DJ Eni steckt 225 Millionen Dollar in chilenisches Lithium-Projekt
Von Rhiannon Hoyle
DOW JONES--Eni erwirbt für 225 Millionen US-Dollar eine 25-prozentige Beteiligung an einem chilenischen Lithiumprojekt, das Energy Exploration Technologies gehört. Der italienische Energiekonzern vergrößert damit nicht nur seine Wette auf das US-Startup, sondern diversifiziert auch in Richtung Batterien und der dafür benötigten kritischen Mineralien.
Eni verschafft sich mit dem Kauf die Rechte an bis zu einem Viertel der zukünftigen Lithiumproduktion des Projekts Black Giant. Damit könnte die eigene große Batteriefabrik beliefert werden, die das Unternehmen derzeit in Süditalien entwickelt. Eni hatte im Rahmen einer von General Motors geführten Finanzierungsrunde vor dreieinhalb Jahren bereits eine Beteiligung an dem texanischen Startup EnergyX erworben.
"Die Transaktion steht im Einklang mit Enis Strategie, seine Lieferketten zu diversifizieren und den Einstieg in die Wertschöpfungskette kritischer Mineralien durch eine Partnerschaft in einem bedeutenden und innovativen Lithiumprojekt in einer strategischen Region zu stärken", heißt es in einer Stellungnahme.
Eni hat zuletzt daran gearbeitet, seine Einnahmen über Öl und Gas hinaus in saubere Energien zu diversifizieren.
In einem Joint Venture mit Seri Industrial will das Unternehmen jährlich mehr als 8 Gigawattstunden Lithium-Eisenphosphat-Batterien produzieren und mehr als 10 Prozent des europäischen Marktes für stationäre Batterien erobern. Im Mai schloss Eni eine 70-Millionen-Dollar-Investition in das kanadische Unternehmen Nouveau Monde Graphite ab, das in die Herstellung von Graphitmaterialien zu investieren, die ebenfalls für Batterien gebraucht werden.
Auch Ölkonzerne wie Exxon Mobil und Chevron haben Schritte unternommen, um in die Lithiumindustrie einzusteigen. Unternehmen wie sie gelten als natürliche Kandidaten für die Lithiumproduktion, da das Metall mit ähnlichen Techniken wie Öl gewonnen wird: durch das Pumpen von salzhaltigen Solelösungen aus dem Untergrund.
Bei Black Giant will EnergyX seine eigene Technologie zur direkten Lithiumextraktion einsetzen. Der neue Ansatz zielt darauf ab, Lithium effizienter zu gewinnen als mit der herkömmlichen Methode, bei der das Metall durch Verdunstung in künstlichen Becken extrahiert wird.
Die direkte Lithiumextraktion hat laut Internationaler Energieagentur das Potenzial, die Produktion des Batteriemetalls zu revolutionieren. Die Agentur prognostiziert eine rapide steigende Lithium-Nachfrage, die bis in die 2030er Jahre zu einem Marktdefizit führen könnte.
Das Black-Giant-Projekt in der nordchilenischen Region Antofagasta ist darauf ausgelegt, nach Abschluss der ersten beiden Phasen im Jahr 2030 jährlich bis zu 52.500 Tonnen Lithiumkarbonat zu produzieren. In der ersten Phase soll das Projekt 2028 mit 7.500 Jahrestonnen an den Start gehen.
Eni erklärte, dass es eine bedeutende technische und operative Rolle in dem Projekt spielen werde. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Eni zudem einen Sitz im Vorstand von Black Giant.
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July 06, 2026 06:42 ET (10:42 GMT)
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