MOSKAU (dpa-AFX) - Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat den USA das Recht abgesprochen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen. "Die USA und das Weiße Haus haben keinerlei Recht, anderen ihren Willen aufzuzwingen", schrieb der Vizevorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats Russlands in einem Kommentar auf Telegram zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA. "Sie sollen erst einmal das Chaos in ihrem eigenen Haus in den Griff bekommen."
Die USA seien nun 250 Jahre alt. "Sind sie nun ein Vorbild oder ein 'Reich des Bösen'", fragt Medwedew in dem Kommentar. Seiner Meinung nach seien sie weder das eine noch das andere. "Aber in einem Punkt sind sich die meisten Länder der Welt einig: Amerika hat kein Recht, Entscheidungen für andere zu treffen. Jeder Staat - ob klein oder groß - ist in der Lage, seine Probleme selbst zu lösen", behauptete er.
Medwedew galt im Kreml zu seiner Amtszeit von 2008 bis 2012 als Hoffnungsträger für eine Liberalisierung Russlands. Seit Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine 2022 profiliert er sich als Hardliner. Immer wieder fiel er mit Drohungen etwa zu Atomschlägen gegen westliche Hauptstädte auf./cha/DP/nas
