DJ MÄRKTE USA/Etwas fester - Schwacher US-Arbeitsmarkt sorgt für Zinsfantasie
DOW JONES--Nach einem überraschend schwachen US-Arbeitsmarktbericht ist die Wall Street mit leichten Aufschlägen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Am Freitag findet wegen des Unabhängigkeitstags am 4. Juli kein Handel statt. Am US-Anleihemarkt gibt es am Donnerstag nur eine verkürzte Sitzung. Der schwache Arbeitsmarktbericht für Juni spricht eher gegen baldige Zinserhöhungen der US-Notenbank. Der Beschäftigungszuwachs in der US-Wirtschaft ist schwächer als erwartet gewesen, wobei auch die Vormonatszahlen spürbar nach unten revidiert wurden. Die Arbeitslosenquote sank leicht, was aber an einer geringeren Erwerbsbeteiligung lag. Die Löhne entwickelten sich wie erwartet.
Der Dow-Jones-Index verbessert sich um 0,5 Prozent auf 52.559 Punkte, der S&P-500 klettert um 0,4 Prozent und für die technologielastigen Nasdaq-Indizes geht es um bis zu 0,2 Prozent nach oben.
Es entstanden im Juni in der Privatwirtschaft und beim Staat 57.000 zusätzliche Stellen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen doppelt so hohen Zuwachs von 115.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote fiel im Juni auf 4,2 von 4,3 Prozent, während die Ökonomen eine unveränderte Quote von 4,3 Prozent erwartet hatten. An der Börse wird nun erwartet, dass die Fed nicht im Oktober, sondern erst im Dezember die Leitzinsen anhebt.
Die erhoffte Stabilisierung der Jobgewinne auf einem höheren Niveau sei ausgeblieben, der Druck für eine Zinserhöhung auf der Fed-Sitzung Ende Juli lasse weiter nach, so Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner. "Wir gehen für dieses Jahr weiter von unveränderten US-Leitzinsen aus", hält der Ökonom fest. Weidensteiner weist darauf hin, dass die Fußball-Weltmeisterschaft, deren Beginn mit der Erfassungswoche für die Arbeitsmarktdaten zusammen gefallen sei, wider Erwarten nicht für mehr Stellen gesorgt habe.
Der Dollar gerät nach dem US-Arbeitsmarktbericht deutlich unter Druck, der Dollar-Index reduziert sich um 0,6 Prozent. Denn mit Blick auf den eher schwächelnden US-Arbeitsmarkt dürfte die Fed eher später als früher die Leitzinsen erhöhen. Auch die Renditen am US-Anleihemarkt geben ihre Gewinne wieder ab und drehen zwischenzeitlich sogar leicht ins Minus - im zehnjährigen Bereich liegt die Rendite aktuell wenig verändert bei 4,48 Prozent.
Dagegen macht der Goldpreis einen Satz nach oben. Die Hoffnung auf eine zeitlich verzögerte Zinserhöhung der US-Notenbank beflügelt das zinslose Edelmetall. Dazu kommt der nachgebende Dollar. Der Preis für die Feinunze klettert um 2,3 Prozent auf 4.123 Dollar nach oben, nach 4.065 Dollar vor Bekanntgabe der Daten.
Die ebenfalls veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge treten dagegen in den Hintergrund. Hier wurde ein Rückgang auf 215.000 vermeldet, während die Erwartung bei 220.000 lag. Nach der Eröffnung folgt noch der Auftragseingang für den Mai.
Der Technologie-Sektor zeigt sich mit teils kräftigen Gewinnen. Eine spätere Zinserhöhung würde die Kosten für die Finanzierung von Investitionen nicht weiter in die Höhe treiben. So steigen die Aktien von Nvidia um 0,4 Prozent und für Qualcomm geht es um 1,1 Prozent aufwärts.
Bei den Einzelwerten verlieren die Aktien von Alphabet 0,1 Prozent. Google und der Mutterkonzern Alphabet müssen in der EU eine Geldbuße in Rekordhöhe zahlen: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg bestätigte die Strafe von 4,1 Milliarden Euro wegen unerlaubter, wettbewerbswidriger Praktiken.
Die Ölpreise bauen ihre Vortagesabgaben aus, für Brent geht es um weitere 1,2 Prozent auf 70,73 Dollar nach unten. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums erklärte in einem Beitrag auf X, dass katarische und pakistanische Vermittler in Doha getrennte Treffen mit US-amerikanischen und iranischen Unterhändlern abgeschlossen hätten und dabei positive Fortschritte bei Fragen im Zusammenhang mit dem Memorandum of Understanding erzielt worden seien. "Die Ölpreise dürften weiterhin unter Abwärtsdruck stehen, da sich das Angebot weiter normalisiert und geopolitische Risikoprämien abgebaut werden, auch wenn Rückschläge bei den Verhandlungen oder erneute Sicherheitsvorfälle weiterhin zu Phasen erhöhter Volatilität führen könnten", sagt Soojin Kim von MUFG.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 52.558,96 +0,5 +253,72 52.305,24 S&P-500 7.510,04 +0,4 +26,81 7.483,23 NASDAQ Comp 26.095,88 +0,2 +55,85 26.040,03 NASDAQ 100 29.823,15 +0,0 +14,02 29.809,13 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,12 -0,04 4,20 4,10 5 Jahre 4,21 -0,02 4,27 4,19 10 Jahre 4,48 +0,00 4,51 4,46 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:30 EUR/USD 1,1446 +0,6 0,0070 1,1376 1,1393 EUR/JPY 184,3 -0,4 -0,6500 184,95 185,0200 EUR/CHF 0,9189 -0,2 -0,0021 0,9210 0,9207 EUR/GBP 0,8561 -0,1 -0,0008 0,8569 0,8576 USD/JPY 160,99 -1,0 -1,5700 162,56 162,3800 GBP/USD 1,3367 +0,7 0,0096 1,3271 1,3280 USD/CNY 6,7886 -0,1 -0,0056 6,7942 6,7942 USD/CNH 6,7859 -0,1 -0,0087 6,7946 6,7937 AUS/USD 0,6929 +0,6 0,0038 0,6891 0,6903 Bitcoin/USD 61.684,96 +2,7 1.607,09 60.077,87 60.248,76 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 67,78 -1,2 -0,80 68,58 Brent/ICE 70,73 -1,2 -0,84 71,57 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.122,79 +2,3 92,90 4.029,89 Silber 61,05 +3,2 1,91 59,14 Platin 1.614,23 +2,4 37,36 1.576,87 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 02, 2026 09:43 ET (13:43 GMT)
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