge bei den Verhandlungen oder erneute Sicherheitsvorfälle weiterhin zu Phasen erhöhter Volatilität führen könnten", sagt Soojin Kim von MUFG.
Die an dieser Stelle üblicherweise folgende Tabelle muss aus technischen Gründen leider entfallen.
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July 02, 2026 09:03 ET (13:03 GMT)
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