DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
BUNDESHAUSHALT - Die Bundesregierung hat die Haushaltslöcher für 2027 geschlossen. Allerdings bedient sie sich dafür bei mehreren Töpfen, die eigentlich für anderes gedacht waren, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Der größte Beitrag kommt aus einer Rücklage, die Deutschland in den wirtschaftlich starken Jahren bis 2019 gebildet hatte. Dort liegen fast 11 Milliarden Euro als Reserve des Bundeshaushalts. Hier verschafft sich Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) rund 7 Milliarden Euro. So steht es in der Kabinettsvorlage für den Haushalt 2027, die die Regierung am Montag beschließen will. Das Papier liegt der Süddeutschen Zeitung vor. Bei der Vorstellung der Eckwerte des Haushalts vor zwei Monaten hatte Klingbeil noch erklärt, dass die Rücklage nicht angetastet werden solle. Stattdessen hatte er seine Kabinettskollegen zum Sparen aufgerufen. Für 2028 seien aus der Rücklage jetzt nur noch rund 4 Milliarden Euro übrig. (Süddeutsche Zeitung)
AUTOMOBILINDUSTRIE - Angesichts der sich zuspitzenden Krise in der deutschen Autoindustrie fordert der Betriebsrat des weltweit größten Autozulieferers Bosch für Deutschland einen runden Tisch von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik. "Wir können nicht so weitermachen wie bisher", sagte Frank Sell, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Bosch Mobility, dem Spiegel. Nötig sei "eine Taskforce mit Vertretern der Arbeitgeber aus Automobil- und Zulieferindustrie, der Arbeitnehmer, Gewerkschaft und der Politik, die erst auseinandergeht, wenn sie Lösungen erarbeitet hat, die die Zukunft der Branche in Deutschland sichern". Hintergrund sind wachsende Konflikte um Arbeitszeit und Sparprogramme in der Branche. (Spiegel)
METHAN-VERORDNUNG - In der Bundesregierung ist der Streit um die Methan-Verordnung der EU eskaliert. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat laut Handelsblatt offenbar eine regierungsinterne Absprache gebrochen: Sie hat in Brüssel Deutschlands Unterstützung für die Aussetzung der Verordnung zugesagt, weil sie ansonsten die Versorgung mit Öl und Gas gefährdet sieht. Das geht aus zwei internen Vermerken aus der Bundesregierung hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Im Vorfeld eines Treffens der EU-Energieminister in Brüssel am 26. Juni war es laut dem ersten Vermerk zu einer Aussprache zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium zusammen mit dem Kanzleramt, dem Finanz- und dem Außenministerium gekommen. In dem Dokument werden zwar auch Probleme durch die Verordnung angedeutet. Als Lösung werde aber bloß beschrieben, die Sanktionen könnten aufgeweicht werden. (Handelsblatt)
PATENTE - Deutschland droht bei wichtigen Zukunftstechnologien weiter zurückzufallen. In Feldern wie Digitalisierungstechnologie, Cybersecurity, Quantencomputing, Künstlicher Intelligenz (KI), Bio- oder Nanotechnologie ist die Patentdynamik in anderen Ländern teils deutlich höher als hierzulande. Hinzu kommt: Viele Innovationen sind zwar in Deutschland entstanden, doch befinden sich die Patente mittlerweile in ausländischer Hand. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Sie liegt dem Handelsblatt vor. (Handelsblatt)
CYBERRISIKEN - Die deutsche Finanzaufsicht lenkt die Aufmerksamkeit der Branche erneut auf die Gefahren, die Banken und anderen Finanzdienstleistern durch Cyberattacken drohen. "Die zunehmende Zahl von Cyberangriffen und die umfangreichen Auslagerungen von Teilen der IT-Prozesse bergen erhebliche Risiken", unterstreicht Bafin-Präsident Mark Branson im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Das sei zwar alles nicht neu, räumt Branson ein. "Aber wir sehen neue Treiber der Risiken und damit eine neue Geschwindigkeit." Die Institute seien gezwungen, in immer höherem Tempo Software-Updates aufzuspielen, um Sicherheitslücken zu schließen. "Patches müssen immer schneller kommen - und können gerade deshalb häufiger selbst zu Problemen führen", mahnt der Bafin-Präsident. (Börsen-Zeitung)
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July 06, 2026 01:34 ET (05:34 GMT)
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